EC-Karten-Betrug: Privatbanken tauschen 2500 Geldautomaten aus

EC-Karten-Betrug: Privatbanken tauschen 2500 Geldautomaten aus

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Angst vor Betrugsfällen: Eine Frau schiebt eine EC-Karte in den Geldautomaten einer Bank.

Auf einmal fehlt Geld vom Konto, das der Bankkunde nie ausgegeben hat. Betrüger manipulierten die Geldautomaten der Cash-Group; die veralteten Modelle machten es ihnen leicht. Wie es bei Sparkassen und Volksbanken aussieht, weiß man nicht. Die großen Privatbanken tauschten jeden dritten Automaten aus.

Im vergangenen Jahr haben rund 200.000 Kontoinhaber feststellen müssen, dass ihr Konto leer geräumt ist. Die Geheimnummer wurde am Geldautomaten ausgespäht. Skimming nennen das die Mitarbeiter des Bundeskriminalamtes (BKA). Gestern gaben sie bekannt, dass es immer mehr Fälle von Skimming gibt: 2010 stiegen die Schäden in Deutschland auf rund 60 Millionen Euro – das ist ein Anstieg von 50 Prozent.

3183 Automaten betroffen, 1765 davon mehrmals

Beim Skimming wird am Automaten oder in der Nähe des Automaten eine kleine Kamera angebracht, die auf das Eingabefeld gerichtet ist. Tippt der Bankkunde seine PIN ein, zeichnet die Kamera das auf. Am Automaten selbst befindet sich ein Lesegerät, dass die EC-Daten speichert. In manchen Fällen montieren die Täter sogar eine ganze Frontplatte am Automaten. So kann der Täter nachher eine falsche EC-Karte produzieren und mit der ausgespähten PIN Geld abheben. Erst kürzlich flog in Hessen eine solche EC-Karten-Werkstatt auf. Laut BKA seien die Täter fast ausschließlich aus Rumänien oder Bulgarien. Das Geld werde größtenteils im Ausland abgehoben. Meistens werden Automaten außerhalb von Bankfilialen manipuliert, besonders häufig solche in Fußgängerzonen. Laut BKA waren es im vergangenen Jahr 3183 betroffene Automaten. 1765 davon wurden mehrfach manipuliert, im Jahr 2009 kam es nur 964 Mal zu Mehrfachangriffen auf Automaten.

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Schaden von 60 Millionen Euro

Laut BKA kommen längst nicht alle Fälle von Skimming zur Anzeige. Meistens bekommen die Kunden das Geld von ihrer Bank rückerstattet. So ist lediglich bekannt, dass die Mitglieder der Cash-Group im letzten Jahr rund 60 Millionen Euro Verluste durch das Skimming machten. Hinzu kommen noch die Kosten für den Austausch der Geräte. Zur Cash-Group gehören HypoVereinsbank, Deutsche Bank, Berliner Bank, Commerzbank, Postbank, Comdirect, Norisbank, die DAB Bank AG und das Bankhaus Neelmeyer.

Bereits im zweiten Halbjahr 2010 ging die Zahl der Skimmingfälle wieder zurück. Schon da habe eine Bank 1200 ältere Geldautomaten gegen neue ausgetauscht. Nun haben die Banken der Cash-Group jeden dritten – insgesamt 2.500 - der insgesamt 9.000 Automaten ausgetauscht. Die Modelle seien zu leicht zu manipulieren gewesen. Einem Bericht der Financial Times Deutschland zufolge, stammen alles ausgetauschten Automaten aus der Produktion des nordrhein-westfälischen Herstellers Wincor Nixdorf. Der nahm dazu bislang keine Stellung. Am Dienstag veröffentlichte der Hersteller jedoch eine Mitteilung, dass er nun auch ProView Video Surveillance herausgebe: eine Software, mit der Banken die Bild- und Videoüberwachung ihrer Automaten auswerten können.

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