Zahlungsaufschub für Capricorn: Nürburgring-Investor hat Ärger mit EU-Kommission

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Nürburgring

von Florian Zerfaß, Franz W. Rother und Silke Wettach

Der Automobilzulieferer Capricorn hat für die Zahlung der zweiten Nürburgring-Kaufpreisrate von fünf Millionen Euro einen Aufschub bis zum 31. Oktober bekommen. Trotzdem will er am Kauf festhalten.

Nach Informationen der WirtschaftsWoche hat Insolvenz-Sachwalter Jens Lieser das Zahlungsziel für die ursprünglich Ende Juli fällige Rate allerdings eigenmächtig geändert und damit für Unmut im Gläubigerausschuss gesorgt, dessen Zustimmung nicht eingeholt wurde. Lieser rechtfertigte sein Vorgehen auf Nachfrage der WirtschaftsWoche, eine erneute Zustimmung des Gläubigerausschusses für die Änderung der Zahlungsfristen sei nicht erforderlich gewesen.

Eigentlich sollte Capricorn 15 Millionen Euro in drei Raten als Anzahlung für den Kaufpreis von 77 Millionen Euro zahlen. Laut Capricorn-Chef Robertino Wild sind Probleme mit der EU-Kommission der Grund für den Zahlungsaufschub. Die EU-Kommission, die wegen des Verdachts von unzulässigen Beihilfen des Landes Rheinland-Pfalz für den Nürburgring in Höhe von rund einer halben Milliarde Euro ermittelt, muss dem Verkauf an Capricorn zustimmen. Die Entscheidung darüber hat die Kommission seit Juni mehrfach verschoben. “Das wird sich noch über Jahre hinziehen“, sagte Wild der WirtschaftsWoche, zumal er bei einer positiven Entscheidung der Kommission Klagen unterlegener Bieter vor den Europäischen Gerichten erwartet.

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Trotz der Probleme hält Wild am Kauf der Rennstrecke nach eigenen Angaben fest und denkt nicht an einen Rücktritt, obwohl er dies laut Vertrag bis zum 20. Dezember dürfte. Er sei auf alle Eventualitäten eingestellt. Sollte Brüssel bis Ende des Jahres kein grünes Licht geben, werde die Capricorn Nürburgring GmbH den Ring eben zunächst über eine Auffanglösung als Pächter betreiben, erklärte Wild.

In Brüssel liegen aktuell vier Beschwerden gegen den Verkauf des Rings an Capricorn vor. Einer der Beschwerdeführer, der Brite Meyrick Cox, kündigte an, er werde erneut eine Stellungnahme nach Brüssel schicken. Er sieht in dem Zahlungsaufschub für Capricorn eine weitere unzulässige Beihilfe. Und auch wegen des Pachtvertrags, der nicht ausgeschrieben worden war, sind bereits Hinweise bei der Kommission eingegangen.

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