Dieter Zetsche: Strom von der Tankstelle

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Daimler-Chef Dieter Zetsche will Smarts mit Elektromotor bauen

Der Daimler-Chef will 2012 Smarts mit Elektroantrieb anbieten. Auch Nissan drängt dann mit serienreifen Elektroautos auf den Weltmarkt.

Carlos Ghosn ist begeistert: „Grün ist cool. Das ist ein stabiler Trend, daran wird sich so schnell nichts ändern“, prognostiziert der Nissan-Chef. Deshalb will der japanische Autokonzern bereits von 2012 an Elektromodelle in großen Stückzahlen verkaufen. Auch für Daimler markiert das Jahr 2012 einen Einschnitt. Dann bietet der Stuttgarter Autohersteller erstmals eine Serienversion der Elektro-Smarts an. Derzeit lässt Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche das Modell in London testen. Rund 100 Elektro-Smarts fahren bereits durch die britische Hauptstadt. Daimler hat sie allerdings noch mit konventionellen Nickel-Metall-Hydrid-Akkus bestückt. Aber schon im kommenden Jahr will der Konzern Elektro-Smarts mit der leistungsfähigeren Lithium-Ionen-Batterie ausrüsten, die dann auch in anderen Metropolen getestet werden sollen. Dieser Batterietyp hält länger, speichert mehr Energie und kann öfter aufgeladen werden. Als möglicher Lieferant für die Kleinserie verhandelt Daimler dem Vernehmen nach unter anderem mit dem kleinen amerikanische Autounternehmen Tesla. Es bietet bereits ein reines Elektroauto mit einem Lithium-Ionen-Akkupack an, den Tesla selbst entwickelt hat. Von wem die Technik für den Elektro-Smart ab 2012 stammen soll, ist noch nicht entschieden. So prüft Daimler unter anderem, die Technik für die Serienproduktion selbst zu entwickeln. Die Batterie könnte künftig von einem anderen Zulieferer wie etwa Continental stammen. Der hannoverische Konzern fertigt bereits Lithium-Ionen-Akkus für Daimlers Hybrid-S-Klasse, die von einem kombinierten Elektro- und Benzinmotor angetrieben wird und im Herbst 2009 startet.

Nissan arbeite zwar auch weiter an neuen Hybrid- und Brennstoffzellen-Techniken, sagt Konzernchef Ghosn, „der Schwerpunkt liegt bei uns jetzt aber auf dem Elektroantrieb“. Die Marktchancen dafür hätten sich „dramatisch verbessert“. Zunächst will Nissan Elektroautos in Israel und Dänemark absetzen. Der Verkauf soll 2010 starten. Kooperationspartner ist Ex-SAP-Vorstand Shai Agassi. Dessen Unternehmen Project Better Place vermarktet ein Konzept, bei dem leere Batterien an Tankstellen ausgewechselt werden, statt sie daheim lange aufzuladen.

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„Unsere Elektroautos werden nicht mehr kosten als ein normales Auto“, sagt Nissan-Chef Ghosn, „und das Wechseln einer Batterie wird günstiger sein als Volltanken.“

Zudem fördern Israel und Dänemark den Kauf dieser Elektrofahrzeuge. Die neuen Besitzer erhalten Prämien und Steuervergünstigungen von jeweils bis zu 5000 Euro. Ferner hat Israel dem Nissan-Konsortium zugesichert, dass es diese Technologie dort zehn Jahre lang exklusiv anbieten darf. Im Laufe des Jahres 2010 will Nissan mit seinen Elektroautos auch in Japan und den USA starten, 2012 weltweit.

Die Zeit drängt. Denn die EU will die Autohersteller zwingen, den CO2-Ausstoß ihrer Flotten drastisch zu verringern. Und in den USA hat Kalifornien die Vorreiter-Rolle übernommen. Der Bundesstaat verlangt von den Autobauern, dass bis 2014 mindestens 7500 abgasfreie Autos in Kalifornien zugelassen sind.

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