Elektronikkonzern: Philips gibt das Fernsehen auf

Elektronikkonzern: Philips gibt das Fernsehen auf

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Philips Fernseher auf der internationalen Funkausstellung

Letzten Monat bekam der Elektrokonzern Philips einen neuen Vorstandschef. Dessen Ziel: Das Wachstum anzukurbeln. Jetzt verkauft Philips nach 80 Jahren seine TV-Sparte. Die fuhr in den letzten fünf Jahren Verluste ein.

Anfang April hat Frans van Houten beim niederländischen Elektronikkonzern Philips den Posten als Vorstandsvorsitzender übernommen. Sein Vorgänger, Gerard Kleisterlee, hat sich aufs Altenteil zurückgezogen. Und der neue Mann an der Spitze sorgt schon nach nicht ganz drei Wochen Dienst für große Veränderungen: Die seit 80 Jahren bestehende TV-Sparte mit 400 Mitarbeitern wird künftig von TPV Technology Ltd. in Hongkong kontrolliert. Der Markenname Philips bleibt bestehen.

TPV und Philips arbeiten bereits seit Jahren zusammen: Das chinesische Unternehmen ist Lizenznehmer der TV-Geräte und hat schon einmal eine verlustreiche Sparte übernommen. Im Jahr 2004 gab Philips die Mehrheit am PC-Monitorgeschäft für rund 358 Millionen Dollar ab. Laut van Houten haben die Chinesen diese Sparte zurück auf Erfolgskurs gebracht.

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Fernseher brachten Verluste

Die Niederländer steigen jedoch nicht vollständig aus dem Fernsehgeschäft aus: Es soll ein Joint Venture entstehen, in das die Sparte eingebracht werde. Philips hält dann 30, die TPV die restlichen 70 Prozent. Ab 2013 kassiert Philips die Lizenzgebühren. Im Gespräch sind mindestens 50 Millionen Euro pro Jahr. Ab 2014 soll Philips mit bis zu drei Prozent am Umsatz beteiligt sein.

Gewinnrückgang im ersten Quartal

Philips Quartalsbilanz 2011 Quelle: Dapd

Philips Quartalsbilanz 2011

Bild: Dapd

Nach der Abspaltung wird Philips sich auf Elektronik, Hygiene- und Gesundheitsartikel sowie Lampen und Leuchtmittel konzentrieren. Die Haupteinnahmequelle des Unternehmens sind derzeit Geräte und Software für den medizinischen Bereich, die Fernseher bescheren dem Konzern schon seit fünf Jahren Verluste. Analysten rieten deshalb mehrmals zur Abspaltung. Im ersten Quartal 2011 machte das Segment 87 Millionen Euro Miese. Asiatische Produkte wie die Fernseher von Sony und Panasonic sind einfach wesentlich günstiger - dem Preisdruck konnten die Niederländer nicht standhalten.

Unter den Verlusten der TV-Sparte litt auch das Konzernergebnis. Zwar machte Philips  insgesamt kein Minus, das Ergebnis sah jedoch lange nicht so gut aus wie erwartet. Im vergangenen Jahr betrug der Gewinn noch 200 Millionen Euro, Experten rechneten für 2011 mit 165 Millionen. Der tatsächlich erwirtschaftete Gewinn betrug jedoch nur 137 Millionen. Das entspricht einem Rückgang von gut einem Drittel. Vorstandschef van Houten schrieb es sich deshalb auf die Fahne, so schnell wie möglich eine Lösung für die defizitäre TV-Sparte zu finden. Erste Anzeichen, dass die Auslagerung etwas bringt, gibt es schon: Die Philips-Aktie stieg um bis zu drei Prozent.

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