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Einzelhandel: Flachbildfernseher retten Metro-Zahlen

von Henryk Hielscher

„30 Jahre Media Markt“, trommelt der Elektronikgigant seit Jahresbeginn auf allen Kanälen. Der Werbeaufwand scheint sich auszuzahlen: Im ersten Halbjahr 2009 stieg der Umsatz der Metro-Tochter in Deutschland um stattliche 5,8 Prozent. Bei den Konzernablegern Real, Kaufhof und den Metro-Großmärkten bröckelt dagegen die Heimatbasis.

Media-Markt-Filiale in Quelle: dpa/dpaweb
Media-Markt-Filiale in Düsseldorf Quelle: dpa/dpaweb

Warenhäuser wie Karstadt und Hertie kämpfen ums Überleben. Die Verbraucher würden trotz immer neuer Preissenkungen nicht mehr konsumieren, warnt Rewe-Chef Alain Caparros. Selbst die Umsätze von Lebensmitteldiscountern wie Aldi und Lidl sinken. Kurz: Die allgemeine Wirtschaftsflaute ist im deutschen Einzelhandel angekommen. Im ersten Halbjahr büßte die Branche 2,3 Prozent an Umsatz ein.

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Doch ein Bollwerk der Konsumlust trotzt bisher aller Rückgängen: MediaSaturn. Unter dem Namen hat der Düsseldorfer Metro-Konzern seine Elektronikketten Media Markt und Saturn gebündelt. Im ersten Halbjahr konnte MediaSaturn nach Aussagen von Konzernchef Eckhard Cordes in allen Ländern Marktanteile gewinnen. Der Umsatz stieg um insgesamt 2,9 Prozent auf 8,7 Milliarden Euro, in Deutschland sogar um stattliche 5,8 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro.

Bis zu 17.000 Stellen fallen weg

Jenseits von Flachbildschirmen, Laptops und Digitalkameras lief es für den größten deutschen Handelskonzern deutlich schwieriger. Alle anderen Sparten des Konzerns, also die SB-Warenhauskette Real, die Kaufhof-Kaufhäuser und die Metro-Großmärkte mussten im ersten Halbjahr teils deutliche Umsatzrückgänge ausweisen. So verlor die Großmarktsparte 6,5 Prozent Umsatz, die Real-Häuser büßten 3,2 Prozent ein. Insgesamt sackte der Konzernumsatz um 3,2 Prozent auf 30,5 Milliarden Euro. Der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn (EBIT) brach um gut ein Fünftel auf 392 Millionen Euro ein.

Cordes betonte der Präsentation der Zahlen noch einmal sein Interesse an der Übernahme von 60 der 90 Häuser des zum Arcandor-Konzern gehörenden Konkurrenten Karstadt. Ein solches Projekt müsse sich für Metro allerdings rechnen: „Wenn da jemand kommt, der ein paar Milliarden bezahlen will, sind wir sicher nicht dabei“, sagte er. Metro denkt an eine Deutsche Warenhaus AG, bei der die Kaufhof- und Karstadt-Filialen unter einem Dach verschmolzen werden. Metro-Finanzvorstand Thomas Unger schloss weitere Einschnitte in das Kaufhof-Filialnetz nicht aus, nachdem bereits die Schließung von vier Filialen im kommenden Jahr feststeht. Kaufhof verzeichnete im ersten Halbjahr 2009 einen Umsatzrückgang von 1,8 Prozent auf knapp 1,6 Milliarden Euro.

Womöglich fällt auch der Arbeitsplatzabbau beim laufenden Umbau des Konzerns stärker aus als bislang bekannt. Cordes sprach in einer Telefonkonferenz mit Analysten von 15.000, möglicherweise auch 17.000 Stellen, die beim Umbauprogramm Shape 2012 weltweit wegfallen werden. Bisher war von rund 15.000 Stellen die Rede. Das betrifft jeden 20. Arbeitsplatz. Auf Deutschland entfallen bereits nach einer früheren Hochrechnung der Metro rund 4000 Stellen.

