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E-Mobil-Index : Deutschland fällt beim Elektroauto weiter zurück

von Martin Seiwert

Zum 125-jährigen Jubliläum des Autos, dessen Erfindung durch Carl Benz am 29. Januar gefeiert wird, ist Deutschland gegenüber anderen Autonationen beim Elektroauto zurück gefallen.

Das zeigt der aktuelle Elektroauto-Index Evi (Electric Vehicle Index), den die WirtschaftsWoche in Zusammenarbeit mit der Unternehmensberatung McKinsey vierteljährlich veröffentlicht. Demnach hat Japan im Laufe des vergangenen Jahres Deutschland überholt und vom dritten auf den vierten Platz verwiesen. Auf den Plätzen 1 und 2 liegen weiterhin die USA und Frankreich. Nur noch knapp hinter Deutschland auf Platz 5 liegt Aufsteiger China, das Anfang des vergangenen Jahres noch den sechsten Rang belegte.

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Als Ursache für die Verschiebung nennt die Unternehmensberatung McKinsey außergewöhnliche Verbesserungen der Rahmenbedigungen für Elektroautos in Japan und China im zurückliegenden Jahr, die vor allem in staatlichen Förderprogrammen zu sehen sind. Vor diesem Hintergrund hätten Japan und China 2011 beste Chancen, beim Elektroauto vollends in das Spitzenfeld der Autonationen vorzustoßen.

Damit ist nach Meinung von McKinsey das Ziel der Bundesregierung, Deutschland bis 2020 zu einem Leitmarkt für Elektromobilität zu machen, ernsthaft in Gefahr. „Vielen in Industrie und Politik wird derzeit bewusst ", so die Unterternehmensberatung in der WirtschaftsWoche, "dass ein Leitmarkt in dem Sinne, dass hier am meisten Elektroautos verkauft und produziert werden, bis 2020 kaum noch zu erreichen ist.“

Die Branche drängt daher die Bunderegierung, den Markt mit Kaufprämien anzukurbeln. Daimler-Chef Zetsche droht sogar mit einer Abwanderung der Elektroauto-Technologie, sollte es keine ausreichende Förderung geben: „Wenn Deutschland sagt, wir verzichten, die Industrie kann sich Märkte woanders suchen, okay, dann werden wir es tun.“

Matthias Wissmann, Chef des Automobilverbandes VDA, sieht jedoch in der Entwicklung auf Anfrage noch keinen Grund zur Beunruhigung: „Entscheidend ist nicht, wer am Anfang vorne liegt“, s o Wissmann gegenüber der WirtschaftsWoche , „sondern wer als Erster ins Ziel kommt. Die deutschen Automobilhersteller wollen nicht mit den ersten Elektroautos auf den Markt, sondern mit den besten.“

Der Elektro-Auto-Index Evi wird von der WirtschaftsWoche in Zusammenarbeit mit McKinsey seit einem Jahr erstellt und gibt an, zu wie viel Prozent ein Land die Elektromobilität erreicht, die Experten für das Jahr 2020 vorhersagen. Gemessen werden die Nachfrage und die Produktion von Elektroautos in den zwölf größten Autonationen. Der Evi ist weltweit der einzige Index dieser Art.

Die Evi-Ergebnisse im einzlnen: USA (1), Frankreich (2), Japan (3), Deutschland (4), China (5), Italien (6), Korea (7), Dänemark (8), Großbritannien (9), Portugal (10), Spanien (11), Irland (12)

4 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 24.01.2011, 10:26 UhrAnonymer Benutzer: H. K. Luck

    Wenn die Regierung das E-Auto subventioniert verliehrt sie gleich mehrfach.

    1. Die Ausgaben fehlen beim Schuldenabbau
    2. Da Elektroautos kein Öl verbrauchen, fehlen Steuereinnahmen aus der Minaeralölsteuer. Wer wird dann belastet?
    3. Es gibt keine Garantien, dass Mercesdes nicht irgendwann doch im preiswerten Ausland produziert.

    irgendwann kommt jede branche und verlangt Subventionen. Wenn alle Subventionen gestrichen werden, könnte in Deutschland die MWST abgeschafft werden, und unterm Strich hätte die Regierung nicht weniger Geld. Subvention ist ein perverses System und gehört schnell abgeschafft.

  • 23.01.2011, 13:39 UhrAnonymer Benutzer: J. Berblinger

    in den guten vergangen Jahren haben die deutschen Konzerne in wirtschaftliche Abenteuer wie Chrysler und Nobelprodukte wie den Phaeton investiert anstatt in Zukunftstechnologie. Die Wasserstofftechnologie, die als einzige wirklich schadstofffrei ist, zumindest was die Abgase angeht wenn der Wasserstoff mit Solarstrom gewonnen wird, wurde bestenfalls stiefmütterlich behandelt. Jetzt kommt natürlich der Ruf nach Staatshilfe - und was bleibt anderes übrig, wenn wir in Deutschland wenigstens noch in diesem bereich zukünftig Wertschöpfung sichern wollen. Was der Staat tun muss und kann ist die Schaffung von infrastruktur, z.b. Wasserstofftankstellen und Produktionsstätten in den Ländern mit hoher Sonneneinstrahlung. Diese infrastruktur könnte durch Sondersteuern auf Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren ab 2015 finanziert werden. bis dahin sollten ja einige deutsche Produkte für den Markt verfügbar sein.

  • 23.01.2011, 12:21 UhrAnonymer Benutzer: Icke

    So lange der Schwerpunkt auf Design, Fugen und elektronischen Schnickschnack gelegt wird , werden die Deutschen Automibilbauer noch weiter hinter Frankreich und Amerika zurückliegen.

    Es wird viel zu viel ingenieurleistung für die Umsetzung des Designs verbraucht.
    Wenn sich in dem Tempo die Computer entwickelt hätten, wie es die Automobil industrie getan hat , hätten wie heute immer noch den C 64 von Commodore, nur mit immer wieder neuem Design.

    ich finde es ausverschämt , das die Automobil industrie jetzt nach Fördergeldern für die E Mobilitat schreit.

    Es wäre langsam mal ein Umdenken nötig.

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