
Der Aufsichtsrat verlängerte den bis Ende Mai 2008 laufenden Vertrag des 64-Jährigen um drei Jahre, wie die Bahn am Mittwoch in Berlin mitteilte. Der Vorsitzende des Kontrollgremiums, Werner Müller, sagte, für die geplante Teilprivatisierung sei Kontinuität in der Führung unerlässlich. Der Aufsichtsrat gab zudem grünes Licht für eine Übernahme der britischen Güterbahn EWS und des spanischen Transport-Anbieters Transfesa. Mit der Vertragsverlängerung für den seit Ende 1999 amtierenden Mehdorn sei sichergestellt, dass der Konzern auch nach der geplanten Teilprivatisierung Kurs halten werde, sagte Müller. Das letzte große Staatsunternehmen soll nach einem Beschluss des Bundestags bis 2009 an den Kapitalmarkt gehen. Der Bahn-Vorstand strebt dies bereits bis Mitte 2008 an. Der Entwurf eines Privatisierungsgesetzes wird derzeit in der Bundesregierung abgestimmt. Für Mehdorns längere Dienstzeit wurde eine Ausnahme von der generellen Altersgrenze von 65 Jahren für Vorstandsmitglieder gemacht. Mit der Übernahme der beiden Güterbahnen in Großbritannien und Spanien will die Bahn ihr internationales Frachtgeschäft weiter ausbauen. Vorstellen wollen Mehdorn und Logistik-Vorstand Norbert Bensel die Akquisitionen an diesem Donnerstag in Frankfurt. Ein Kaufpreis wurde zunächst nicht genannt. Die Gesellschaft EWS (English Welsh & Scottish Railway) ist die größte britische Güterbahn. Die spanische Transfesa ist vor allem auf Schienentransporte für die Autoindustrie spezialisiert. Nach dpa-Informationen ist bei EWS eine vollständige Übernahme geplant und bei Transfesa eine Mehrheitsbeteiligung. Die Deutsche Bahn wandelt sich schon seit einigen Jahren vom nationalen Schienenverkehrsanbieter zu einem weltweit tätigen Logistik-Konzern. Im Jahr 2002 wurde die Spedition Schenker gekauft, Anfang 2006 kam der US-Logistik-Anbieter Bax Global dazu. Wie Mehdorn sagte, haben sich Umsatz und Ergebnis in den ersten fünf Monaten 2007 positiv entwickelt. „Die Ziele für dieses Jahr werden wir sicherlich erreichen, wenn keine außergewöhnlich negativen Umstände eintreten.“ Sorgen machten ihm aber Streikdrohungen im laufenden Tarifkonflikt. An diesem Samstag endet die Friedenspflicht. Die zweite Verhandlungsrunde für 134.000 Beschäftigte war gestern in Frankfurt ohne Annäherung zu Ende gegangen. Die Gewerkschaften Transnet und GDBA lehnten das Arbeitgeber-Angebot von zwei Erhöhungen um je zwei Prozent binnen 30 Monaten ab. Sie fordern sieben Prozent mehr Geld für zwölf Monate. Die Lokführergewerkschaft GDL, die nicht an den Gesprächen teilnimmt, hat bereits Warnstreiks für Anfang Juli angekündigt.













