Ein Jahr Bayer-Chef: Die Tops und Flops des Marijn Dekkers

Ein Jahr Bayer-Chef: Die Tops und Flops des Marijn Dekkers

Ein Ausländer an der Spitze des Pharma- und Chemiekonzerns Bayer - das gab es zuvor noch nie. Wie hat der Holländer mit US-Pass das Unternehmen verändert? Eine Bilanz nach dem ersten Amtsjahr von Marijn Dekkers.

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Der Bayer-Vorstandsvorsitzende Marijn Dekkers. Foto: Oliver Berg dpa/lnw

Frischer Wind:

Anders als seine Vorgänger ist Dekkers nicht im Bayer-Konzern groß geworden. Der Neue, der zuvor als Chef des Laborausrüsters Thermo Fisher Scientific in den USA arbeitete, sollte frischen Wind nach Leverkusen bringen.  Das tat Dekkers denn auch. Offen spricht er Probleme, etwa in der Pharma-Sparte oder beim Pflanzenschutz an, lobten Aktionäre auf der Bayer-Hauptversammlung.  Dekkers kämpft gegen die konzerninterne Bürokratie, will schneller zu Entscheidungen kommen.  „Mehr Innovation, weniger Administration“, lautet sein Motto.  In der Bayer-Konzernzentrale und in den Teilkonzernen bearbeiten  häufig Kollegen dieselben Themen, hat Dekkers erkannt – und geht dagegen an.  Damit wird er auch noch eine Weile beschäftigt sein – Bayer mit seinen weltweit über 100 000 Mitarbeitern ist ein sehr großer Konzern.

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Innovationen:

15 Milliarden Euro will Dekkers bis zum Jahr 2013 investieren. Davon zehn Milliarden in Forschung und Entwicklung , fünf Milliarden in neue Anlagen. Kurz nach seinem Amtsantritt hat Dekkers einen Innovationsschub angekündigt. Ein Großteil davon fließt in die Medikamenten-Entwicklung.  Nach längerer Pause kann Bayer wohl bald auch wieder mit Arznei-Innovationen punkten:  Das Schlaganfall-Mittel Xarelto steht kurz vor der Zulassung, die Chancen für das Krebsmittel Alpharadin stehen  gut. Das ist allerdings nicht allein Dekkers‘ Verdienst: Die Entwicklung der Präparate begann lange, bevor der Holländer nach Leverkusen kam.

Frauen:

Zusammen mit Dekkers startete am 1. Oktober 2010 die Amerikanerin Sandra Peterson als Chefin des Bayer-Teilkonzerns Crop Science (Pflanzenschutz).  Auf diese Entscheidung hatte Dekkers, der bereits seit dem 1. Januar 2010 dem Bayer-Vorstand angehörte, bereits Einfluss genommen.  Später berief Dekkers noch die Südafrikanerin Erica Mann zur Leiterin des Geschäfts mit rezeptfreien Arzneien (u.a. Aspirin).  Der neue Konzernchef will den Frauenanteil in mittleren und oberen Führungspositionen  deutlich erhöhen – von derzeit 21 Prozent auf 30 Prozent. Seinen Worten hat Dekkers schon einige Taten folgen lassen.  Es könnten aber noch mehr werden. Im Bayer-Konzernvorstand fehlt immer noch eine Frau.

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