"Auch wenn wir nicht mit Applaus rechnen durften, so ist es uns nicht gelungen, die Gründe für unsere jüngste Preiserhöhung für jeden nachvollziehbar darzulegen", räumte Bernotat am Donnerstagabend in München beim "Handelsblatt Wirtschaftstreff" laut Redetext ein. "Als Energieunternehmen brauchen und wollen wir gesellschaftliche Akzeptanz, und zwar uneingeschränkt", fügte er hinzu. Hierfür müsse noch sehr viel mehr getan werden. Der E.On-Chef sprach sich dafür aus, den mit den Kanzlerrunden und Energiegipfeln begonnenen Dialog fortzusetzen. Dies sei auch deshalb dringend nötig, weil sich in den letzten zwei Jahren die energiepolitische Diskussion dramatisch verschärft und zugespitzt habe. "Daran waren und sind alle Seiten beteiligt", sagte Bernotat. Seit den von E.On und RWE zum Jahresanfang 2008 angekündigten Strom- und Gaspreiserhöhungen von bis zu zehn Prozent hagelt auf die ohnehin mit Imageproblemen kämpfende Energiebranche Kritik ein, die beinahe täglich an Schärfe zunimmt. Den Versorgern ist es mit dem wiederholten Verweis auf steigende Beschaffungskosten sowie Abgaben und Steuern bislang nicht gelungen, die Situation zu entschärfen. RWE-Chef Jürgen Großmann hatte sich daraufhin kürzlich dafür ausgesprochen, Vertreter der Energiekonzerne mit Politikern aus Bund und Ländern sowie Verbrauchern an einen Tisch zu bringen, um einen "Energiepakt für Deutschland" zu schmieden. Die Bundesregierung hat die Konzerne zu mehr Klarheit bei der Kalkulation ihrer Preise aufgefordert. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) hatte gestern nach einem Treffen mit Vertretern von E.On, RWE, Vattenfall Europe und EnBW gesagt, die Konzerne seien nach seinem Eindruck willens, für mehr Transparenz in ihrer Preispolitik zu sorgen.
Energie: E.On-Chef will nach Strompreiskritik Vertrauen zurückgewinnen
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