EM-Einwurf: Kaffeesatz und sichere Prognosen

EM-Einwurf: Kaffeesatz und sichere Prognosen

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WirtschaftsWoche-Redakteur Hans Jakob Ginsburg

Haben Sie auch Mitleid mit dem armen Jogi Löw? Auf der Tribüne den Jungs zusehen zu müssen, ohne irgendwie ins Spielgeschehen gegen die Portugiesen eingreifen zu können.

So was kennen wir doch alle. Wir wissen, was die da unten auf dem Rasen endlich machen müssten für Deutschlands Gloria und für das viele Geld, das sie für ihre Leistungen und Fehlleistungen kriegen. Aber keiner hört auf uns, und wir lassen uns erschöpft und frustriert in den Fernsehsessel fallen. Oder manchmal auch erleichtert, weil endlich, endlich auf telepathischem Wege oder so der Ballack von uns erfahren hat, wohin er zu schießen hat.

Und natürlich wird Portugal gegen Deutschland jetzt zum ultimativen Test. Fragt sich nur wofür: unsere Leidensfähigkeit, unsere deutschen Tugenden, die Beständigkeit des portugiesischen Teams, das mir unter uns gesagt in der Vorrunde richtig gut gefallen hat? Sind die Portugiesen jetzt im entscheidenden Vorteil, weil sie ihren Scolari am Spielfeldrand haben und wir unseren Löw auf der Tribüne? Oder ist das gerade gut für Deutschland?

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Aber Fragen stellen, das kann jeder. Heute gibt es hier Antworten. Sie haben das Recht, Dinge von höchstem Nutzwert zu erfahren. Und weil das ganze Spektakel EM jetzt nur noch sieben Spiele vor sich hat, sollten wir an dieser Stelle exklusiv und exakt, sachkundig und mutig mitteilen, wie es weitergeht.

Also: Portugal schlägt Deutschland bei der Wahl zur Mannschaft der Herzen, verliert aber das Spiel. Merke: Wenn Portugal gut abschneidet bei einer EM, gewinnt auch die B-Elf wie 2000 gegen uns mit den drei Toren eines gewissen Sergio Conceição, der heute bei Paok Thessaloniki sein Gnadengyros verzehrt. Die Schweizer haben es uns vorgemacht, Portugal kann man schlagen, und die schwarzrotgoldenen Fähnchen an den Autos dürfen dran bleiben.

Zweitens soll, muss und wird Kroatien die Türkei schlagen. Wieder die Trainerfrage: Slaven Bilic ist der jüngste, sympathischste und vielleicht tüchtigste Coach bei diesem Turnier, Fatih Terims Vorzüge haben sich mir dagegen nicht erschlossen. Seine größten Fans unter meinen türkischen Kollegen hat er bei einer Zeitung namens „Fanatik“, und so was mag ich eigentlich nicht. Außerdem muss Kroatien weiterkommen, damit unsere Mannschaft die Gelegenheit zur Revanche für das Vorrundenspiel bekommt.

Drittens sehe ich nicht, welche Katastrophe die Niederlande gegen Russland scheitern lassen könnte. Ist auch nicht schlimm, die Russen haben von den Holländern im Laufe ihrer Geschichte den Schiffbau („Zar und Zimmermann“), die Nationalfarben und die Produktion von Erdgas abgekupfert. Wenn jetzt nach einer ehrenvollen Niederlage ein bisschen Fußballstrategie dazu kommt, ist Russland mein Favorit für die EM 2012 in Polen und der Ukraine.

Aber soweit sind wir noch nicht. Erst einmal wird den Gesetzen aller Serien folgend Spanien trotz seiner Glanzleistungen gegen die entsetzlich langweilig spielenden Italiener verlieren, wahrscheinlich in der Verlängerung, noch wahrscheinlicher nach Elfmeterschießen. Schöne und laute Autokorsos gibt es anschließend, am späten Sonntagabend, in deutschen Großstädten auf alle Fälle.

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