Zwanziger über WM 2006: „Eindeutig, dass es eine schwarze Kasse gab“

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Zwanziger über WM 2006: „Eindeutig, dass es eine schwarze Kasse gab“

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Der damalige DFB-Präsident Theo Zwanziger und sein Nachfolger Wolfgang Niersbach im Jahr 2011: Schwere Vorwürfe gegen den aktuellen DFB-Präsidenten.

DFB-Präsident Wolfgang Niersbach gerät immer stärker in Bedrängnis. Vorgänger Theo Zwanziger bestätigt die Existenz einer schwarzen Kasse und greift Niersbach scharf an. „So, wie ich das sehe, lügt Niersbach.“

Es ist starker Tobak, den der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger aktuell über das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ verbreitet. „Es ist eindeutig, dass es eine schwarze Kasse in der deutschen WM-Bewerbung gab“, so Zwanziger im „Spiegel“. Und „es ist ebenso klar, dass der heutige DFB-Präsident davon nicht erst seit ein paar Wochen weiß, wie er behauptet, sondern schon seit mindestens 2005. So wie ich das sehe, lügt Niersbach.“

Laut Zwanziger ist die umstrittene 6,7-Millionen-Euro-Zahlung des deutschen WM-Organisationskomitees an den Katarer Mohammed Bin Hammam geflossen, der von 1996 bis 2011 Mitglied des Fifa-Exekutivkomitees war. Zwanziger beruft sich dabei auf ein Telefongespräch mit Horst R. Schmidt, dem ehemaligen Vizepräsidenten des deutschen WM-Organisationskomitees. Zwanziger hat von dem Gespräch, das am vergangenen Dienstag stattfand, ein Gedächtnisprotokoll angefertigt. Sowohl Schmidt als auch Bin Hammam ließen eine Anfrage des „Spiegel“ unbeantwortet.

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Für den amtierenden DFB-Präsidenten Niersbach wird es nach den Aussagen von Zwanziger nun immer enger. Niersbach hatte am Donnerstag auf einer Pressekonferenz behauptet, dass die Zahlung der umstrittenen 6,7 Millionen Euro nicht mit der WM-Vergabe in Verbindung stand. Vielmehr sei das Geld 2002 an die Fifa geflossen – der DFB habe sich dadurch einen Zuschuss des Weltfußballverbandes Fifa für die Organisation der WM 2006 gesichert.

Die Fifa widersprach der Darstellung Niersbachs umgehend. „Es entspricht in keinster Weise den Fifa-Standardprozessen und Richtlinien, dass die finanzielle Unterstützung von WM-Organisationskomitees an finanzielle Vorleistungen seitens des jeweiligen OKs oder seines Verbandes gekoppelt ist“, heißt es in einer Fifa-Mitteilung von Donnerstagnachmittag. Auch sonst haben die Ausführungen von Niersbach mehr Fragen aufgeworfen als Antworten gegeben. So blieb etwa unklar, warum das Organisationskomitee den Betrag nicht durch eigene Mittel oder einen Bankkredit finanzieren konnte.

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Auf die bisherige Berichterstattung des „Spiegel“ hat der DFB inzwischen reagiert: Dessen Anwalt Christian Schertz verlangt von dem Nachrichtenmagazin insgesamt vier Gegendarstellungen, die sich alle auf den angeblichen Stimmenkauf beziehen. Der „Spiegel“ hält die Gegendarstellungen für unbegründet. Von Schadensersatzforderungen des DFB an den „Spiegel“ ist inzwischen nicht mehr die Rede.

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