Discountpreise: Billiger Käse, wütende Bauern

Discountpreise: Billiger Käse, wütende Bauern

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Ein Regal mit Käse in einem Supermarkt in Karlsruhe: Deutschlands Discounter senken ihre Preise für Milchprodukte deutlich - die Bauern sind wütend

Nicht nur die Milch macht’s: An Deutschlands Supermarktkassen beginnt eine neue Preisschlacht. Um bis zu 30 Prozent drücken Discounter wie Aldi, Lidl und Penny, aber auch Supermärkte wie Edeka und Tengelmann die Preise.

Nach dem Höhenflug in den vergangenen Monaten kommen die Lebensmittelpreise in Deutschland ins Rutschen. Praktisch im Gleichschritt senkten seit Wochenbeginn Deutschlands größte Discounter die Preise für zahlreiche Produkte vom Apfelsaft bis zum Zucker. Im Einzelfall erreichten die Preisabschläge bis zu 35 Prozent. Die klassischen Supermärkte wollen nun nachziehen.

Die Zeit der dramatischen Preiserhöhungen im Lebensmittelhandel scheint damit erst einmal vorbei. Im Frühjahr und Sommer hatten Preissteigerungsraten von acht Prozent und mehr bei Nahrungsmitteln die Inflation in Deutschland mit in die Höhe getrieben.

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Doch mit der Finanzkrise, dem Einbruch des Ölpreises und dem Rückgang der Rohstoffpreise scheint nun auch bei den Lebensmitteln eine Gegenbewegung einzusetzen. Zwar hatten in den vergangenen Monaten noch zahlreiche Markenartikelhersteller Preiserhöhungen angekündigt. Doch in den so genannten Jahresgesprächen mit dem Handel haben Industrie  und Landwirte zunehmend schlechte Karten, heißt es in der Branche. Was den Verbrauchern entgegen kommt, ist vor allem für die Milchbauern ein herber Rückschlag.

Resignation und blanke Wut

Im Sommer hatten die Landwirte für höhere Preise demonstriert und über mehrere Tage die Milchlieferungen komplett gestoppt. Der Handel hatte dem Druck damals nachgegeben und die Preise erhöht. Doch das ist wieder vom Tisch, seit Preisführer Aldi den Preis für einen Liter frische Vollmilch am Montag um 13 Cent auf 55 Cent senkte. Auch die Preise für Butter, Quark und weitere Milchprodukte sind bei großen Lebensmittelhändlern auf Talfahrt. Hintergrund des Preisverfalls ist ein Überangebot auf dem Milchmarkt.

Angesichts des Preisverfalls bei Milch rechnet der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) bereits damit, dass viele Bauern bei der Bundestagswahl 2009 die Parteien der großen Koalition abstrafen werden. „Es wird keinen organisierten Protest geben. Aber die Bauern sind maßlos enttäuscht und werden bei der Wahl ihre Konsequenzen ziehen“, sagte BDM-Chef Romuald Schaber. Enttäuschung, Resignation und blanke Wut sei bei den Milchbauern im Land spürbar, sagte Schaber. Dass derlei Aussagen die Handelskonzerne beeindrucken, ist allerdings kaum zu erwarten.

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