Wige Media: Autonome Kameras für den Amateur-Fußball

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Wige Media: Autonome Kameras für den Amateur-Fußball

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Live-Bilder vom Amateurfußball: Mit einer speziellen Videotechnik sollen Fußball-Spiele vollautomatisch live übertragen werden.

von Peter Steinkirchner

Der Kölner Mediendienstleister Wige verkauft seine Ü-Wagen und Kameras. Die Zukunft sieht Wige in automatischen Kamerasystemen, die ohne Kameramann auskommen. Ein Test im Amateurfußball soll den Durchbruch bringen.

Die Meldung von Montag ließ schon mal aufhorchen: Der Deutsche Fußballbund (DFB) und der Kölner Mediendienstleister Wige gaben zu Wochenanfang bekannt, dass sie künftig Amateurvereine mit Macht ins Internet bringen wollen. Schon zum Start der Rückrunde werden die Kölner dazu in einer Testphase in zunächst drei Ligen in Bayern und Niedersachsen automatische Kamerasysteme installieren. Die sollen komplett ohne Kameramann funktionieren und Bilder der Spiele via Internet auf Smartphones und Laptops der Anhänger senden.

Vollständig wird die Nachricht jedoch erst jetzt: Wige-Vorstandschef Peter Lauterbach trennt sich von den Bereichen Broadcast und Solutions und damit von Kameratechnik, seinen tonnenschweren Übertragungswagen und 115 Mitarbeitern. Lauterbach zufolge machte Wige mit der TV-Produktion für nationale und internationale Sender, Verbände und Veranstalter Verluste; im ersten Halbjahr 2017 hätte das Unternehmen zudem weitere 1,1 Millionen Euro in das margenschwache Geschäftsfeld investieren müssen.

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Daher verkaufte Wige am Donnerstag laut einer Ad-hoc-Meldung Teile des bisherigen Kerngeschäftes an zwei spezialisierte Dienstleister. Durch den Verkauf sinke der Kapitalbedarf erheblich. Damit setzt das börsennotierte Unternehmen, das 2015 einen Umsatz von 63 Millionen Euro erzielt hatte, in Zukunft maßgeblich auf die unbemannten Systeme.

Der Verkauf der beiden Segmente hat laut Lauterbach Folgen für den Umsatz im laufenden Jahr – statt der erwarteten 70 Millionen Euro rechnet der Vorstandschef nun mit Erlösen in Höhe von 63 Millionen Euro sowie mit einem Verlust nach Abschreibungen und vor Steuern (EBT) in Höhe von 6,5 Millionen Euro. Lauterbach gibt sich dennoch optimistisch für das kommende Jahr: „Mit dem Konzernumbau haben wir die bilanziellen Altlasten komplett abgebaut und das Unternehmen um die margenschwachen Geschäftsfelder vollständig bereinigt.“

Hoffnungen setzt Lauterbach vor allem auf das neue Geschäftsfeld mit den automatisierten Kamerasystemen. Verläuft der Test in den drei Amateurligen erfolgreich, dürften auch weitere Ligen und Spielklassen in anderen Bundesländern hinzukommen. Wige will die Spiele über seine neue Plattform sporttotal.tv zeigen.

Zuschauer können dank einer neuen Technik selbst Regie führen, den Bildausschnitt nach Belieben auswählen und individuell ausgesuchte Szenen in ihren sozialen Medien weiterschicken. Refinanzieren will Wige das Angebot über Werbung; daneben will Lauterbach werbefreie Abos anbieten. Die Wige-Seite soll zudem mit fussball.de kooperieren; Lauterbach hofft auf die Breitenwirkung der DFB-Plattform, die monatlich auf 34 Millionen Page Impressions kommt.

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