WM-Skandal: Die unglaubliche Geschichte des Wolfgang N.

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KommentarWM-Skandal: Die unglaubliche Geschichte des Wolfgang N.

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Wolfgang Niersbach

Wolfgang Niersbach wirft mit seiner Pressekonferenz mehr Fragen auf, als er beantwortet. So richtig überzeugend wirken seine Aussagen nicht.

Der 22. Oktober war ein schlechter Tag für Giovanni Trappatoni. Bis gestern noch hatte der ehemalige Bayern-Trainer die denkwürdigste Pressekonferenz in der Geschichte des deutschen Fußballs gehalten. Doch seiner legendären Wutrede („Was erlaube Struuuuntz?“) machte DFB-Chef Wolfgang Niersbach mit seinem Erklärungsversuch zu den Korruptionsvorwürfen rund um die Vergabe der WM 2006 ernsthaft Konkurrenz. Niersbach hat zwar bei weitem nicht das Temperament des Italieners („schwach wie Flasche leer“). Dafür war das, was er sagte, umso unglaublicher.

Zur Erinnerung: Der Spiegel hatte am Samstag berichtet, dass der langjährige Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus dem deutschen WM-Organisationskomitee (OK) rund 10 Millionen Schweizer Franken lieh – vor der Vergabe der Fußball-WM 2006 im Jahr 2000. Der Verdacht: Mit dem Geld habe das Komitee Stimmen gekauft, um die WM nach Deutschland zu holen.

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Der Franzose Jerome Champagne. Quelle: dpa

Niersbach, damals Mitglied im OK, war also mächtig in Erklärungsnot, als er gestern vor die Presse trat. Und was er da sagte, ist ein echter Hammer. Die 10 Millionen Schweizer Franken von Louis-Dreyfus habe es tatsächlich gegeben. Aber nicht, um die WM zu kaufen. Niersbachs unglaubliche Geschichte rund um dieses Geld geht so:

Nach der WM-Vergabe im Juli 2000 habe das OK mit der Fifa verhandelt, um einen Zuschuss zu den Kosten der Veranstaltung zu bekommen. Im Vier-Augen-Gespräch zwischen Fifa-Präsident Blatter und OK-Chef Franz Beckenbauer im Januar 2002 habe Blatter in Aussicht gestellt, 250 Millionen Schweizer Franken (170 Millionen Euro) zu geben.

So weit, so gut. Die Fifa-Finanzkommission habe die Zahlung aber an die Bedingung geknüpft, dass das OK seinerseits zehn Millionen Schweizer Franken an die Fifa-Finanzkommission zahlen müsse. Das klingt zwar sehr nach dem Geschäftsgebaren nigerianischer Prinzen, aber bei der Fifa weiß man ja nie. Glaubt man also der Geschichte Niersbachs, dann musste das WM-OK zehn Millionen Schweizer Franken auftreiben, um im Gegenzug 250 Millionen Schweizer Franken von der Fifa zu bekommen.

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