Duisburg: Loveparade-Veranstalter bei Axa versichert

Duisburg: Loveparade-Veranstalter bei Axa versichert

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Tunnel zum Loveparadegelände

Die Untersuchung der Schuldfrage für die Toten bei der Loveparade wird sich noch lange hinziehen. Doch zumindest war der Veranstalter versichert: Bei Axa hatte er eine Haftpflicht über 7,5 Millionen Euro abgeschlossen.

Nach der tödlichen Massenpanik bei der Love-Parade in Duisburg rechnen die Ermittlungsbehörden nicht mit einer raschen Klärung der Ursache. „Das wird Wochen, wenn nicht Monate dauern“, sagte Staatsanwalt Rolf Haferkamp. Es müssten viele Zeugen ausfindig gemacht und befragt werden. Zudem würden Fotos und Videos vom Unglücksort ausgewertet. Nach seinen Angaben wurden bei der Katastrophe deutlich mehr Menschen verletzt als zunächstangenommen. „Die letze Zahl war 511.

Kritik richtete sich auch weiter gegen den Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU), der sich für dieAustragung der Love-Parade in der Ruhrgebiets-Stadt mit knapp 500.000 Einwohnern stark gemacht hatte. Sauerland war am Sonntagabend beim Besuch der Unglücksstelle ausgebuht worden.

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„Die Frage, ob wir uns etwas vorzuwerfen haben, beschäftigt mich ganz persönlich, lässt mich nicht ruhen“, erklärte er am Montag in einer persönlichen Stellungnahme. Die Forderung nach einem Rücktritt sei zwar nachvollziehbar. „Und dennoch müssen wir uns die Zeit nehmen dürfen, zunächst die schrecklichen Geschehnisse aufzuarbeiten.“

Loveparade mit 7,5 Millionen versichert

Für die Schäden zahlt der Verursacher der Massenpanik. Der müsse aber erst gefunden werden, sagte Christian Lübke, Sprecher des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft. „Es kann sein, dass am Ende die Richter darüber ein Urteil fällen müssen“.

Sollte der Veranstalter Lopavent schuldig sein, kann das Unternehmen seine Haftpflichtversicherung geltend machen. Lopavent hatte für die Musikparty eine Veranstalterhaftpflichtversicherung bei der deutschen Tochter des französischen Versicherungskonzerns Axa abgeschlossen, wie die „Financial Times Deutschland“ berichtet. „Lopavent ist mit einer Gesamtdeckungssumme von 7,5 Mio. Euro bei der Axa versichert“, sagte ein Sprecher des Versicherers dem Blatt.

Sollten Ansprüche über diese Deckungssumme hinaus entstehen, werde der Veranstalter dafür privat haften müssen. Gründer und Geschäftsführer von Lopavent ist Rainer Schaller, der auch die Fitnesskette McFit betreibt. Als Organisator der Loveparade musste Lopavent eine Veranstalterhaftpflicht haben. Das schreibe allein schon die Straßenverkehrsordnung vor, wenn öffentliche Straßen und Plätze von einer Veranstaltung tangiert seien, sagte Lübke.

Die Kosten für die Behandlung der Verletzten strecke erst einmal die Krankenversicherung vor, erklärte Lübke weiter. Die Kassen würden sich an den Veranstalter wenden. Geklärt werden müsse dann, wen möglicherweise eine Teilschuld treffe, wer Auflagen nicht befolgt oder nicht erlassen habe. „All das ist offen“, sagte Lübke. Wie lange sich die Regulierung hinzieht, ist laut „Financial Times Deutschland“ noch unklar. Steht aber schon im Vorfeld fest, dass der Versicherer haftet, kann er vorläufig zahlen, muss dies aber nicht. Der Axa-Sprecher wollte keine Stellung dazu nehmen, wie sich die Versicherung verhalten werde. „Wir haben Verantwortung als Versicherer. Dass wir dazu stehen, ist keine Frage“, sagte er lediglich.

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