Elektronikkette: Media-Saturn will auf den Online-Thron

Elektronikkette: Media-Saturn will auf den Online-Thron

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Ein Schild mit den Schriftzügen Media-Saturn, Media Markt und Saturn vor der Firmenzentrale in Ingolstadt (Oberbayern).

von Henryk Hielscher

Europas größte Elektronikkette will Amazon vom Thron stoßen und peilt nach eigener Aussage die Marktführerschaft im Onlinehandel an. Ein gewagtes Unterfangen: Der einstige Wachstumsstar kämpft mit hausgemachten Problemen.

Horst Norberg, Geschäftsführer von Europas größtem Elektronikhändler Media-Saturn, hat eine kühne Vision: Die Marktführerschaft im Onlinehandel. Vorgesehen sei, im Jahr 2015 rund fünf Milliarden Euro Umsatz im Internetgeschäft zu erzielen. Ob der ehrgeizige Plan gelingt, ist allerdings fraglich. Schon mehrfach hatten die Elektronikketten Media Markt und Saturn den Start ins Internetzeitalter angekündigt – passiert ist bisher wenig.

Diesmal sollen den Versprechungen indes auch Taten folgen, beteuert das Unternehmen und präsentiert heute in Aschaffenburg einen Katalog an Maßnahmen rund um die neue Internetstrategie.

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Neue Preispolitik durch Online-Shops

Der Kern des Drei-Punkte-Plans:

 Die Kernmarken sollen im Oktober 2011 (Saturn) und Januar 2012 (Media Markt) mit vollwertigen Online-Shops starten. Angestrebt wird eine Vernetzung zwischen Filial- und Onlinegeschäft. Die Kunden sollen also beispielsweise Ware online bestellen und sich nach Hause liefern lassen, oder aber im Markt abholen können. Auch Reklamationen von Online-Käufen sollen sie künftig über die Läden abwickeln können.Die Preisarchitektur wird neu austariert. Bisher legt jeder Geschäftsführer eines Marktes die Preise für all jene Flachbildfernseher und Kameras, die bei ihm verkauft werden, weitestgehend in Eigenregie fest. Durch die Onlineshops wird das in Zukunft so nicht mehr möglich sein. Die Kunden erwarten nach allen bisherigen Erfahrungen von Multichannel-Ansätzen identische Preise eines Anbieters, egal über welchen Vertriebskanal er seine Ware gerade verkauft. Media Markt hat nun beispielsweise ein Kernsortiment von 2500 Produkten festgelegt, die sowohl online wie offline zum gleichen Preis verkauft werden. Ob diese Kompromisslösung ausreicht oder aber Online-Shop und stationäres Geschäft sich nach und nach angleichen, ist allerdings offen.Zugleich soll das Online-Wachstum durch weitere Zukäufe forciert werden. Vor kurzem hatte das Unternehmen bereits den Online-Händler Redcoon erworben, der ausgerechnet von einem früheren Media-Markt-Manager gegründet worden war und von Norberg mit einer „Direktbank" verglichen wird. Würden Media Markt und Saturn künftig vollen Service auf allen Kanälen anbieten, setzt Redcoon als reiner Onlinehändler vor allem auf das Kriterium Preis. Auch hier könnte es in Zukunft erheblichen Diskussionsbedarf zwischen den Töchtern, aber auch bei Konditionenverhandlungen mit den Herstellern geben.

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