Einstieg von Goldman Sachs : Wie Facebook sich um den Börsengang drückt

Einstieg von Goldman Sachs : Wie Facebook sich um den Börsengang drückt

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Facebook

Mit dem Einstieg von Goldman Sachs verzögert Facebook seinen Börsengang und die Veröffentlichung von Geschäftszahlen. Doch immer mehr ungeduldige Mitarbeiter handeln ihre Aktienanteile im Internet – inzwischen ermittelt deswegen sogar die US-Börsenaufsicht.

Die Investmentbank Goldman Sachs und der russische Investor Digital Sky Technologies haben tief in die Tasche gegriffen und für insgesamt 500 Millionen ein Prozent des sozialen Netzwerkes Facebook erworben. Damit stieg der Wert des Netzwerkes auf 50 Milliarden Dollar. Ob dies ein gelungener Schachzug war, um sich bei einem der zukunftsträchtigsten Unternehmen einzukaufen oder ob die Investition die nächste Hightech-Blase fütterte, darüber streiten sich die Experten.

Eine Beurteilung der Lage ist in der Tat schwierig, da Facebook seine Unternehmensziffern unter Verschluss hält. Auch die öffentlich kursierende Umsatzzahl für 2010 von circa zwei Milliarden Dollar ist nur geschätzt.

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Denn anders als börsendotierte Unternehmen unterliegt Facebook nicht der strengen Beobachtung der US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC). Das soziale Netzwerk muss seine Bilanzen nicht offenlegen. Das ändert sich sobald der geplante Börsengang Wirklichkeit wird oder Facebook mehr als 499 Anteilseigner hat. Bislang ist beides noch nicht der Fall.

US-Börsenaufsicht untersucht Twitter und Facebook

Dennoch hat die SEC Facebook im Visier. Nach einem Bericht des "Wall Street Journal" prüft die die US-Börsenaufsicht nun den Goldman-Facebook-Deal. Schon seit Ende Dezember hatte die SEC angefangen, Twitter und Facebook unter die Lupe zu nehmen. Aufmerksam ist die SEC geworden, weil beide Onlinedienste an den Sekundärmärkten hoch gehandelt werden. Diese Sekundärmärkte sind Handelsplätze, an denen Anteile von Unternehmen ge- und verkauft werden, die nicht an der Börse sind. Neben Facebook und Twitter werden auch andere Internetfirmen wie das Rabattportal Groupon oder das Karrierenetzwerk LinkedIn an diesen Sekundärmärkten gehandelt.

Im Mittelpunkt des Interesses stehen derzeit die beiden Handelsplattformen Secondmarket und Sharespost. Barry Sibert hat Secondmarket unter anderem deswegen gegründet, um eine Möglichkeit zum Handel von Facebookanteilen zu bieten. Sein Geschäft kam ins Rollen, als ihn 2008 ein Ex-Facebook-Mitarbeiter kontaktierte. „Der brauchte Geld für ein Auto und fragte, ob ich seine Anteile verkaufen könnte“, sagt der Banker.

Denn Aktienoptionen sind für Mitarbeiter von Facebook& Co. längst nicht mehr so attraktiv wie noch Ende der Neunzigerjahre. Damals gingen Unternehmen nach wenigen Monaten an die Börse und machten ihre Mitarbeiter über Nacht reich. Heute braucht ein Startup im Schnitt acht Jahre für einen Börsengang, erst dann können die meisten Mitarbeiter Kasse machen.

So erleben die alternativen Handelsplattformen einen riesigen Zulauf. Allein die beiden großen Online-Sekundärmärkte konnten laut der Researchfirma Nypex ihr Handelsvolumen binnen eines Jahres auf fünf Milliarden Dollar verdoppeln. Dabei machten der Handel mit Facebook und Twitter rund die Hälfte aus. Bei solchen Summen drängen auch Finanzexperten auf mehr Transparenz an den Sekundärmärkten.

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