Yourfone: Wie viel Facebook braucht ein Unternehmen?

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Yourfone: Wie viel Facebook braucht ein Unternehmen?

von Rebecca Eisert

Mit der Smartphone Flatrate für 19,90 hat E-Plus-Tochter Yourfone den Telekommunikationsmarkt im vergangenen Jahr tüchtig aufgemischt. Spannender als der Kampfpreis ist die Strategie der Emporkömmlings. Yourfone setzt voll aufs soziale Netzwerk. Ob sich das auszahlt?

Soziale Netzwerke, vor allem Facebook, wird für Unternehmen immer mehr zum direkten Marktforschungsinstrument. Was die "Fans", wie die Kunden jetzt heißen, wollen, kann man hier direkt erfragen. Die Zeit der eindimensionalen Push-Werbung, bei der das Unternehmen seine Werbebotschaft über TV und Hörfunk hinausposaunt - ohne jede Möglichkeit der Kontrolle, ob sie überhaupt beim potenziellen Kunden ankommt - ist endgültig vorbei.

Marken lassen sich nicht mehr so einfach positionieren, wie sie schlaue Marketingköpfe am Reißbrett entworfen haben. Wofür eine Marke steht, müssen Unternehmen heute viel mehr gemeinsam mit den Verbrauchern entwickeln. Ein Unternehmen, dass sich dieses Vorgehen wie bisher nur wenige auf die Fahnen geschrieben hat, ist der Telekommunikationsanbieter Yourfone. "Wir bezeichnen uns als Unternehmen der zweiten Generation und versuchen unsere Community komplett miteinzubinden. Damit setzen wir uns vollständig von allen anderen Telekommunikationsunternehmen ab. Die betreiben noch Unternehmensführung 1.0.“, gibt sich Yourfone-Chef Hartmut Herrmann selbstbewusst.

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Nicht ganz zu unrecht. Die Marke aus der E-Plus-Familie bietet seit April des vergangenen Jahres eine Smartphone-Flatrate für 19,90 Euro an. Unbegrenzt viele Gespräche ins Fest- und Mobilnetz sind darin enthalten sowie schnelles Surfen im Internet bis zu einer Datenmenge von 500 MB, danach wird die Verbindung langsamer - SMS kosten extra, trotz dieser Einschränkungen ist die Flat günstiger als vergleichbare Angebote. 19,90 Euro - ein echter Kampfpreis, mit dem die Neulinge den Markt kräftig aufgemischt haben. Zu Umsatz oder Kundenzahl äußert sich Yourfone nicht, mit der Zahl der Fans auf der Facebook-Seite kann Herrmann dagegen protzen: weit über 200.000 sind es schon.

Studie über Digitale Markenführung Mach's wie Maggi

E-Mails, Webseiten und soziale Netzwerke sind heute die wichtigsten Kanäle zwischen Unternehmen und Verbrauchern. Unsere Studie zeigt, wie Manager vom Austausch mit ihren Kunden profitieren können.

Quelle: Marcel Stahn für WirtschaftsWoche

Doch die bloße Menge ist nicht das, was den Manager freut, sondern die Aktivitätsrate, die geradezu "unglaublich hoch" sei. Klemens Skibicki, Marketingprofessor an der Cologne Business School, ist Experte für soziale Medien. Er stellt Yourfone ein gutes Zeugnis aus. "Die Produkte der Telekommunikationsanbieter gleichen sich, eine Differenzierung über das Produkt ist daher kaum möglich. Yourfone hat das verstanden, daher ist es richtig, voll auf Social Media zu setzen und sich damit abzuheben." Yourfone ist zwar auch bei TV-Werbung präsent, der Großteil des Marketingbudgets dürfte allerdings ins Netz fließen. Ähnlich übrigens wie bei Konkurrent O2, hier ist bereits die Hälfte des Budgets für Internetaktivitäten verplant.

Die Frage, die sich dabei stellt, ist, wofür genau die Unternehmen ihr Geld im Web ausgeben. Fans in sozialen Netzwerken zu generieren, ist eine Sysiphus-Arbeit oder aber die Folge eines schlauen Einsatzes von Social-Media-Adds - also Werbung in sozialen Netzwerken, die meistens wiederrum auf die Fan-Page des betreffenden Unternehmens führt. So werden mit Gewinnspielen und Rabattaktionen Nutzer zu Fans der eigenen Marke gemacht. Die Unternehmen bezahlen mitunter fünfstellige Beträge, so Schätzungen von Branchenkennern, um sich ihre Fanbase auf Facebook zu erkaufen, die sie im Anschluss intensiv betreuen müssen, damit sie erhalten bleibt.

Wozu der Aufwand?

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