Einzelhandel: Baumarktkette Praktiker will beim Personal sparen

Einzelhandel: Baumarktkette Praktiker will beim Personal sparen

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Mitarbeiter müssen gehen: Die Baumarktkette Praktiker setzt den Rotstift bei den Personalkosten an

von Henryk Hielscher

Der Umsatzschwund beim Baumarktriesen Praktiker fordert Konsequenzen: Die Kette setzt offenbar nicht mehr nur bei den Preisen den Rotstift an – sondern auch beim Personal.

Wirklich helfen konnte auch der letzte Rabatt nicht: Kurz vor dem Ende des dritten Quartals hatte der Baumarktkonzern Praktiker noch einmal zum großen Schnäppchenhallali geblasen: "20 Prozent auf alles“, hämmerte die Selbermach-Truppe ihrer Kundschaft in gewohnter Manier per Radiospot ein. Die Aktion mag ein paar zusätzliche Heimwerker in die Märkte gelockt haben, einen Trendwechsel brachte sie nicht: Schon seit geraumer Zeit leidet die Kette unter einem veritablen Umsatzschwund. Zwischen Januar und September sackten die Erlöse in den deutschen Praktiker-Märkten um 7,5 Prozent.

Der maue Geschäftsgang scheint nun Konsequenzen zu fordern. Das Fachblatt "Lebensmittelzeitung" berichtet, dass der Praktiker-Aufsichtsrat bereits über Stellenstreichungen in den Unternehmenszentralen in Kirkel, Hamburg und Kerpen beraten habe. Auch den Filialen könnten Einschnitte bevorstehen. Das genaue Ausmaß ist nicht bekannt, der Aufsichtsrat soll allerdings Rückstellungen für Personalmaßnahmen in Höhe von fünf Millionen Euro gebilligt haben.

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Umbauprogramm

Ein Unternehmenssprecher wollte sich nicht zu dem Bericht äußern. Er wies allerdings daraufhin, dass derzeit das konzernweite Umbauprogramm "Praktiker 2013“ vorangetrieben werde. "Praktiker 2013“ sei von vornherein auch als Kostensenkungsprogramm angelegt worden, dies beinhalte auch Personalmaßnahmen, so der Sprecher.  

Jenseits von Kostensenkungen soll das Reparaturprogramm der Baumarktkette aber vor allem neue Kunden bescheren. Dafür sollen die Märkte künftig übersichtlicher und serviceorientierter gestaltet werden.  Vor allem aber will das Unternehmen weg vom reinen Billigimage. Dafür soll auf Dauer gar der 20-Prozent-Slogan verschwinden. Ein gewagtes Unterfangen. Denn ohne die Preisnachlässe dürfte für viele Kunden der einzige Anreiz wegfallen, überhaupt noch in die Märkte zu gehen. Das Sortiment sei dürftig, der Service miserabel, nur bei der Preiswahrnehmung könne Praktiker mithalten, lautet bislang der Tenor des Kundenmonitors 2010, der wichtigsten deutschen Servicestudie.

Auch Investoren und Analysten bewerten die Erfolgssaussichten von "Praktiker 2013“ daher skeptisch. Die US-Investmentbank Morgan Stanley hat denn auch das Kursziel für Praktiker von 5 auf 4,50 Euro gesenkt und die Einstufung auf "underweight" belassen. Er glaube weiterhin, dass der Markt den konjunkturellen und strukturellen Druck bei dem Baumarktbetreiber unterschätze, schrieb Analyst Fred Bjelland in einer Studie in dieser Woche. Wegen der schwierigen Bedingungen in Deutschland und auf den internationalen Märkten habe er seine Prognosen für die Jahre 2011 und 2012 um 28 und 20 Prozent gekürzt. Es sei kaum absehbar, wie Praktiker seine historischen operativen Margen ohne eine deutliche Verbesserung der wirtschaftlichen Bedingungen erlangen wolle.

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