Discounter: Warum Aldi & Co. immer wieder die Preise senken

Discounter: Warum Aldi & Co. immer wieder die Preise senken

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Aldi

von Mario Brück

Günstigere Rohstoffe, härtere Konkurrenz: Warum Aldi & Co. zum zehnten Mal in diesem Jahr die Lebensmittelpreise senken.

Die Preise für Lebensmittel werden nicht weiter fallen. Davon zeigte sich Sabine Eichner Lisboa, Geschäftsführerin bei der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie, felsenfest überzeugt: „Die neunte Preissenkungswelle seit Jahresbeginn ist eingeläutet, die Ernährungsindustrie hat alle Möglichkeiten ausgereizt.“ Das war vor knapp drei Wochen.

Gut eine Woche später musste die Lobbyistin erkennen, dass sie falsch lag. Aldi Süd und Nord bretterten in eine neue, die zehnte, Senkungsrunde, insbesondere bei Käse und Fleisch: Sieben von 30 verbilligten Waren waren Käseprodukte, wie etwa geriebener Emmentaler der Eigenmarke Alpentaler im 200-Gramm-Beutel, der von 1,15 auf 1,09 Euro reduziert wurde. Neun Fleisch- und Wurstwaren fielen im Preis. So kostet das Pfund gemischtes Hack statt 1,95 nur noch 1,89 Euro.

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Seit Jahresbeginn herrscht im Lebensmittelhandel ein Preisgemetzel. „In 2009 bereits über 1000 Artikel im Preis gesenkt“, schreit es dem Kunden aus einem Handzettel der Discounter Netto und Plus entgegen. Das Personal in den Läden kommt mit dem Kleben neuer Preisschilder kaum hinterher. An der Preisfront tobt der Kampf darum, wo der Deutsche mit seinem Einkaufszettel hingeht.

Identische Preise

Es ist immer wieder das gleiche Spiel: Aldi will sich als Preisführer positionieren und wütet mit dem Rotstift. Aber weil alle anderen Händler mitziehen, führt diese Strategie nicht mehr zu den gewünschten Erfolgen. Denn mittlerweile ist es preislich relativ egal, durch welchen Discounter der Kunde seinen Einkaufswagen schiebt. Keine 24 Stunden nach der neuerlichen Aldi-Attacke herrschen in Deutschland schon wieder Einheitspreise. So kostet auch bei Lidl der geriebene Emmentaler 1,09 Euro und bei Penny das Hackfleisch selbstverständlich auch 1,89 Euro.

Warum also treiben die Billigketten, allen voran Aldi, die Preise trotzdem weiter in den Keller? Zwar argumentiert Aldi in Anzeigen und Mailings, dass die Einkaufspreise für bestimmte Produkte günstiger geworden seien, und „immer, wenn wir Artikel preiswerter einkaufen können, geben wir diesen Preisvorteil an Sie weiter“. Doch ist das nur einer von vier Beweggründen für Aldis Preisoffensive.

Billigere Rohstoffe

Dass sich die Preissituation auf den weltweiten Rohstoffmärkten deutlich entspannt hat, steht außer Frage und zeigt überdies, dass die Mechanismen der Marktwirtschaft funktionieren. Die Rohstoffpreise waren wegen einer weltweit starken Nachfrage gestiegen. Im Frühjahr und Sommer 2008 hatten Preiserhöhungen bei Nahrungsmitteln die Inflation in Deutschland in die Höhe getrieben. Mit der Rezession sinkt die Nachfrage und damit fallen auch die Preise wieder.

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