Eigener US-Passat: Volkswagen sagt Toyota in den USA den Kampf an

Eigener US-Passat: Volkswagen sagt Toyota in den USA den Kampf an

von Franz W. Rother

Mit einem neuen Führungsteam, einem neuen Werk und einer eigens für den US-Markt entwickelten Variante des Passat will der deutsche Autohersteller seinen Absatz auf dem mit einem Absatzvolumen von 11,6 Millionen Fahrzeugen immer noch größten Pkw-Markt der Welt mehr als verdreifachen. Auf der Detroit Motor Show erlebt das neue Auto seine Weltpremiere – und die neue Crew von Volkswagen Crew of America seine erste Bewährungsprobe.

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Jonathan Browning, President and CEO Volkswagen Group of America, bei der Jahresauftakt-Pressekonferenz von Volkswagen Group of America

Bescheidenheit ist eine Zier – doch es geht auch ohne ihr: Spätestens 2018 will die Volkswagen-Gruppe der größte und ertragreichste Autohersteller der Welt sein, größer und stärker noch als Toyota, größer und stärker natürlich auch als General Motors und Ford. Das Projekt Volkswagen 2018, das Konzernchef Martin Winterkorn im vergangenen Jahr startete, lässt sich immerhin gut an: 2010 haben VW und Audi weltweit so viele Autos verkauft wie nie zuvor in ihrer Firmengeschichte, kam der Konzern mit einem Verkauf von insgesamt 7,19 Millionen Autos auf eine Größenordnung, die bereits zu Platz 2 in der Weltrangliste reichte – nur Toyota war noch einen Tick größer.

Audi lieferte fast 1,1 Millionen Wagen aus, VW verkaufte 4,5 Millionen. Vor allem in den USA machten beide Marken im vergangenen Jahr deutliche Fortschritte: Die Ingolstädter verkauften erstmals mehr als 100.000 Autos. Und auch der Absatz von VW kletterte um mehr als 20 Prozent auf 256.830 Fahrzeuge.

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Neuer Amerikachef soll die Absätze verdoppeln

Doch für Jonathan Browning ist das nur der Anfang: Der ehemalige GM- und Ford-Manager und neue Chef von Volkswagen of America hat den Auftrag, die Verkäufe des Volkswagen-Konzerns bis 2018 mehr als zu verdoppeln: Von 300.000 auf 800.000 Autos. Und 2011 soll auf diesem steilen Weg nach oben der erste Meilenstein gesetzt werden: Bis zum Jahresende soll die Marke von 400.000 Autos geknackt sein. "Das wird ein Schlüsseljahr für uns", sagt Browning am Firmensitz in Hernon, Virginia, wenige Stunden vor der Eröffnung der North American Auto Show in Detroit, zu der und sein Team kurz darauf im Charterjet aufbrechen.

Günstiger Passat soll Markanteile erobern

Viel hängt ab von der neuen Spitze von Volkswagen of America. Noch mehr aber vom "all new Volkswagen", der in Detroit seine Weltpremiere erlebt: der neue US-Passat aus dem neuen US-Werk aus Chattanooga, Tennessee. Eine 4,87 Meter lange Stufenheck-Variante des langjährigen Mittelklasse-Bestsellers Passat, die aufgrund verlängerten Radstands den Passagieren auf der Rücksitzbank mehr Knieraum bietet und dank des Einkaufs von Teilen im Dollar-Raum sowie einer hocheffizienten Produktion deutlich preisgünstiger angeboten werden kann als das zuvor aus Emden importierte Modell gleichen Namens.

Die Basisausführung des US-Passat, die von einem 170 PS starken Fünfzylinder-Benziner aus mexikanischer Produktion angetrieben wird, steht angeblich mit knapp 20.000 Dollar, umgerechnet rund 15.500 Euro, in der Preisliste – die endgültigen Preise werden im März publiziert. Ein echtes Schnäppchen soll auch die 140 PS starke Dieselvariante sein, deren bereits die strengen Werte der Abgasnorm Euro 6 erfüllt. Vorläufiges Topmodell ist ein Benziner mit 280 PS Leistung. Eine Hybridversion ist ebenfalls vorgesehen. Geplant sind drei Ausstattungsvarianten S, SE und SL. Der elektronische Stabilisierungsprogramm ESP sowie ABS, Berganfahrassistent, Klimaanlage, Tempomat, CD-Radio und sechs Airbags sind bereits in der Basisversion serienmäßig an Bord. Viel verdienen dürfte Volkswagen an dem US-Passat nicht – das Auto ist vielmehr eine Kampfansage an den Wettbewerb, ein Vehikel zur Eroberung von Marktanteilen auch im wichtigen Flottengeschäft.

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