Der Otto-Konzern hatte sich im November in einem Bieterverfahren die Markenrechte von Quelle und deren Eigenmarke Privileg sowie das Russlandgeschäft des insolventen Versandhändlers gesichert. Kurz darauf hatte die Metro ihr Interesse an einer Übernahme der Markenrechte an Privileg signalisiert. Der Hintergrund: Metro will in den kommenden Jahren das Geschäft mit Eigenmarken deutlich ausbauen, um so die eigene Rentabilität zu erhöhen.
Die Gewinnspanne bei diesen Produkten ist deutlich höher als bei Markenartikeln. Doch anders als bei Lebensmitteln oder Textilien sind Eigenmarken im Elektronikhandel eher die Ausnahme. Nach einer Studie der Unternehmensberatung Boston Consulting Group liegt der Umsatzanteil von Eigenmarken im deutschen Elektronikhandel nur bei vier Prozent. Bei Lebensmitteln sind es rund 30 Prozent.
Media Saturn hat damit offenbar die Chance verpasst, eine bekannte und beliebte Marke zu kaufen, um beim Thema Eigenmarken voranzukommen. Gravierender sind jedoch die Versäumnisse im Online-Geschäft.
Denn während Media-Saturn ferne Länder mit neuen Filialen erobert, ist der Konzern in der Heimat bisher daran gescheitert, einen Online-Shop aufzuziehen. 15 Prozent des Branchenumsatzes greifen bereits Internethändler wie Amazon und Ebay ab. Die Wachstumsraten sind enorm.
Nur Media-Saturn steht ohne Shop da. Zwar wagte sich der Elektronikgigant vor ein paar Jahren schon mal zögerlich in die Webwelt. Doch der Ausflug wurde schnell wieder beendet, als sich heraus stellte, dass Kunden im Internet die Preise leichter vergleichen können und Geschäftsführer um ihre Umsätze in den Filialen bangten. Nun steht die Weboffensive 2.0 auf der Agenda 2010 von Media-Saturn-Chef Roland Weise. Der genaue Zeitpunkt für den Start ins Onlinezeitalter steht allerdings noch nicht fest.














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Alle Kommentare lesen08.01.2010, 11:42 UhrAnonymer Benutzer: Foxconn
Foxconn ist der weltweit groesste oder 2.groesste Hersteller von PCbA. ich denke, die wissen alle ganz genau was die machen...
05.01.2010, 12:16 UhrAnonymer Benutzer: southwalk.de
Die frühere Stärke von MediaMarkt - die Dezentralität der Märkte und Eigenverantwortung dieser - wird nun im Zeitalter von Web 2.0 zum Problem. MediaMarkt kann schlecht aus Geschäftsführer der Märkte Filialleiter machen, doch das internet macht alle Preise vergleichbar. Daher ist der MediaMarkt internetshop auch entsprechend von den Geschäftsführern der Märkte abgewürgt worden. bin gespannt, welche Lösung Hr. Weise einfällt.
05.01.2010, 11:12 UhrAnonymer Benutzer: Nordlicht
bei kleineren Elektrogeräten kann ich der Diskussion noch folgen, aber bei größeren Anschaffungen vertraue ich lieber auf einen (internet)Händler, den ich AUCH vor Ort erreichen kann.
Habe mir im Dezember einen großen Plasma-TV gekauft und hätte dies nie getan, ohne mir z.b. vorher das bild genau anzuschauen. Auch bei Problemen kann das nur von Vorteil sein. Und preislich lag das Angebot nur 100,- EUR über dem "billigsten Krauter" (wo ich nicht mal eine CD bestellen würde) - und absolut vergleichbar mit den hier angesprochenen Versandhändlern (in meinem Fall amazon).
War vielleicht das größte Manko damals von Media Online, dass die Multichannel-Möglichkeiten nicht genutzt wurden.
Kunde war ich trotzdem.
Mich würde es jedenfalls freuen, wenn M&S den internethandel in Deutschland mit einem neuen Angebot bereichern. Kunden hierfür gibt es mit Sicherheit genügend.
Spät dran sind sie allerdings - da stimme ich dem Artikel hier zu.