Einzelhandel: Versandhandelsriese Otto an Teilen von Arcandor interessiert

Einzelhandel: Versandhandelsriese Otto an Teilen von Arcandor interessiert

Hans-Otto Schrader, Chef des Versandhandelsriesen Otto, ist an Töchtern des angeschlagenen Handelskonzerns Arcandor interessiert.

„Teile von Arcandor könnten für uns durchaus interessant sein“, so Schrader im WirtschaftsWoche-Interview. Zur Arcandor-Versandsparte Primondo mit dem Flagschiff Quelle und etlichen Spezialversendern sagte Schrader: „Alle Konzepte, die E-Commerce-fähig sind und sich auf andere Länder übertragen lassen, sind für uns grundsätzlich von Interesse. Bei den Spezialanbietern von Primondo – sollten sie zum Verkauf gestellt werden – könnte durchaus das eine oder andere Unternehmen dabei sein, das über diese Vorzüge verfügt.“

Das eigene Unternehmen sieht Schrader nach dem Verkauf von Anteilen am französischen Kreditspezialisten Cofidis durchaus zahlungskräftig: „Die Otto-Gruppe hat ihre Nettofinanzverschuldung von 9,7 Milliarden Euro 2008 um rund sechs auf 2,8 Milliarden abgebaut. Wir liegen damit jetzt bei einer guten Eigenkapitalquote von fast 30 Prozent. Das schafft Raum für Expansion und Investments.“ Zugleich habe der Cofidis-Verkauf negative Auswirkungen auf bilanzielle Kennzahlen, räumte Schrader ein: „Durch die Abgabe der unternehmerischen Führung bei Cofidis wird die Otto-Group-Bilanz 2008/09 bei allen Vorsteuer-Kennzahlen, also zum Beispiel dem Gewinn vor Steuern (Ebit), leider starke Rückgänge ausweisen.“

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Investieren will Schrader auch in England. Dort soll mit der Tochter Hermes Logistik ein neuer Service aufgebaut werden: Geplant ist die Einrichtung von zunächst 6000 Paket-Shops. Schrader: „Wie in Deutschland sollen sie in kleine Geschäfte und Kioske integriert werden. Die Betreiber bekommen Provisionen und bringen damit zusätzliche Kunden in ihre Läden.“ Darüber hinaus wird in Russland laut Schrader gerade der Aufbau eines postunabhängigen Zustelldienstes für Pakete geprüft. „Wir könnten in Metropolregionen wie Moskau und St. Petersburg starten“, so die Überlegungen Schraders.Auf dem Heimatmarkt spürt der Konzern bislang kaum Auswirkungen der Wirtschaftskrise: „In Deutschland läuft es bisher erstaunlich gut“, sagte Schrader der WirtschaftsWoche. „Seit Beginn des neuen Geschäftsjahres im März wachsen wir weiter leicht. Dabei hilft uns vor allem das Online-Geschäft, das in der Krise ordentlich zulegt.“

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