
Tengelmann hat im vergangenen Geschäftsjahr in Europa das kräftigste organische Wachstum der 139-jährigen Firmengeschichte verbucht. Nach einem Verlust im Vorjahr schrieb die Handelsgruppe unter dem Strich nun wieder schwarze Zahlen, wie das Unternehmen heute in Mülheim mitteilte. "Alle Geschäftsfelder haben schwarze Zahlen geschrieben", sagte Tengelmann-Europachef und Gesellschafter Karl-Erivan Haub. Der Umsatz der Gruppe, zu der der Discounter Plus, die Supermarktkette Kaiser's Tengelmann, die Obi-Baumärkten und der Textildiscounter KiK gehören, schrumpfte aber wegen des Verkaufs des Handelsgeschäfts in Kanada. In Europa steigerte Tengelmann den Umsatz im Geschäftsjahr 2005/06 (per Ende April) um 5,9 Prozent auf 18,48 Milliarden Euro. In Deutschland erhöhten sich die Erlöse auch dank neuer Filialen um sechs Prozent auf 13,82 Milliarden Euro. Durch den Wegfall der im vergangenen Jahr verkauften Tochter A&P in Kanada schrumpfte der Gruppenumsatz um 0,9 Prozent auf 25,7 Milliarden Euro. Der Verkauf der kanadischen Aktivitäten für einen hohen dreistelligen Millionenbetrag wirkte sich positiv auf das Ergebnis aus. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) habe die Gruppe in Europa 460 Millionen Euro verdient, nach 385 Millionen Euro im Vorjahr, sagte Geschäftsführer Karl-Erivan Haub. Auch unter dem Strich verblieb ein Plus. Im laufenden Geschäftsjahr 2006/07 rechne Tengelmann ebenfalls mit einem positiven Ergebnis. Vor allem die Billigkette Plus baute ihre Marktposition weiter aus. Der Umsatz in den knapp 4000 Filialen stieg um 8,6 Prozent auf 9,3 Milliarden Euro. Plus ist nach Neueröffnungen in Rumänien und Griechenland nun in neun europäischen Ländern aktiv. Durch die Modernisierung des Ladennetzes und neue Sortimentsbereiche wie die Gesundheitslinie "Viva Vital" konnten die Mülheimer vor allem Terrain gegenüber den Penny-Discountern der Rewe gut machen und die dritte Position hinter den beiden Billig-Schwergewichten Aldi und Lidl ausbauen. Im deutschen Lebensmittelhandel bahnt sich nach nach Einschätzung Haubs ein neuer Preiskampf an. „Einige Unternehmen stehen besonders unter Druck“, sagte der Chef des Familienunternehmens, zu dem auch der drittgrößte deutsche Discounter „Plus“ gehört. Sie betrachteten derzeit Preissenkungen und Rabattaktionen als eine Art Allheilmittel. Die Tengelmann-Gruppe werde zwar nicht zum Motor einer solchen Entwicklung werden, gleichzeitig werde man sich jedoch auch nicht unterbieten lassen.













