EADS-Bilanz: Ein Trauerspiel

KommentarEADS-Bilanz: Ein Trauerspiel

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EADS Chef Louis Gallois

Die EADS-Bilanz hat deutliche Schrammen: Der Gewinn ist eigentlich deutlich niedriger als er aussieht. Nicht umsont ist das Unternehmen an der Börse mit gut acht Milliarden Euro weniger wert als das konzerneigene Sparbuch.

Ausdauer zeigen, das ist eines der drei Mottos der EADS auf ihrer Homepage im Internet. Und das ist auch bitter nötig. Denn auch wenn Konzernchef Louis Gallois heute Vormittag seine Bilanz gut gelaunt vorstellte. Allzu stolz darauf kann er nicht sein.

Sicher, das Unternehmen hat trotz der Krise Geld verdient und könnte den Auftragsbestand auf die schwindelerregende Höhe von etwa zehn Jahresproduktionen steigern. Doch im Detail hat der Abschluss kräftige Schrammen.

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Zum einen ist der Gewinn deutlich niedriger als er aussieht. Ohne einen Wechsel Bilanzierungsmethode und höhere Kundenanzahlungen wäre er am Ende nur etwa halb so hoch.

Zudem ist das Unternehmen beim Versuch die Abhängigkeit vom stark schwankende Geschäft mit Airbus-Zivilflugzeugen abzubauen, letztlich gescheitert. Sowohl im Verteidigungsbereich als auch bei Hubschraubern und Satelliten hat man deutlich weniger Bestellungen bekommen als Airbus.

EAD-Chef Gallois bleibt Antworten schuldig

Und dabei gehen die Probleme erst los. Wie schlimm es wird, da ist Gallois das zweite Motto seiner Website „Antworten geben“, teilweise schuldig geblieben. Noch immer ist völlig unklar, wie viele Milliarden der Militärtransporter A400M am Ende verschlingen wird. Dazu wackeln in allen Bereichen die Bestellungen.

Airbus-Chef Thomas Enders hat in diesem Jahr bislang mehr Orders verloren als neu hinzu bekommen. Auch beim Kampfflieger Eurofighter wackeln Bestellungen. Dazu kommen reichlich Mehrausgaben wie Forschung an neuen Modellen, erste Garantieleistungen für den Superjumbo A380 und Finanzhilfen für Fluglinien, die in der Rezession ihre Flieger nicht mehr bezahlen können. Und zu guter Letzt sorgt der wackelige Wechselkurs des Dollar für Unsicherheit.

Um da zumindest das dritte Motto seiner Website – Sicherheit bieten – einhalten zu können, hat Gallois alle neuen Ansätze wie Zukäufe erst mal gestoppt und vor allem Geld gehamstert. Gut neun Milliarden Euro hat die EADS auf der hohen Kante.

Doch das überzeugt seine Aktionäre offenbar nicht. Denn an der Börse ist das Unternehmen mit gut acht Milliarden Euro weniger wert als das konzerneigene Sparbuch. Das einstige Vorzeigeunternehmen der europäischen Wirtschaft ist derzeit eher ein Trauerspiel.

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