Energie: Gaskunden könnten zwei Milliarden Euro sparen

Energie: Gaskunden könnten zwei Milliarden Euro sparen

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Die Flamme eines Gasherdes

Bis zu 1,5 Milliarden Euro an möglichen Preissenkungen geben die Gasversorger nicht an ihre Kunden weiter. Doch die ungenutzten Einsparpotenziale durch einen Anbieterwechsel sind noch größer und langsam kommt Bewegung in den Markt.

Die Aufregung war groß, als die Studie der Energie-Experten Gunnar Harms und Uwe Leprich zu den Gaspreisen vorgestellt wurde: Bis zu 1,5 Milliarden Euro würden die Gasversorger nicht an die Verbraucher weitergeben.

„Bei den Gaspreisen gibt es deutliche Hinweise auf eine Abzocke der Verbraucher“, sagte die stellvertretende Fraktionschefin der Grünen, Bärbel Höhn. Auch Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg kritisierte gestern die Anbieter: „Ich erwarte, dass sie die durch die Ölpreisentwicklung gesunkenen Gasbezugspreise in vollem Umfang und zeitnah an die Verbraucher weitergeben.“

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Verbraucher können bei Wechsel des Gasnabieters insgesamt 2,2 Milliarden Euro sparen

Denn der Gaspreis ist mit zeitlicher Verzögerung an den Ölpreis gekoppelt, der sich seit Sommer 2008 mehr als halbiert hat. Die Studie im Auftrag der Grünen bei fünf großen Gasversorgern kommt zu dem Schluss, dass die Unternehmen nur einen Teil der gesunkenen Bezugspreise an die Verbraucher weitergeben.

Dem Gutachten zufolge müssten die Preise im ersten Halbjahr 2009 um rund ein Viertel sinken und zum Winter noch einmal um 25 Prozent. Bisher seien es aber nur 12 bis 14 Prozent gewesen. Dadurch entstünden ungerechtfertigte Mehrerlöse von mehreren hundert Millionen Euro allein im ersten Halbjahr 2009.

Doch ein Großteil der Gaskunden zahlt auch weit höhere Preise als nötig, da viele einen Anbieterwechsel scheuen. Nach Berechnungen des Preisvergleichsportals Verivox könnten die Verbraucher 2,2 Milliarden Euro sparen, wenn alle Haushalte zum jeweils günstigsten Anbieter wechseln würden. „Die Verbraucher müssen ihre Marktmacht nutzen“, sagt Verivox-Gaspreisexperte Thorsten Storck.

Durchschnittlich acht Gasanbieter zur Auswahl

Der Anbieterwechsel für Privatkunden ist seit Oktober 2006 möglich, nach Angaben des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) haben seither allerdings erst sechs Prozent der etwa 18,8 Millionen Haushalte mit Gasversorgung den Versorger gewechselt. Beim Strom, wo der Wechsel schon länger möglich ist, sind es immerhin 17 Prozent.

„Der Gasmarkt hinkt dem Strommarkt um fünf Jahre hinterher“, sagt Thorsten Bohg, Geschäftsführer des Preisvergleichportals Toptarif.de. Bis vor einem Jahr habe es kaum richtigen Wettbewerb gegeben, oft hätten die Kunden höchstens einen Anbieter als Alternative gehabt.

„Inzwischen gibt es im Durchschnitt acht verschiedene Anbieter“, sagt Storck. Besonders groß ist die Auswahl in Ballungsgebieten, so haben Berliner inzwischen die Auswahl zwischen 18 Anbietern. Allerdings seien dort die Einsparpotenziale nicht mehr so groß, da auch die angestammten Versorger auf den Wettbewerb mit niedrigeren Preisen reagiert hätten.

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