Dutchy Originals: Prince Charles trimmt seine Ökomarke auf Expansion

Dutchy Originals: Prince Charles trimmt seine Ökomarke auf Expansion

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Prince Charles: Der englische Thronfolger ist heute 60 Jahre alt.

Der englische Thronfolger Prince Charles feiert heute seinen 60. Geburtstag. Zu diesem Jubiläum startet er auch mit seiner Ökomarke Duchy Originals durch - und exportiert Kekse und Konfitüren nach Übersee.

Mit Anita Roddick hat Seine Königliche Hoheit, Charles Philip Arthur George, Prinz von Wales, nun wirklich nichts gemein. Anders als die Hippie-Unternehmerin und spätere Millionärin, die 1976 die Körperpflege-Kette The Body Shop gründete, repräsentiert Charles den englischen Aristokraten alter Schule. Nie würde er sich wie Roddick barfuß am Ufer des Amazonas von Indianerfrauen Rezepturen für neue Produkte erklären lassen. Lieber hüllt er sich in raues Tweed, trägt einen Siegelring am kleinen Finger und näselt mit einem Anflug leiser Selbstironie.

Und doch wandelt der älteste Sohn von Königin Elizabeth II. nun leise und ungewollt auf Roddicks Spuren. Denn nach dem Tod der Entrepreneurin vor gut einem Jahr ist Britanniens designierter Thronfolger nicht nur Englands bekanntester Ökounternehmer. Zu seinem 60. Geburtstag am kommenden Freitag setzt Seine Königliche Hoheit wie einst Roddick zur großen Globalisierung an. Duchy Originals – Charles’ Ökomarke für Kekse, Konfitüren und andere Lebensmittel – soll in die USA und nach Indien expandieren. Bis 2013 soll sich der Umsatz auf 200 Millionen Pfund (rund 248 Millionen Euro) vervierfachen. Zu diesem Zweck hat Prince Charles im September 2007 Andrew Baker, einen ehemaligen Manager des Süßwarenkonzerns Cadbury, als neuen Duchy-Chef engagiert. Der hat die Produktpalette von 300 auf 200 Artikel zusammengestutzt und will das edle Gebäck mit dem Krönchen in kleineren Päckchen vertreiben, damit auch Kunden mit schmalerem Geldbeutel zugreifen.

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Prinz Charles denkt weder ans Pensionärsdasein noch an die Nachfolge seiner betagten Mutter. Trotz seines Rufs als weltfremder Spinner hat er es geschafft, seine vor 18 Jahren gegründete Ökoedelmarke über die Grenzen Großbritanniens hinweg zu etablieren. Auch in Deutschland – hinter Australien sein zweitgrößter Exportmarkt – erfreuen sich Biokekse, Earl-Grey-Tees und Edelkonfitüren von Duchy Originals trotz gesalzener Preise zunehmender Beliebtheit. Der Prinz mischt sich nicht ins Tagesgeschäft ein, probiert aber alle neuen Produkte aus. Er ist Ideengeber, spendete das Startkapital, sein Anwesen High Grove lieferte einst organisches Fleisch und andere Grundstoffe für Bio-Lebensmittel von Duchy Originals. Auch wenn inzwischen andere Lieferanten hinzugekommen sind, gelten die strengen Anbaumethoden auf den Ländereien des Prinzen immer noch als Referenzkriterien für alle Duchy-Bauern. So soll das edle Image der Marke das geplante Wachstum überstehen. Und Charles’ Name bürgt für die Qualität der Produkte.

Seit drei Jahrzehnten bemüht sich der ewige Kronprinz – oft belächelt – um eigene Identität. Am 5. Dezember erhält der Hoflieferant nun gemeinsam mit Pop-Sängerin Annie Lennox in Düsseldorf den erstmals verliehenen Deutschen Nachhaltigkeitspreis, der unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler steht.

Charles zielt vor allem auf sogenannte Lohas, Menschen, die sich einem „Lifestyle of Health and Sustainability“ verschrieben haben. Die geben gern viel Geld aus für einen gesunden und nachhaltigen Lebensstil: zum Beispiel 5,49 Euro für 250 Gramm Duchy-Butterkekse oder 7,90 Euro für das Glas „Sevilla Orange-Marmelade“ aus dem Hause Windsor. „Das sind absolute Premiumprodukte“, schwärmt Tobias Krötz vom Importeur Top Food aus Heilbronn, der Duchy Originals in Deutschland vertreibt. Der Prinz stehe „für den Schutz der Erde“ und für nachhaltige Erzeugung. Deutsche Kunden liebten zudem das Britische und schätzten, dass der Gewinn von Duchy Originals wohltätigen Zwecken zugute kommt, vor allem Hilfen für Jugendliche. Das ändert sich jetzt aber, weil ein Teil des Gewinns für die Expansion gebraucht wird.

Die allerdings fällt in eine ungünstige Zeit. „Unsere größte Herausforderung ist, dass die Supermärkte Premiumprodukten weniger Platz in ihren Regalen einräumen“, sagt Dutchy-Chef Baker: „Wir spüren die Rezession bereits“.

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