Yi-Ko Holding: Burger King kündigt 89 deutschen Filialen

Yi-Ko Holding: Burger King kündigt 89 deutschen Filialen

, aktualisiert 19. November 2014, 13:48 Uhr
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Burger King hat die Verträge für 89 deutsche Filialen gekündigt.

Burger King hat alle Verträge mit der Yi-Ko Holding gekündigt. Damit muss der Betrieb in 89 Filialen in Deutschland eingestellt werden. Auslöser waren Berichte über Hygienemängel. Yi-Ko will sich vor Gericht wehren.

Nach dem Wirbel um Hygieneverstöße und schlechte Arbeitsbedingungen greift die Fastfood-Kette Burger King durch: Der größte deutsche Franchise-Nehmer Yi-Ko Holding müsse den Betrieb in allen 89 Burger-King-Restaurants einstellen, die Verträge würden mit sofortiger Wirkung gekündigt, teilte Burger King Europe am Mittwoch in München mit.

„Diese schwierige, jedoch notwendige Entscheidung wurde getroffen, nachdem sich die Yi-Ko wiederholt nicht an die vertraglich vereinbarten Arbeitsbedingungen für ihre 3000 Restaurant-Mitarbeiter gehalten hat“, hieß es in der Mitteilung. "Die Kündigung stellt für uns nur den letzten Schritt dar", sagte Deutschland-Chef Andreas Bork. Die Vorkommnisse bei Yi-Ko hätten dem Ruf der anderen 165 Franchisenehmer und deren Mitarbeitern geschadet.

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Die größten Fast-Food-Ketten nach Umsatz 2013

  • Platz 10 – SSP Deutschland

    Umsatz: 174,3 Millionen Euro

  • Platz 9 – Ikea

    Umsatz: 180 Millionen Euro

  • Platz 8 – Subway

    Umsatz: 192 Millionen Euro

  • Platz 7 – Aral

    Umsatz: 192,2 Millionen Euro

  • Platz 6 – Yum!

    Umsatz: 233 Millionen Euro

  • Platz 5 – Nordsee

    Umsatz: 291,6 Millionen Euro

  • Platz 4 – Autobahn Tank und Rast

    Umsatz: 600 Millionen Euro

    Pachtbetriebe der Tank & Rast

  • Platz 3 – LSG Lufthansa Service Holding

    Umsatz: 753 Millionen Euro

    keine gastronomietypische Absatzsituation

  • Platz 2 – Burger King

    Umsatz: 880 Millionen Euro

  • Platz 1 – McDonald's

    Umsatz: 3,1 Milliarden Euro

  • Quelle

    Food-Service. Untersucht wurden die größten Unternehmen der Systemgastronomie in Deutschland anhand des Umsatzes.

Nach dem Aus für den größten deutschen Lizenznehmer stehen die Beschäftigten vor einer ungewissen Zukunft. Mit der Kündigung müssen die Filialen umfirmieren, sie werden künftig nicht mehr von Burger King beliefert. Ob und wie viele Restaurants dauerhaft schließen müssen, war zunächst nicht absehbar. Zur Frage, ob auch ein neuer Partner für die betroffenen Standorte infrage kommen könnte, äußerte sich das Unternehmen zunächst nicht.

„Das ist natürlich jetzt eine sehr schwierige Krise für dieses Unternehmen“, sagte Guido Zeitler, Referatsleiter für das Gastgewerbe bei der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.

Burger-King-Mitarbeiter sind verunsichert

„Wir brauchen ganz schnell Klarheit, wie es mit den einzelnen Restaurants weitergeht, damit die Beschäftigten die Klarheit haben, bei wem sie morgen, übermorgen und überübermorgen noch arbeiten“, forderte Zeitler. Theoretisch sei es zwar denkbar, dass eine neue Burger-Kette gegründet werde - aber das sei nicht von heute auf morgen machbar. Zugleich liefen Kosten wie Pachten und Gehälter weiter.

Die NGG erwarte nun, dass Burger King den Beschäftigten zur Seite stehe. Es gebe seit gut eineinhalb Jahren massive Kritik an dem Franchise-Nehmer, sagte Zeitler. Dieser habe unter anderem versucht, tarifvertragliche Standards zu senken oder zu missachten. Kranke Arbeitnehmer hätten zudem ihr Geld teils gar nicht oder erst verspätet erhalten: „Wir haben sehr viele arbeitsgerichtliche Auseinandersetzungen mit der Yi-Ko Holding geführt.“

Der Fernsehsender RTL hatte im Mai schwere Hygienemängel in den von Yi-Ko betriebenen Burger-King-Schnellrestaurants und Verstöße gegen das Arbeitsrecht aufgedeckt. Das hatte Berichten zufolge zu deutlichen Umsatzeinbußen geführt. Burger King hatte mit einer Imagekampagne gegenzusteuern versucht und einen der Geschäftsführer von Yi-Ko, Ergün Yildiz, zum Rückzug aus dem operativen Geschäft gedrängt.

Yildiz soll sich trotz Verbots eingemischt haben

Bork sagte der "Bild"-Zeitung, man habe deutliche Hinweise, dass Yildiz sich trotz eines Verbots weiter in das Tagesgeschäft eingemischt habe. Die Lage bei Yi-Ko habe sich nur vorübergehend gebessert. Zuletzt seien erneut Zuschläge und Urlaubsgelder einbehalten und Gehälter im Krankheitsfall mit Verspätung ausgezahlt worden. "Das stimmt nicht mit unseren Grundsätzen überein", sagte Bork.

Die meisten der betroffenen 89 Restaurants waren bis Mitte 2013 von Burger King selbst betrieben worden. Damals hatte der Konzern die Filialen an Yildiz und dessen Geschäftspartner Alexander Kolobov verkauft. Yildiz hatte bereits vorher einige Burger-King-Restaurants betrieben, Kolobov hatte mit der Kette in Russland kräftig expandiert.

Yi-Ko will jetzt gegen die fristlose Kündigung vorgehen. Betroffen sind alle 89 Filialen des Stader Unternehmens. Die Restaurants sollen weiter geöffnet bleiben, solange Ware vorhanden sei, sagte der Interims-Geschäftsführer von Yi-Ko, Dieter Stummel, der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. Das „Handelsblatt“ zitiert den Rechtsanwalt, er wolle mit einer einstweiligen Verfügung vor Gericht erreichen, dass die Restaurants vorerst weitermachen können.

Weitere Artikel

Burger King ist die weltweit zweitgrößte Fastfood-Kette hinter McDonald's. Das 60 Jahre alte Unternehmen betreibt nach eigenen Angaben weltweit mehr als 14.000 Restaurants und bedient täglich über elf Millionen Gäste in 100 Ländern.

Fast alle Burger-King-Filialen werden von unabhängigen Lizenznehmern in einem sogenannten Franchise-System geführt. In Deutschland gehörten bisher rund 700 Restaurants mit insgesamt 25.000 Beschäftigten dazu. Damit ist die Bundesrepublik der zweitwichtigste Markt nach den USA.

Im dritten Quartal erwirtschaftete das US-Unternehmen nur ein kleines Umsatzplus um 1,4 Prozent auf 279 Millionen Dollar (223 Millionen Euro). Sonderkosten wegen der Übernahme der kanadischen Kaffee- und Donut-Kette Tim Hortons sorgten zudem für einen Quartalsverlust von 23,5 Millionen Dollar, nach 68,2 Millionen Dollar Gewinn im Vorjahr.

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