Druck auf RWE wächst: Stromnetz anfälliger als bislang behauptet - Seite 3

Druck auf RWE wächst: Stromnetz anfälliger als bislang behauptet

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RWE hat unterdessen Vorwürfe von Fehlverhalten zurückgewiesen. Seit 2001 laufe ein Programm zur Mastsanierung. Im Vorfeld dieser Entscheidung war bekannt geworden, dass der für Hochspannungsmasten in Europa oft verwendete so genannte Thomasstahl spröde werden könnte. Der Energiekonzern habe vor Jahren seine Hochspannungsmasten daraufhin kontrolliert. Nach RWE-Angaben sind rund 70 Prozent der 2900 Masten der sanierungsbedürftigsten Kategorie bereits ausgetauscht oder erneuert worden. Bis 2015 sollen alle 28 000 Masten saniert sein. Spröder Stahl ist nach Ansicht der Wirtschaftsvereinigung Stahl nicht die Ursache für die Mastbrüche im Münsterland. „Es sind sowohl neue als auch alte Masten umgekippt“, sagte eine Sprecherin. Ursache sei vielmehr eine Überlastung durch Wind und Vereisung gewesen. Die Bundesnetzagentur wartet noch auf einen detaillierten Bericht des Energiekonzerns RWE. Eine Sprecherin sagte, Netzbetreiber seien nach dem neuen Energiewirtschaftsgesetz verpflichtet, jeweils bis zum 30. Juni die Behörde über Versorgungsstörungen im Vorjahr zu unterrichten. Für Materialprüfungen sei die Behörde nicht zuständig. Der Saarbrücker Energieexperte Uwe Leprich forderte eine unabhängige Untersuchung des Strom-Transportnetzes. „Wir brauchen eine Bestandsaufnahme, um zu wissen, wie der Zustand tatsächlich ist.“ Wie viel die Energiekonzerne in den vergangenen Jahren in die Instandhaltung des Netzes investiert hätten, sei nicht bekannt. „Das System ist nicht transparent.“ Diese Infrastruktur dürfe nicht in den Händen der großen Energieunternehmen bleiben. „Das Transportnetz gehört in öffentliche Hand.“ Holger Krawinkel, Energie-Experte des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, kritisierte im „ZDF-Mittagsmagazin“, dass die Netzentgelte und damit die Gewinne der Unternehmen „exorbitant“ gestiegen seien, während die Investitionen in die Netze zurückgegangen seien. „Ich kann dem Konzern (RWE) nur raten, die Unterlagen über die Stromversorgung wirklich offen zu legen“, um mögliche Gefahren im Stromnetz untersuchen zu können. (Der Beitrag des ZDF lag in redaktioneller Fassung vor.

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