Elektrokonzern: Siemens-Chef Löscher baut Konzern in eine Art Holding um

Elektrokonzern: Siemens-Chef Löscher baut Konzern in eine Art Holding um

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Der Vorstandsvorsitzende der Siemens AG Peter Löscher steht am Mittwoch (30.04.2008) in München (Oberbayern) bei der Halbjahreskonferenz vor dem Siemens-Logo. Der Konzern präsentierte seine Bilanz für das erste Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres. Siemens hat nach einem massiven Gewinneinbruch im zweiten Quartal wegen der Probleme bei Großprojekten sein Ergebnisziel für dieses Geschäftsjahr gekappt. Foto: Frank Leonhardt dpa/lby (c) dpa - Bildfunk

Siemens-Chef Peter Löscher plant offenbar die Aufsplittung des Konzerns in drei weitgehend autonome Bereiche – den Großsektoren Industrie, Energie und Gesundheit entsprechend.

Wie die WirtschaftsWoche aus Aufsichtsratskreisen erfuhr, soll in den Landesgesellschaften die Verantwortung für den Vertrieb wieder den jeweiligen Großsparten und ihren Abteilungen zugeschlagen werden. Bisher gibt es eine bereichsübergreifende Vertriebsorganisation, die Löscher-Vorgänger Klaus Kleinfeld mit dem Programm „Siemens One“ ins Leben gerufen hatte.

„Auch wenn das offiziell keiner sagt: Letzten Endes läuft alles darauf hinaus, dass Löscher eine Art Holding baut, unter der die drei Sektoren als weitgehend eigenständige Unternehmen fungieren“, so ein Unternehmenskenner gegenüber der WirtschaftsWoche. Untermauert wird diese Annahme auch durch die Tatsache, dass in Deutschland bereits ein Computersystem zur Vereinheitlichung der Abläufe im hiesigen Vertrieb gestoppt wurde.

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Inzwischen nutzt jeder Sektor wieder seine eigene Software. Und auch die Zentralabteilung Corporate Technology, die bisher für die Geschäftsbereiche strategisch wichtige Kerntechnologien entwickeln sollte, befinde sich derzeit „mitten in der Auflösung“, wie gut informierte Unternehmenskreise berichten. Deren Aufgabe soll künftig ebenfalls in den drei Sektoren übernommen werden – ein weiteres Indiz für das Schaffen einer Holding-Struktur, auf die die gegenwärtige Restrukturierung offenbar hinausläuft.

Auf Anfrage antwortete die Unternehmenszentrale in München: „Wir haben schon lange kommuniziert, dass die weltunternehmerische Verantwortung bei den Sektoren liegt.“ Dennoch bestehe die Siemens-One-Organisation nach wie vor – was freilich nicht heißt, dass sie im Alltagsgeschäft noch eine gewichtige Rolle spielt.

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