
Zuvor hatte der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) mitgeteilt, bei der Analyse der A-Probe einer von der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) veranlassten Trainingskontrolle am 8. Juni sei bei Sinkewitz ein erhöhter Testosteronwert festgestellt worden. Der Sportler werde, wie in einem solchen Fall üblich, vom BDR angeschrieben und müsse dann innerhalb von fünf Tagen erklären, ob er die Öffnung der B-Probe beantragen wolle. „Sollte die B-Probe den positiven Befund bestätigen, wird der BDR die Einleitung eines Verfahrens beim Bundessportgericht beantragen und Patrik Sinkewitz aus allen Kadern streichen“, hieß es. Der Teamchef von T-Mobile, Bob Stapleton, sagte, die Suspendierung von Sinkewitz entspreche dem normalen Vorgehen. Wenn sich das Ergebnis der A-Probe bestätige, werde Sinkewitz' Vertrag annulliert. Telekom will nach der Tour über das weitere Sponsoring entscheiden Telekom-Kommunikationschef Christian Frommert schloss in der ARD auf eine entsprechende Frage einen Ausstieg des Unternehmens aus dem Radsport nicht aus. Man werde nach Abschluss der Tour de France darüber entscheiden. „Wir müssen die Faktenlage prüfen“, sagte Frommert. Die derzeitigen Ereignisse seien „sehr, sehr enttäuschend und schockierend“ und ein „herber Rückschlag“ bei den Bemühungen um einen sauberen Radsport. Man könne nicht einfach zur Tagesordnung übergehen, betonte Frommert. Es sei davon auszugehen, dass auch die B-Probe von Sinkewitz positiv sein werde. Nach der Tour werde man alles „analysieren und beratschlagen und dann eine Entscheidung treffen“. Brender: „Gelbe Karte für die Tour“ ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender sprach von einer „Gelben Karte für die Tour“. Die ARD stellte die Übertragung bereits am Mittwochmittag ein und strahlte stattdessen am Nachmittag eine einstündige Sondersendung zum Thema Doping im Radsport aus. Der Beschluss gelte bis auf weiteres, sagte ARD-Sprecher Burchard Röver der AP. Brender sagte in Berlin, nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen Sinkewitz habe er am Mittwochmorgen mit dem ARD-Programmdirektor Günter Struve gesprochen: „Wir haben uns intensiv beraten über diesen Fall und haben entschieden, dass wir jetzt erst einmal bis zur Klärung des Falls aus der Tour aussteigen.“ In einer solchen Situation könnten die öffentlich-rechtlichen Sender nicht warten, bis das Radrennen zu Ende sei. Ende Mai hatten sich die ARD-Intendanten trotz der jüngsten Doping-Enthüllungen für die Übertragung des Radsport-Ereignisses entschieden. Sie behielten sich jedoch vor, auf neue Erkenntnisse oder aktuelle Entwicklungen hin zu reagieren. Struve sagte in der ARD, man habe vor der Tour mit den Rennställen gesprochen und diese hätten geschworen, „dass alles sauber ist“. Brender forderte die Verantwortlichen zum Durchgreifen auf. „Wir haben immer klar gemacht, dass wir einen Vertrag haben über eine Tour, einen Radsport, der mit sauberen Elementen laufen muss“, sagte er: „Wir wollen einen sauberen Sport.“ Mit dem Ausstieg aus der Tour-Berichterstattung wollten ARD und ZDF jetzt dazu beitragen, dass alle Beteiligten „endlich klar Schiff“ machten. „Die Tour steht unter einem ständigen Dopingverdacht“, betonte der ZDF-Chefredakteur.













