E-Postbrief: De-Mail: Sabotagevorwurf an Deutsche Post

E-Postbrief: De-Mail: Sabotagevorwurf an Deutsche Post

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Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Post, Frank Appel, bekam 2009 4,436 Millionen Euro.

 

Foto: dpa

von Thomas Stölzel

Deutsche Telekom und United Internet werfen der Deutschen Post vor, die Einführung des geplanten E-Mail-Dienstes De-Mail zu sabotieren.

Den Nationalen IT-Gipfel am vergangenen Dienstag in Dresden boykottierte die Führung der Deutschen Post aus Protest. Besuchte Bundeskanzlerin Angela Merkel doch medienwirksam den Stand des De-Mail-Konsortiums, hinter dem die Deutsche Telekom sowie die GMX- und Web.de-Mutter United Internet stehen. Versuche der Post, auf höchster Ebene den Besuch zu stoppen, waren gescheitert. Unter dem Namen De-Mail wollen die zwei Telekommunikationsunternehmen im nächsten Frühsommer einen E-Mail-Dienst starten, der behördlich anerkannt ist. Die Post betrachtet die De-Mail als massive Konkurrenz zum eigenen kostenpflichtigen E-Postbrief, einer kürzlich eingeführten neuartigen E-Mail für vertrauliche Information, die bei Bedarf auch in Papierform zugestellt wird. Mit ihr versucht Post-Chef Frank Appel, seinen Konzern fit für die Zukunft zu machen – mit aller Macht.

Postident verweigert

E-Postbrief

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Jetzt werfen die zwei Telekommunikationskonzerne dem gelben Briefriesen vor, seit Monaten durch missliebige Aktionen und intensive Lobbyarbeit die Vorbereitungen auf den E-Mail-Dienst De-Mail zu torpedieren. So weigere sich die Post unter anderem vehement, der Telekom und United Internet ihr Postident-Verfahren anzubieten. Via Postident wollten sie eigentlich in Postfilialen einmalig die Identität des Nutzers anhand des Personalausweises prüfen lassen – bevor der seine De-Mail-Adresse erhält. Postident ist derzeit in Deutschland der Standard für Identitäts-Checks und wird unter anderen von Kreditkartenunternehmen und Banken genutzt. Inzwischen hat United Internet eine Klage vor dem Landgericht Köln eingereicht, mit der das Unternehmen die Post zwingen will, auch der De-Mail diese Dienstleistung anzubieten. Die Verhandlung beginnt am 23. Dezember. „Die Post versucht, die Einführung der De-Mail zu verzögern, um zuvor ihren E-Postbrief im Markt etablieren zu können“, heißt es bei United Internet. Zeitgleich prüft die Telekom, als Alternative zur Post die öffentlich-rechtlichen Sparkassen anzuheuern, die einmalige Identitätsprüfung der Nutzer vorzunehmen, ist aus dem Konzern zu hören.

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Ein Post-Sprecher begründet die Widerspenstigkeit seines Unternehmens so: „Wir torpedieren nichts, aber wir stehen ja bald im Wettbewerb zueinander.“ Doch nicht nur das verweigerte Postident-Verfahren bringt die Manager von Telekom und United Internet auf die Palme.

Bald im Wettbewerb

So vermutet man auch, dass die Post hinter einer Debatte um Sicherheitslücken der De-Mail steckt. In der geht es darum, dass die E-Mails im Rechenzentrum auf Viren geprüft werden. Das sei ein Angriffspunkt für Hacker. Die Telekom widerspricht. Der Konzern habe Hacker etwa vom Chaos Computer Club engagiert. Ihnen sei es nicht gelungen, das System zu knacken. Die Post bestreitet indes, die Sicherheitsdebatte lanciert zu haben.

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