Einzelhandel: Discounter Lidl: Schlechtes Image - gute Geschäfte

Einzelhandel: Discounter Lidl: Schlechtes Image - gute Geschäfte

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Ein Firmenschild vor einem Lidl-Markt in Fellbach bei Stuttgart.

Einer neuen Studie zufolge soll der Discounter Lidl massiv unter dem Skandal um die Überwachung von Mitarbeitern gelitten haben. Einziger Schönheitsfehler: Vom vermeintlichen Kundenstreik ist in den Bilanzen nichts zu sehen. Dem Aldi-Jäger geht es besser denn je.

Kaum eine Woche ist es her, dass der ARD-Tatort „Kassensturz“ über die deutschen TV-Bildschirme flimmerte. 8,78 Millionen Zuschauern tauchten ein in die Arbeitswelt des fiktionalen Discounters Billy, der nur zu deutlich an den Überwachungsskandal beim Neckarsulmer Discounter Lidl erinnerte.

Anfang des vergangenen Jahres war bekannt geworden, dass Lidl in vielen seiner Filialen Mitarbeiter durch Detektive überwachen ließ. Dabei war unter anderem systematisch protokolliert worden, welcher Mitarbeiter wie oft zur Toilette ging oder wer mit wem womöglich ein Liebesverhältnis hatte.

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Ähnlich spannend wie der Tatort klingt nun der Titel einer aktuellen Studie des Marktforschungsinstituts Grass Roots Performance: „Discounter im Zwielicht“. Unter dem spielfilmreifen Slogan halten die Autoren fest, dass vier von zehn Verbrauchern aufgrund von Berichten über die Arbeitsbedingungen schon einmal bewusst auf einen Einkauf bei Lidl verzichtet hätten.

Die Studie hat nur einen Haken: Ihre Aussagekraft ist zweifelhaft. Denn die Ergebnisse beruhen nicht auf Käuferzählungen oder ähnlich objektivierbaren Messinstrumenten sondern allein auf den persönlichen Aussagen von Konsumenten.

Discounter im Zwielicht

Die Befragung begann zudem zwei Tage nach dem Lidl-Tatort, der die Debatte um die Bespitzelung von Mitarbeitern wieder auf die Tagesordnung gesetzt hat. Vor diesem Hintergrund räumt selbst Grass-Roots-Geschäftsführer Johannes Broscheid-Vogt ein, dass bei den Antworten „auch die soziale Erwünschtheit“ eine Rolle gespielt haben dürfte. Und auch der ARD-Krimi könnte einzelne Antworten beeinflusst haben, sagt Broscheid-Vogt. Dennoch würde klar werden, dass das soziale Image der Lebensmittelhändler das Einkaufverhalten mitbestimmt.

Die geschäftliche Realität stützt die Befunde nicht. Ganz im Gegenteil: Nach aktuellen Daten der GfK verbuchte Lidl im vergangenen Jahr den stärksten Umsatzan­stieg, und das nicht allein durch Neueröffnungen und Flächenaus­weitungen. Der Marktanteil von Lidl erhöhte sich von 10,2 Prozent im Jahr 2007 auf 10,9 Prozent im vergangenen Jahr. Aldi legte im gleichen Zeitraum von 15,5 auf 15,8 Prozent Marktanteil zu.

Im Klartext: Das Image von Lidl hat unter dem Bespitzelungsskandal massiv gelitten - der wirtschaftliche Erfolg ist letztlich ungebrochen.

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