
Die Korruptionsermittlungen der Staatsanwaltschaft Augsburg bei der Metro-Tochter Media Markt haben zu ersten Festnahmen geführt. Ein für Süddeutschland zuständiger Media-Markt-Manager, dessen Ehefrau und drei Geschäftspartner seien in Untersuchungshaft genommen worden, sagte ein Sprecher der Ermittlungsbehörde am Donnerstag und bestätigte damit einen Bericht der „Süddeutschen Zeitung“.
Bis zum Abend sollten alle fünf Verdächtigen dem Untersuchungsrichter vorgeführt werden. Sie stünden unter dem Verdacht der Bestechung und der Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr. Zu den Festnahmen sei es gekommen, weil Flucht- oder Verdunkelungsgefahr angenommen werde. Insgesamt werde gegen 19 Personen ermittelt.
Ein Media-Saturn-Sprecher sagte, Europas größter Elektronikhändler trenne sich von dem Manager. Zudem prüfe die Kette Schadenersatzansprüche gegen die Beteiligten. Hintergrund der Ermittlungen ist dem Sprecher der Staatsanwaltschaft zufolge der Verdacht, dass ein Geschäftsmann 3,5 Millionen Euro Schmiergeld gezahlt und im Gegenzug exklusiv DSL-Verträge in den Märkten angeboten haben soll - ein lukratives Geschäft.
Bereits im Juli waren Fahnder ausgerückt und hatten Büros und Wohnungen im Zusammenhang mit den Vorwürfen durchsucht. Der Staatsanwaltschaft zufolge wurden dabei Computer und Unterlagen beschlagnahmt. Media-Saturn hatte erklärt, der Staatsanwaltschaft bereits im Januar einen Hinweis auf Unregelmäßigkeiten gegeben zu haben.
Bei Media-Saturn tobt derzeit ein Machtkampf zwischen der Konzernmutter Metro und den Media-Saturn-Alteignern. Metro-Chef Eckhard Cordes will umfassende Vetorechte der Minderheitsaktionäre aushebeln. Im Umfeld der beteiligten Unternehmen hieß es, bei der letzten Media-Saturn-Gesellschafterversammlung sei keine Einigung darüber erzielt worden, einen Vorgesetzten des nun in Untersuchungshaft genommenen Managers zu beurlauben.
























