EADS: Airbus A380: Weitere Verzögerungen drohen

EADS: Airbus A380: Weitere Verzögerungen drohen

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Airbus-Chef Thomas Enders

Auch der neue Airbus-Chef Thomas Enders hat Ärger mit dem Superjumbo A380. Bei der Auslieferung drohen erneut Verzögerungen.

Um Thomas Enders ist es verdächtig still geworden, seit er vor neun Monaten Airbus-Chef wurde. Früher war der ehemalige Luftlande-Offizier ob seiner schnellen Entscheidungen gefürchtet. Doch auf seinem neuen Posten änderte er bisher wenig. Damit ist es nun vorbei.

Nachdem in der Produktion wiederholt Probleme auftraten, zieht Enders jetzt die Reißleine. Schon Mitte April ordnete er eine grundlegende Überprüfung des A380-Programms an. Ergebnisse liegen zwar noch nicht vor, doch klar ist bereits: Airbus muss den Zeitplan für Bau und Auslieferung des weltgrößten Passagierflugzeugs erneut verschieben. Die Kunden bereitete der Konzern in einem Brief bereits auf mögliche Verzögerungen vor. Der zuletzt im Oktober 2006 in aller Eile revidierte Plan sieht vor, dass Airbus in diesem Jahr 13 A380-Flieger ausliefert. Die Zahl werde wohl „nahezu“ erreicht, sagt ein Insider. Doch die für 2009 geplante Auslieferung von 25 Maschinen sei wohl nicht zu schaffen. Zudem sei es mehr als fraglich, so heißt es intern, „ob wir in absehbarer Zeit auf die geplante Fertigung von vier Maschinen pro Monat kommen.“

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Offiziell will sich Airbus nicht dazu äußern. Doch die Probleme sind offensichtlich. Vor allem die Komplexität des A380 macht den Ingenieuren zu schaffen. Da jede Fluggesellschaft eine eigene, höchst variantenreiche Innenausstattung wählt, ist die Fertigung sehr aufwendig. So heißt es in einem Flugblatt der französischen Gewerkschaft Force Ouvrière, die für die australische Fluglinie Qantas bestimmte Maschine mit der Nummer 26, die Ende 2008 ausgeliefert werden sollte, liege derzeit etwa drei Monate hinter dem Zeitplan. Es gebe Schwierigkeiten bei der Umstellung von der bisher per Hand erfolgten Kabelverlegung auf eine softwaregestützte industrielle Fertigung in der Endmontage in Toulouse.

Trotz der Probleme herrscht in der Führungsspitze des Konzerns ungewohnte Einigkeit zwischen Deutschen und Franzosen. Airbus-Chef Enders und Louis Gallois, Chef der Airbus-Mutter EADS, zögen an einem Strang, heißt es im Unternehmen. Schuldzuweisungen wie unter Gallois Vorvorgänger Noel Forgeard gebe es nicht mehr. Zudem nimmt Enders jede Woche an den Sitzungen im Bereich der A380-Endmontage teil, um sich aus erster Hand zu informieren.

Hinzu kommen Qualitätsprobleme. Bei einem Probeflug eines A 380 über Hamburg wurden plötzlich Mängel an Zulieferteilen eines französischen Lieferanten entdeckt. Die Fehler waren aber offenbar nicht sicherheitsrelevant.

Um die technischen Defekte zu beheben, feuert Airbus-Chef Enders seine Mitarbeiter an und optimiert deren Einsatz. Ob das ausreicht, ist fraglich. Denn Airbus bräuchte dringend mehr Ingenieure, zumal neben der komplexen A380-Fertigung weitere anspruchsvolle Programme angelaufen sind: die Entwicklung und der Bau des A350 und des Militärtransporters A400 M.

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