WM-Baustellen in Katar: Deutscher Unternehmer dementiert Todesopfer

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WM-Baustellen in Katar: Deutscher Unternehmer dementiert Todesopfer

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Die englische Tageszeitung „Guardian“ hatte über die WM-Baustellen berichtet, dass 44 nepalesische Gastarbeiter in nur zwei Monaten wegen Herzinfarkts oder Arbeitsunfällen gestorben. Von Zwangsarbeit und unmenschlichen Bedingungen war die Rede.

Ein deutscher Bauaufseher hat Berichte über Todesopfer beim Stadionbau für die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar für seine Baustelle zurückgewiesen. Auch ein Anwalt geht gegen die Berichte vor.

Vor dem Hauptquartier in Zürich zeigten Gewerkschaftler der FIFA die Rote Karte, eine Neuvergabe der umstrittenen WM 2022 wird es aber wohl kaum geben. „Es gibt keine Zweifel darüber, dass in Katar gespielt wird. Die offene Frage ist, ob das Turnier im Winter stattfindet und wenn im Winter gespielt wird, ob im November, Dezember oder Januar“, sagte FIFA-Kommunikationsdirektor Walter de Gregorio dem englischen TV-Sender Sky Sport News und bekräftigte damit, dass die WM wegen der Berichte über menschenunwürdige Zustände auf den WM-Baustellen bei der FIFA-Exekutivsitzung am Donnerstag und Freitag nicht zur Disposition stehe.
Genau dies hatten rund 50 Demonstranten gefordert. „Rote Karte für die FIFA - kein Weltcup ohne Arbeitnehmerrechte“, war auf den Karten zu lesen. Die englische Tageszeitung „Guardian“ hatte in der vergangenen Woche einen alarmierenden Bericht über die Arbeitsbedingungen im kleinen Golfstaat veröffentlicht. Rund 44 nepalesische Gastarbeiter seien demnach in nur zwei Monaten wegen Herzinfarkts oder Arbeitsunfällen gestorben. Von Zwangsarbeit und unmenschlichen Bedingungen war die Rede.
Auf der Tagesordnung für Freitag steht dieses brisante Thema bei der FIFA aber nicht, vielmehr soll über eine mögliche Verlegung des Turniers in die Wintermonate diskutiert werden. UEFA-Präsident Michel Platini teilte indes mit, dass er über die Frage der Arbeitsbedingungen „viel mehr besorgt“ sei als über die Diskussion, ob die WM im Sommer oder im Winter gespielt wird. Eine Neuvergabe der umstrittenen WM 2022 kommt aber wohl nicht in Betracht.
Zuversichtlich zeigte sich diesbezüglich auch WM-Organisationschef Hassan Al Thawadi, dass Katar die WM austragen darf. Im Zuge der WM-Vorbereitung seien eine Reihe von Initiativen beschleunigt worden, um „die Rechte der Arbeitnehmer zu verbessern“. Das habe „höchste Priorität“.
Unterdessen hat die katarische Regierung eine unabhängige Untersuchung der Bedingungen für Gastarbeiter angekündigt. „Wir sind im Dialog mit Human Rights Watch und Amnesty International. Dabei geht es nicht nur um die Prüfung der Arbeitsverträge, sondern auch um deren Durchsetzung“, sagte Al Thawadi.

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Ein deutscher Bauaufseher hat unterdessen Berichte über Todesopfer beim Stadionbau für seine Baustelle zurückgewiesen. „Auf den Baustellen in Lusail City ist in den vergangenen zwei Jahren kein einziger Arbeiter gestorben“, sagte der deutsche Unternehmer Olaf Hoffmann dem „Handelsblatt“ (Freitag). Er ist dem Bericht zufolge seit zwei Jahren mit der Bauaufsicht beauftragt. Die von Hoffmann geleitete Gruppe hat demnach den Auftrag, Verstöße gegen Sicherheitsbestimmungen zu dokumentieren und sie mit Strafzahlungen zu ahnden. Ein Interesse, die Situation schönzureden, sei bei Hoffmann daher nicht erkennbar, hieß es.

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Auch das Golfemirat selbst hat einen internationale Anwaltskanzlei eingeschaltet, wie die Nachrichtenagentur Agence France Presse berichtet. Alle Vorwürfe bezüglich der angeblichen Sklavenarbeit auf den WM-Baustellen soll unabhängig geprüft werden.
In der Frage nach dem geeigneten Zeitpunkt des Turniers glaubt Platini unterdessen nicht, dass sich die FIFA bereits am Freitag auf einen endgültigen WM-Termin festlegt. „Das ist unmöglich“, sagte der Franzose. Hintergrund ist, dass noch viele offene Fragen wegen des Spielbetriebs in den europäischen Ligen zu klären sind. Größter Winter-WM-Gegner sind die Engländer, die auf ihren traditionellen Spieltag am Boxing Day (26. Dezember) verzichten müssten. Die Deutsche Fußball Liga will großangelegte Umfragen unter allen Betroffenen starten.

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