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Elektroautos: Autohersteller wenden sich gegen Energiepolitik des BDI

von Martin Seiwert

Mehrere deutsche Autohersteller unterstützen den energiepolitischen Appell an die Bundesregierung nicht, wie die WirtschaftsWoche aus Kreisen der Hersteller erfahren hat. Sie bevorzugen für den Betrieb von Elektroautos regenerative Energien wie Wind- oder Solarstrom. Kernenergie lehnen sie wegen des schlechten Images von Atomstrom in Deutschland ab.

Ein Elektrofahrzeug wird an Quelle: APN
Ein Elektrofahrzeug wird an einer Ladestation mit Strom betankt. Quelle: APN

Offiziell wollen sich die Autohersteller nicht zu der Initiative von BDI und Energiewirtschaft äußern. Hinter den Kulissen gibt es jedoch Differenzen zwischen Autoherstellern und dem VDA. Wie aus dem Umfeld deutscher Autokonzerne  verlautete, habe VDA-Chef Matthias Wissmann den Appell teilweise ohne Absprache mit den deutschen Herstellern unterzeichnet. „Wir sind überhaupt nicht glücklich über die Anzeigen mit der Unterschrift von Herrn Wissmann“, erklärte ein Manager eines deutschen Autoherstellers gegenüber der WirtschaftsWoche.

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Der VDA erklärte auf Anfrage, die in dem Appell geforderte Energiepolitik liege "voll auf der energiepolitischen Linie des VDA", die von den Herstellern mitgetragen werde. Man könne sich nicht erklären, warum Hersteller den Appell nicht mittragen sollten. Zu der Frage, ob die Unterschrift des VDA mit den Autoherstellern abgesprochen worden sei, wollte sich der VDA nicht äußern. 

Ziel: Null-Emissionsfahrzeug

Volkswagen lehnte einen Kommentar zu der Initiative ab, verwies jedoch darauf, dass der Konzern für Elektroautos Strom aus regenerativen Energiequellen klar bevorzugt. „Unser Ziel muss das Null-Emissionsfahrzeug sein, das mit Strom aus regenerativen Energiequellen angetrieben wird“, hatte Konzernchef Martin Winterkorn bereits im Mai gesagt. Obwohl Strom aus Kernenergie CO2-arm sei, so betont der Konzern nun, sei er aus VW-Sicht im Strommix nicht willkommen. „Herr Winterkorn“, so eine Sprecherin, „bezog sich mit seiner Äußerung im Mai klar auf erneuerbare Energien wie Wind- oder Solarstrom.“

Auch BMW wollte sich nicht zu dem BDI-Appell äußern. Nach Angaben von Nicola Brüning, Leiterin der Berliner BMW-Repräsentanz, setze der Autobauer grundsätzlich jedoch auf regenerierbare Energien. „Aus unseren groß angelegten Tests mit Elektroautos wissen wir“, so Brüning, „dass 95 Prozent der Nutzer von Elektroautos Wind-, Wasser- oder Solarstrom für ihre Autos wollen. Nach drei Monaten Elektroautonutzung steigt der Wert sogar auf 98 Prozent. Die Kunden wollen ein komplett umweltfreundliches Fahrzeug und sind gerne bereit, den Preisaufschlag von rund zehn Prozent für Ökostrom zu bezahlen.“

BMW lege großen Wert darauf, so Brüning, dass der zusätzliche Stromverbrauch von Elektroautos durch den Ausbau von erneuerbaren Energien abgedeckt werde. Der BMW-Konzern setze auch in der Produktion auf Öko-Strom. So werde etwa ein neues Carbonfaserwerk in den USA ausschließlich mit Strom aus Wasserkraft betrieben.

4 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 03.09.2010, 09:38 UhrAnonymer Benutzer: Ronald Große

    160 Windkraftanlage der neuesten Generation (6MW) werden ausreichen, um die bis 2020 angestrebten 1 Million E-Fahrzeuge mit sauberer Energie zu versorgen. Das sind pro Jahr und bundesland 1 Anlage. Das sollte doch machbar sein, oder?

  • 28.08.2010, 19:43 UhrAnonymer Benutzer: Herbert

    Öko-Strom ist doch toll. Allemal besser als Atomstrom. Leider ist er unsubventioniert auch deutlich teurer. Auch ist er noch nicht in Mengen produzierbar, um momentan auf Atomstrom zu verzichten. Aber die Zeit läuft gegen atomstrom. Auch das Ausland wird das früher oder später merken. irgendwann gibt es kein Uran mehr. Angeblich soll es schon in 50 Jahren knapp werden. Wenn es kein Öl mehr gibt und kein Uran, bleibt uns bloß erneuerbare Energie. ich hab mir vorsichthalber 5 ha Wald gekauft. man weiß ja nie.

  • 27.08.2010, 11:04 UhrAnonymer Benutzer: extrem

    Die bei uns verbreitete Meinung zur Atomkraft ist bei einem weltweiten Vergleich absolut singulär und extrem. Kein Land, keine Regierung und niemand in der Welt sonst verfolgt eine derartig absurde und technisch vor allem falsche Energiepolitik. aber der deutsche Oberlehrer weiß bekanntlich alles besser.

    Auf ASTRA kann man rund 150 Kanäle weltweit sehen. Das internet präsentiert Milliarden von Seiten. Vergleicht man, kann einem Angst und bange werden. in die PR-Abteilungen der industrie ist längst eine gewisse brut eingesickert und verbreitet ihre irrlehren. Der gegenwärtige RWE- Spot zum Elektroauto mit einem dort dargestellten Vollidioten am Steuer spricht bände- undenkbar in anderen Ländern.

    Wohlstand auf Pump bei gleichzeitigem bildungsabsturz ist die Erklärung. bildung will die Tochter eines Nachkriegspolitikers nun durch Schwimmgutscheine fördern. Dadurch lernt man nichts, vor allem nichts Richtiges, z.b., daß ein 100 € Player ohne Mehrwertsteuerkosten nicht 81 € kostet. Man verblödet seit langer Zeit die Jugend und schafft sich so seine ebenso inkompetenten Nachwuchs.

    Wer weiß heute, daß indien für Rußland zum größten Lieferanten von Satellitenbildern geworden ist? Von diesen beispielen ließen sich ganze bibliotheken füllen. Die deutschen fahren ständig ins Ausland und machen dort Urlaub. Vom Ausland selbst wissen sie aber dennoch absolut gar nichts. Sie tümeln sich in die Armut und schaffen sich ab.

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