7 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 16.02.2010, 20:33 UhrAnonymer Benutzer: reales Nervenbündel

    ich kann Olli P. nur von ganzem Herzen zustimmen. Nicht nur, daß sich die Gehaltssituation nach Übernahme unseres Marktes durch real verschlechtert hat (mir fehlen im Vergleich zu vorher rund 200 Euro NETTO im Monat), auch der psychische Druck ist enorm gestiegen. Weniger Mitarbeiter als vorher, dafür mehr Arbeit und längere Öffnungszeiten. Vorgesetzte, die sich wie preußische Landadelige aufführen und für das "gemeine Fußvolk" nicht als Ansprechpartner zur Verfügung stehen, da für sie der Mensch erst ab Teamleiter beginnt. Teamleiter, die teilweise an menschlicher und fachlischer inkompetenz nicht mehr zu überbieten sind und die eigenen Fehlleistungen auf die Mitarbeiter abwälzen, denen jegliche Möglichkeit fehlt sich effektiv zur Wehr zu setzen. Wo vorher motivierte Mitarbeiter in ausreichender Zahl dem Kunden zur Verfügung standen, laufen heute nur noch seelen- und motivationslose Zombies herum. Normale Mitarbeiter, die ja eigentlich das Geld reinarbeiten, sind nur noch leider notwendige Kostenfaktoren, die man leistungsmäßig auspresst, bis sie - wie von Olli P. beschrieben - Alkohol und Drogen verfallen - psychisch labile Nervenbündel, die sich nur noch mit Hilfe von Psychopharmaka und Therapeuten über Wasser halten. Und wer jetzt glaubt, daß hier ein frustrierter Mitarbeiter maßlos übertreibt, der hat noch nie bei real gearbeitet.

  • 25.09.2009, 19:16 UhrAnonymer Benutzer: Olli P.

    Nach jahrelangem Arbeiten bei "real", möchte ich ich nur kurz anmerken dass diese Vertriebsschiene von Metro rücksichtsloser und menschenverachtenter seine beschäftigten behandelt als jeder Discounter in Deutschland.
    Das ganze real-Konzept hat in Wirklichkeit "kein Konzept" !!!
    Vorgesetzte sind nicht ansprechbar und halten sich für König Koks !!
    Die Mitarbeiter lässt man "allein" auf der Verkaufsfläche, die im Gegensatz zu den Discountern 1000 qm und mehr an Fläche besitzen.
    Persönlicher Filz und Kumpanei ist bei "real" das oberste Führungselement !!! Die beschäftigten sind total demoralisiert, und viele am Rande des burning Out Syndroms (20%).
    Jedenfalls ist bei "real" kein Hauch zu spüren von sozialer Nachhaltigkeit !!! in dem betrieb in dem ich arbeitete waren von allen beschäftigten ungelogen 15 % alkohol oder drogenabhängig, wegen merklicher Arbeitsüberlastung und gezieltem Vorgesetzten-Mobbing betroffen !!!
    STOPPT REAL !!!!

  • 23.09.2009, 19:35 UhrAnonymer Benutzer: Lutz Vriemer

    Es kommt doch auch nicht von ungefähr , dass die Sparten real, und C&C dem Megaabsturz geweiht sind.
    A. real : heruntergekommene Märkte mit nervenbetäubender und extrem lauter Werbung und berieselungsmusik die sich ständig wiederholt und beim shoppen störend ist.
    Auch das Preis-Leistungsverhältnis kann man nicht akzeptieren, viel zu teuer, keine beratung , geschweige denn sichtbares Personal.
    Werbeware ist nicht verfügbar trotz des neuen Slogans ...alles drin !
    bei C&C das gleiche Schaudern.
    Hat jemals Herr Cordes einen real oder C&C - Markt spontan anonym besucht ???
    ich denke nicht, das ist illusionspolitik "MADE bY METRO".
    Die pennen immer noch und wundern sich dass ihr Konzern bald wie Arcandor auf´m Ramschtisch landet ! Gut´s Nächtle Metro !!!

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