
Bei der SB-Warenhauskette Real geht es derzeit Schlag auf Schlag. Anfang des Jahres verabschiedete sich Joel Saveuse, der Chef der Metro-Tochter, von neun Filialen. Im Sommer sagte er 27 Märkten adieu - nun stehen sechs weiter Märkte auf der Trennungs-Liste.
Nach Informationen der WirtschaftsWoche will das Real-Management die Filialen in Jena, Aurich, München Nord, Schwerin, Eggenfelden und Hamburg St. Pauli bis Ende 2009 loswerden. Für die sechs Standorte mit rund 800 bis 1000 Beschäftigten sehe man im Real-Portfolio keine Chance mehr, heißt es in Unternehmenskreisen.
Die Gesellschaft gilt als Beerdigungsinstitut
Für die Arbeitnehmer ist die Entscheidung bitter. Die Märkte werden nun voraussichtlich in die so genannte Vierte Real GmbH überführt, die intern als „Beerdigungsinstitut“ gilt. Den Mitarbeitern bleibt nur die Hoffnung, dass bis Ende kommenden Jahres Supermarktketten wie Edeka oder Kaufland einzelne Standorte übernehmen und damit zumindest einen Teil der Jobs retten.
Im Zuge der Finanzkrise dürfte sich das Interesse der Konkurrenz derzeit allerdings in Grenzen halten. Schon für die Märkte, die der Konzern bisher zum Verkauf gestellt hat, wurden offenbar noch keine neuen Betreiber gefunden. Edeka habe zwar einzelne Standorte geprüft, es aber dabei belassen, heißt es in Unternehmenskreisen. Bereits im April 2009 soll daher ein Real-Markt in Hamm seine Pforten schließen.
Noch im September hatte sich Saveuse im Gespräch mit der WirtschaftsWoche optimistisch gezeigt: „Es gibt eine Reihe von Interessenten“, sagte der Real-Chef damals. „Vielleicht werden wir nicht alle Märkte abgeben können, aber die meisten schon.“
Offiziell gilt die Aussage auch weiterhin. Ein Real-Sprecher betont: „Wir haben noch bis Ende 2009 Zeit.“









