Einzelhandel: Metro schickt Media-Saturn ins Internet

Einzelhandel: Metro schickt Media-Saturn ins Internet

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Metro-Chef Eckhard Cordes

von Henryk Hielscher

Während den Metro-Großmärkten Umsatz wegbricht, feilt die Konzerntochter Media-Saturn an ihrer Online-und China-Strategie.

Eckhard Cordes gilt als Pistenschreck. Wenn der Chef von Deutschlands größtem Handelskonzern Metro über den Pulverschnee in seinem Feriendomizil Lech am österreichischen Arlberg brettert, gibt er ganz den alpinen Tempomacher.

Umso verdrießlicher für den Manager: Bei den Metro-Vertriebslinien geht es derzeit nur in Schneepflug-Geschwindigkeit voran. Die Sanierung der SB-Warenhauskette Real wird durch den laut Cordes „mörderischen Preiswettbewerb“ im Einzelhandel torpediert. Alle Ambitionen, die Warenhauskette Galeria Kaufhof zu verkaufen, stocken, solange das Schicksal des insolventen Rivalen Karstadt offen ist. Und die Manager der Großmarktsparte Cash & Carry scheinen kein Rezept zu finden, die Geschäfte in Deutschland wieder anzukurbeln.

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Was beim Konzernvorsteher derweil für den größten Unmut sorgen dürfte, sind seine profitablen Elektronikketten Media Markt und Saturn. Ausgerechnet den Elektronikgiganten wollte bisher partout nicht gelingen, was sonst längst jede Pizzabude wuppt: der Aufbau eines Online-Shops.

Doch nun muss Media-Saturn-Chef Roland Weise liefern. Im kleinen Kreis einer ausgewählten Schar von Analysten und Seite an Seite mit Konzernchef Cordes legte sich der Manager kürzlich erstmals auf einen konkreten Zeitplan für den Online-Start fest. Weise nutzte die Gelegenheit, um auch die Strategie für das zweite Großprojekt der Gruppe zu präzisieren, die China-Offensive.

E-Commerce-Fragemente zu Online-Shops

Folgt man der Darstellung in den Präsentationsunterlagen, will Weise die E-Commerce-Fragmente von Media-Saturn im Laufe des Jahres zu vollwertigen Online-Shops hochrüsten.

Den Anfang machen Pilotshops in den Niederlanden und Österreich. Hier können Internet-Kunden demnächst nicht nur Musikdateien laden, sondern auch Notebooks, Digitalkameras und rund 1500 andere Hardware-Bestseller kaufen.

Das deutsche Web-Angebot soll den Planungen zufolge vom zweiten Quartal an ausgebaut werden. Zunächst wird es über die Seite offenbar zusätzliche Entertainment-Angebote geben, etwa Film-DVDs und Computerspiele. Vom dritten Quartal an könnten dann auch Elektronikartikel angeboten werden, heißt es in den Präsentationsunterlagen. Mitmach-Lexika für Technikfragen à la Wikipedia und zusätzliche Download-Möglichkeiten für digitale Medien runden das Portal ab.

Das alles klingt solide, aber nicht nach großer Internet-Hexerei. Dass sich die Online-Planungen bei Media-Saturn dennoch über Jahre hinzogen, liegt vor allem an der dezentralen Struktur des Unternehmens.

Die Geschäftsführer der einzelnen Filialen sind mit jeweils zehn Prozent an ihren Häusern beteiligt und können über Preise und Sortiment selbst bestimmen. Die flexible Struktur sorgte jahrelang für den Erfolg des Unternehmens. Für die Online-Expansion erwies sie sich hingegen als größtes Hindernis. Ein funktionierender Web-Shop mit einheitlichen Preisen, so die Sorge vieler Filial-Geschäftsführer, würde nicht nur Umsatz aus ihren Läden abziehen, sondern auch ihre Preishoheit untergraben.

An der Unternehmensstruktur hat sich seit dem letzten Online-Versuch, der 2007 beerdigt wurde, wenig geändert. Lösen will Media-Saturn das Problem nun dadurch, dass die Geschäftsführer am Gewinn des Online-Shops beteiligt werden. Zudem sollen die Web-Kunden dazu gebracht werden, den Filialen einen Besuch abzustatten, etwa über Download-Terminals und Abholstationen in den Märkten

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