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Discountpreise: Billiger Käse, wütende Bauern

von Henryk Hielscher mit dpa

Nicht nur die Milch macht’s: An Deutschlands Supermarktkassen beginnt eine neue Preisschlacht. Um bis zu 30 Prozent drücken Discounter wie Aldi, Lidl und Penny, aber auch Supermärkte wie Edeka und Tengelmann die Preise.

Ein Regal mit Käse in einem Quelle: AP
Ein Regal mit Käse in einem Supermarkt in Karlsruhe: Deutschlands Discounter senken ihre Preise für Milchprodukte deutlich - die Bauern sind wütend Quelle: AP

Nach dem Höhenflug in den vergangenen Monaten kommen die Lebensmittelpreise in Deutschland ins Rutschen. Praktisch im Gleichschritt senkten seit Wochenbeginn Deutschlands größte Discounter die Preise für zahlreiche Produkte vom Apfelsaft bis zum Zucker. Im Einzelfall erreichten die Preisabschläge bis zu 35 Prozent. Die klassischen Supermärkte wollen nun nachziehen.

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Die Zeit der dramatischen Preiserhöhungen im Lebensmittelhandel scheint damit erst einmal vorbei. Im Frühjahr und Sommer hatten Preissteigerungsraten von acht Prozent und mehr bei Nahrungsmitteln die Inflation in Deutschland mit in die Höhe getrieben.

Doch mit der Finanzkrise, dem Einbruch des Ölpreises und dem Rückgang der Rohstoffpreise scheint nun auch bei den Lebensmitteln eine Gegenbewegung einzusetzen. Zwar hatten in den vergangenen Monaten noch zahlreiche Markenartikelhersteller Preiserhöhungen angekündigt. Doch in den so genannten Jahresgesprächen mit dem Handel haben Industrie  und Landwirte zunehmend schlechte Karten, heißt es in der Branche. Was den Verbrauchern entgegen kommt, ist vor allem für die Milchbauern ein herber Rückschlag.

Resignation und blanke Wut

Im Sommer hatten die Landwirte für höhere Preise demonstriert und über mehrere Tage die Milchlieferungen komplett gestoppt. Der Handel hatte dem Druck damals nachgegeben und die Preise erhöht. Doch das ist wieder vom Tisch, seit Preisführer Aldi den Preis für einen Liter frische Vollmilch am Montag um 13 Cent auf 55 Cent senkte. Auch die Preise für Butter, Quark und weitere Milchprodukte sind bei großen Lebensmittelhändlern auf Talfahrt. Hintergrund des Preisverfalls ist ein Überangebot auf dem Milchmarkt.

Angesichts des Preisverfalls bei Milch rechnet der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) bereits damit, dass viele Bauern bei der Bundestagswahl 2009 die Parteien der großen Koalition abstrafen werden. „Es wird keinen organisierten Protest geben. Aber die Bauern sind maßlos enttäuscht und werden bei der Wahl ihre Konsequenzen ziehen“, sagte BDM-Chef Romuald Schaber. Enttäuschung, Resignation und blanke Wut sei bei den Milchbauern im Land spürbar, sagte Schaber. Dass derlei Aussagen die Handelskonzerne beeindrucken, ist allerdings kaum zu erwarten.

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8 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 07.11.2008, 19:31 UhrAnonymer Benutzer: Ric

    inzwischen gibt es zwar keine Milchseen und butterberge mehr in der EU aber nach wie vor eine riesige Überproduktion. Gleichwohl rauchen die Landwirte ein auskommen, die Überschüsse in Afrika zu verklappen ruiniert aber nur die dortige Landwirtschaft. Und aus Landwirten Energiebauern zu machen scheitert am öffentlichen Widerstand unter symbolischen Anklagen wie dass man Weizen nicht verbrennen solle (freilich gibt es auf der Welt mehr als genug Nahrungsmittel, sie sind nur sehr ungleich verteilt - auch gibt es inzwischen mehr Übergewichtige als Hungernde auf diesem Planeten). Die Landwirte die ihren beruf lieben und darum nicht aufgeben wollen sitzen in einer Klemme.

    Davon abgesehen bin ich als Normalbürger trotzdem froh. ich kann diesen bericht nur bestätigen. ich führe noch ein klassisches Haushaltsbuch, bei den Grundnahrungsmitteln sind die Preise seit dem Frühjahr auf meinem Kassenbon um bis zu 60%, im Schnitt aber um rund 1/4 gesunken! Und die Wirtschaftskrise hat noch nichtmal auf die Realwirtschaft durchgeschlagen, mit weiteren Preissenkunen darf man also getrost rechnen.
    Des einen Leid ist eben des anderen Freud..

  • 07.11.2008, 11:54 UhrAnonymer Benutzer: Rostu

    Wer zwingt eigentlich die bauern, ihre Waren zu den Preisen abzugeben? Wenn sie meinen, ihre Milch sei das Doppelte wert, müssen sie eben jemanden finden, der das Doppelte bezahlt. Finden sie keinen, ist das Pech. Geht aber den Kugellagerherstellern genauso.

  • 07.11.2008, 09:19 UhrAnonymer Benutzer: Pit

    Soll man die Leute zwingen Milch zu trinken und viel butter zu essen, damit die Preise wieder stimmen ??
    Nein Nein .. hier funktioniert die Wirtschaft noch .. Angebot und Nachfrage und keine subventionen ;-))

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