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Einzelhandel: Metro-Chef Cordes kritisiert ruinösen Preiskampf

Metro-Chef Eckhard Cordes hat den Preiskampf im Lebensmittel-Einzelhandel als mörderisch bezeichnet und die Konkurrenz aufgefordert, den ruinösen Wettbewerb auch mit Blick auf Erzeuger und Landwirte aufzugeben.

Der Vorstandsvorsitzende der Quelle: AP
Der Vorstandsvorsitzende der Metro AG, Eckhard Cordes Quelle: AP

„Wir hatten 2009 einen mörderischen Preiswettbewerb. Lebensmitteldiscounter haben den Markt mit einem Dutzend Preissenkungswellen überzogen“, so Cordes. Erst am Donnerstag hatte der Discounter Aldi eine neue Preisrunde eingeläutet. „Ich hoffe, dass wieder Vernunft einkehrt – und das mit Blick auf einen für die Händler völlig kontraproduktiven Preiskampf, aber auch und gerade mit Blick auf die Produzenten und die Landwirte.“

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Der Preiskampf sei zudem sinnlos, weil keiner der Wettbewerber Marktanteile gewinne. „Sobald einer die Preise senkt, ziehen alle anderen sofort nach. Es macht also wirtschaftlich keinen Sinn. Dieser Zusammenhang müsste allen Beteiligten klar sein.“

Cordes hält sich bei Kartelluntersuchungen bedeckt

Zurückhaltend äußerte sich Cordes zu Durchsuchungen des Bundeskartellamtes wegen angeblicher Preisabsprachen zwischen Händlern und Herstellern. „Metro hat ein Compliance-Programm, in dem kartellrechtlich ordnungsgemäßes Verhalten einen Schwerpunkt bildet“, so Cordes. „Es sieht unter anderem vor, dass Einkäufer intensiv geschult werden. Sie bekommen konkrete Hilfestellung für einwandfreies Verhalten bei Kontakten etwa mit Lieferanten.“

Natürlich arbeite die Metro „in vollem Umfang“ mit den Ermittlungsbehörden zusammen. „Eine derartige Untersuchung ist ein erster Schritt in einem kartellrechtlichen Verfahren und bedeutet eben nicht, dass wirklich Verstöße vorliegen.“

6 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 20.06.2010, 14:07 UhrAnonymer Benutzer: Axel

    Die Preise bei den Discountern gehen immer weiter runter - z.b. 55 Cent für 1kg original italienische Spaghetti aus Hartweizengrieß, gute Qualität, “Prodotto in italia” !

    bei der METRO dagegen kosten die billigsten Spaghetti (deutsche Ware, mindere Qualität) € 1 ,– pro kg ! Also fast das Doppelte, und das obwohl die dort in 5kg-Packungen verkauft werden ! beim LiDL ist die Packungsgröße z. Zt. 750g !

    Wie erklärt sich das ? Sollte der Großhandel nicht eigentlich billiger sein als der Einzelhandel ? Das Einzige, was es dort im Lebensmittelbereich billiger gibt, sind ein paar Großpackungen (50kg Salzsäcke, 10kg Gurkendosen, Mehl, Gewürze …), aber diese Artikel kann man an einer Hand abzählen. Alles andere kostet durch die bank deutlich mehr als beim Discounter. Und die Qualität der METRO-Eigenmarken ist auch mies.

  • 18.01.2010, 14:15 UhrAnonymer Benutzer: piet_mondriaan

    Ja es ist schon schlimm. Jetzt führt der andauernde Preiswettbewerb zu schlechteren Unternehmenszahlen und damit zum deutlichen Abschmelzen der jährlichen Millionen-boni, oh wie schlimm. Das war dieses Jahr schon ein Desaster, die dritte Segeljacht mußte Herr Cordes sich wohl verkneifen. Das muß nun unbedingt zum nächsten Jahr vermieden werden. Und außerdem führt der aktuelle Wettbewerb dazu, daß man sich wirklich um bessere Prozesse im Unternehmen kümmern muß, herrjeh. Es ist zwar so, daß man sich irgendwann (wenn wohl so ziemlich jede Produktion zu teuer geworden ist in Deutschland) dem internationalem Wettbewerb stellen muß, aber doch nicht jetzt und nicht für Herrn Cordes. Also alles so weiter laufen lassen wie früher, damit Deutschland bloß nicht lernt gegen die internationalen Wettbewerber zu bestehen. Na dann, Vollgas rückwärts.

  • 17.01.2010, 11:10 UhrAnonymer Benutzer: X-Mitarbeiter

    Metro ist wie die Deutsche bahn dem irrtum aufgesessen, dass DaimlerChrysler eine Managerschmiede war.

    Für mich wird Cordes immer ein "Druckerpatronersparer" bleiben.

    Aber "Druckerpatronersparer" kommen in Deutschland noch immer ziemlich weit auf der Karriereleiter.

    Und wenn diese visionslose Zunft der nach hinten blickenden, konservativ, erhaltenden "No Future" Managergeneration "Visionen" kriegt, kommt Schrempp'sche Großmannssucht heraus.

    Managerwechsel in deutschen Großkonzernen zeigt deutliche Parallelen mit Alt-Eisen Recycling.

    Also immer schön weiter über den Preis gehen. Jungs, ihr seit so eindimensional, dass es weh tut.

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