Elektronik: Apple beeindruckt mit Rekordzahlen in der Krise

Elektronik: Apple beeindruckt mit Rekordzahlen in der Krise

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One more thing: Im Januar 2007 stellt Apple-Chef Steve Jobs das iPhone vor - heute hat der kleine Computer die anderen Smartphone-Hersteller rechts überholt

von Matthias Hohensee

Zweistelliges Wachstum, Rekordergebnis, Allzeithoch an der Börse. Der kalifornische Computer- und Unterhaltungselektronikkonzern Apple schreibt mit seinen Macs und iPhones immer neue Rekorde. Kann ihn irgend etwas aus der Bahn werfen?

Als Phil Schiller im Januar mitten in der Wirtschaftskrise ein neues Mac-Notebook mit 17 Zoll Bildschirm präsentierte, fragten sich Beobachter, ob Apples Marketingchef dem berühmten „reality distortion field" seines Chefs Steve Jobs zum Opfer gefallen war.

Denn das edle Stück kostete satte 2.500 Euro und schien mit dieser Realitätsfremde gar nicht in die neue Ära der Frugalität zu passen.

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Apple hat seine Preispolitik nicht geschadet. Ganz im Gegenteil. Am Montagabend vermeldete der Computer -und Unterhaltungselektronikhersteller aus dem Silicon Valley das profitabelste Quartal seiner Geschichte und setzte die guten Nachrichten von Intel und Google aus der Vorwoche fort.

Rekordprofit dank hoher Preise

Während die Konkurrenz von HP, Acer und Dell immer neue Tiefstpreise für ihre Produkte ansteuert und ihre Gewinnmargen unter Druck setzt, hält Apple-Chef Steve Jobs dagegen. Der günstigste Apple Computer – ein Mac Mini ohne Bildschirm, Tastatur und Maus – kostet noch immer 599 Euro. Dafür gibt es bei der Konkurrenz bereits einen anständigen Laptop.

Den Absatz scheint das kaum zu schmälern. Mitten in der Wirtschaftskrise setzte Apple im Juli, August und September dank ungebremster Nachfrage nach seinen Mac-Notebooks und iPhones rund 9,87 Milliarden Dollar um und erzielte dabei einen Gewinn von 1,67 Milliarden Dollar. Rund drei Millionen Macs, vornehmlich Notebooks, wurden weltweit verkauft – rund siebzehn Prozent mehr als im Vorjahr.

Von seinem iPhone setzte der Konzern 7,4 Millionen Stück ab, etwa sieben Prozent mehr.

Zum Vergleich: HP, immerhin der größte Computerhersteller der Welt, machte mit seiner PC-Sparte im ganzen ersten Halbjahr nur rund 760 Millionen Dollar Gewinn.

Höchster Aktienkurs seit Börsengang

Prompt stieg die Apple-Aktie nach Bekanntgabe der Rekordzahlen mit 204 Dollar auf den höchsten Stand seit Börsengang. Apple ist damit 183 Milliarden Dollar wert. Etwas sechsmal soviel wie Dell, dessen Gründer Michael Dell im Oktober 1997 dem damals frisch bestallten Apple-Chef Steve Jobs geraten hatte, Apple am besten einzustellen und das Geld an die Aktionäre auszuschütten.

Schon steht Jobs vor dem nächsten Meilenstein. Laut dem Marktforschungsunternehmen IDC hat Apple in den USA bei den Computern einen Marktanteil von 9,4 Prozent erreicht. Das schaffte Apple zuletzt Ende der achtziger Jahre, bis sein Marktanteil Mitte der neunziger Jahre auf rund drei Prozent schrumpfte. Selbst in Europa, einem traditionell schwierigen Markt für die Kalifornier, konnte Apple seinen PC-Absatz im dritten Quartal um 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr verbessern.

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