Und was ist mit den Mindestlöhnen? Die SPD regiert nicht mehr mit, trotzdem liegen noch Anträge beim Bundesarbeitsministerium, in weiteren Branchen Mindestlöhne einzuführen.
Entscheidend ist, dass nicht in die Tarifautonomie eingegriffen wird. Ich gehe davon aus, dass die Bundesregierung keinem Antrag stattgeben wird, mit dem geltende Tarifverträge verdrängt werden.
IG-Metall-Chef Berthold Huber hat für die Tarifrunde 2010 eine „zurückhaltende Lohnpolitik“ versprochen. Geht Ihnen da nicht das Herz auf?
Na ja, so euphorisch bin ich nicht. Warten wir mal ab. Weitere Belastungen wären jedenfalls kontraproduktiv. Der Aufschwung der Jahre 2005 bis 2008 war wesentlich darauf zurückzuführen, dass die Lohnabschlüsse moderat blieben und die Lohnstückkosten sanken.
Nach der gängigen Lohnformel setzt sich der Verteilungsspielraum aus Inflation und Produktivitätszuwachs zusammen. Derzeit liegt die Inflation bei null, die Produktivität ist abgestürzt. Wollen die Arbeitgeber nun etwa sinkende Löhne fordern?
Daran denkt im Arbeitgeberlager ernsthaft niemand. Wohl aber müssen Sonderleistungen wie etwa das Weihnachts- und Urlaubsgeld auf den Prüfstand. Damit müssen die Betriebe für einen Übergangszeitraum flexibel umgehen können, und dies ist in der Praxis auch der Fall.
Was halten Sie davon: Nullrunde bei den Gehältern, stattdessen Einmalzahlungen?
Wir verfügen in der Tarifpolitik über einen gut gefüllten Werkzeugkasten, einschließlich verschiedener Möglichkeiten, auf betrieblicher Ebene Abweichungen vereinbaren zu können. Diese Überlegung gehört dazu.
Halten Sie angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheit sehr kurze Laufzeiten von unter zwölf Monaten für empfehlenswert?
Auch dies ist eine denkbare Möglichkeit. Allerdings geben lange Laufzeiten den Unternehmen die notwendige Planungssicherheit, die sie gerade in unsicheren Zeiten benötigen. Eine Alternative: Tarifabschlüsse mit Korrekturklausel, mit der die Tarifpartner nachjustieren können, wenn sich die Lage wesentlich verändert.
Die IG Metall schlägt vor, die Arbeitszeit in Krisenbetrieben auf 28 Stunden zu verringern. Warum sind Sie Gesamtmetall-Chef Kannegiesser so in die Parade gefahren, der die Idee nicht schlecht fand?
Herr Kannegiesser hat etwas anderes zur Diskussion gestellt als die IG Metall. Die Gewerkschaft will die Möglichkeit für eine mehrjährige Arbeitszeitverkürzung mit einem steuer- und beitragsfreien Teillohnausgleich schaffen. Das lehne ich ab. Wir bemühen uns darum, die Kurzarbeit-Regeln zu verlängern, und sollten kein neues Fass aufmachen. Es ist nicht zu vertreten, dass Unternehmen, deren Auslastung auf Dauer sinkt, ihre strukturellen Beschäftigungsprobleme zulasten des Staates und der Beitragszahler lösen. Das Ziel von Gesamtmetall, den Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung besser anwendbar zu machen und 2010 zusätzliche Lösungen zu suchen, unterstütze ich.
Wäre es nicht besser, wenn die Arbeitgeber in zentralen Fragen wie der Arbeitszeit eine einheitliche Position vertreten?
Doch. Sie können sicher sein, dass wir die Vorschläge der IG Metall gemeinsam zurückweisen.














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Alle Kommentare lesen25.11.2009, 11:36 UhrAnonymer Benutzer: Rolf Hess
"Arroganz des Geldes" verweigert
Kraftstoff für die Wirtschaft
Spekulanten an den großen börsen der Welt haben dem Mittelstand die Luft zum Atmen genommen. Zur Lösung der Kreditklemme wäre mein Vorschlag, neue Regionalbörsenplätze für mittelständische Unternehmen aufzubauen.
Deutschlandweit könnten zehn neue Regionalbörsen, zum beispiel unter der Regie der industrie- und Handelskammern (iHK), den Markt machen.
Mittelständler ab einer Million Euro Umsatz - interessante Geschäftsidee, Transparenz und professionelles Management vorausgesetzt - sollten sich als kleine Aktiengesellschaften an einer der Regionalbörsen bewerben.
Würde nur jeder dritte Deutsche Aktien kaufen, so meine Prognose, gäbe dies für die Märkte einen unglaublichen Auftrieb. Von den ca. 12.500 Aktiengesellschaften in Deutschland sind bisher nur 1.000 an einer börse notiert. Einen Ausweg aus der sich verschärfenden Kreditklemme bietet dieser Weg allemal.
Der Mittelstand sollte sich das Geld über die börse zurückholen, das ein "Club" von international agierenden Spekulanten mit schier krankhafter Gier aus den Geldtöpfen der Allgemeinheit entnommen hat. Mit der Finanz- und Wirtschaftskrise ist diese Fehlentwicklung offen zu Tage getreten. billionen von Euros sind von Fonds, banken, börsen, Versicherungen, aber auch kirchlichen Organisationen und begüterten Privatpersonen in den Steueroasen der Welt gebunkert worden.
Pensionsfonds mittelständischer Unternehmen haben in Hedge-Fonds ("Heuschrecken") investiert, die dann Arbeitsplätze im Mittelstand vernichtet haben.
Jetzt sitzen die Unternehmen, die 80 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland beschäftigen, auch noch
in der Kreditklemme. "Die Arroganz des Geldes" in den banken verweigert den dringend benötigten Kraftstoff, um die Wirtschaft anzutreiben.
Rolf Hess
Value Alliance Turicum AG
Kreuzstraße 26
CH-8008 Zürich
Telefon +41(0) 44 505 02 37
E-Mail: info@vaturicum.ch
24.11.2009, 21:39 UhrAnonymer Benutzer: Marktzyniker
Soso, unser Arbeitgeberpräsident fordert einen Verbriefungsmarkt für unser Privatunternehmertum.
Soweit ist also unser viel gelobter Mittelstand herabgesunken, es muss auf Subprimeniveau um Kredite betteln. Tolle Privatwirtschaft, offenbar selbst in boomzeiten nichts verdient oder wegen der Steuer keine Rücklagen gebildet, oder ?
Tja spare zur rechten Zeit, dann hast Du in der Not !