Energie: Riskante Ölförderung in der Nordsee

Energie: Riskante Ölförderung in der Nordsee

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Ölplattform

von Andreas Wildhagen

Der Golf von Mexiko ist weit weg - doch nun soll vor Grönland mit Probebohrungen begonnen werden und auch vor Schottland wurde ein riesiges Vorkommen entdeckt.

Was passiert, wenn in der Nordsee statt im Golf von Mexiko eine Ölplattform explodiert? Gerade hat BP 20 Milliarden Dollar in einen Fonds für die Bezahlung der wirtschaftlichen Folgen des Öldramas einbezahlt. Die Haftungsfrage der Ölkonzerne, die in der Nordsee fördern ist dagegen ungeklärt. Haftungsvorschriften bei Förderinseln gibt es nicht. Hierin unterscheiden sich immer noch die Ölunternehmen von den Stromversorgern, die für die katastrophalen Konsequenzen eines Atom-Störfalls Rückstelllungen bilden müssen.

Das Thema könnte akut werden. Denn gerade wurde vor Schottland ein gigantisches Ölfeld entdeckt. Das britische Ölunternehmen Encore Oil hat ein Feld mit wahrscheinlich 48 Milliarden Liter Öl entdeckt. Das Feld "Catcher" vor der Ostküste von Schottland wäre dann der größte Fund seit zehn Jahren. Auch hier soll mit der Unterwasserförderungen in Tiefen, in die kein Taucher, nur Tauchroboter vordringen können, bald begonnen werden.

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Garantiesummen eilig erhöht

Eine Fördertiefe von über einem Kilometer gibt es in der Nordsee zwar nicht, aber technisch voll beherrschbar und damit so ziemlich risikolos ist nach Meinung von Experten nur eine Bohrung bis zu 200 Metern. Vor Grönland soll nun über 500 Meter tief gebohrt werden. In der Baffin-Bucht werden demnächst die Tiefengestänge montiert. Die ersten Vorbereitungen dazu sollen in wenigen Tagen eingeleitet werden, Verholschifffe sind auf dem Weg zum Förderpunkt. Die Kosten dafür werden zur Zeit auf drei Milliarden Euro geschätzt. Die Unternehmen Cairn Energy und Petronas tragen die Verantwortung für die Bohrungen.

Die Verwaltung von Grönland hat reagiert. Eilig erhöhte sie die Garantien, die Ölförderfirmen für riskante Probebohrungen in Zukunft bereithalten müssen. Riskanter als Normalbohrungen sind Probeexplorationen deswegen, weil in unbekanntes Gestein vorgestoßen wird und deshalb die Ventile ständig ausgetauscht werden müssen. In der Austauschphase besteht das größte Gefahrenpotenzial. In den vergangenen Jahren belief sich die von Grönland verlangte Garantiesumme für ein Förderkonsortium auf 1,7 Milliarden Euro, sie wurde jetzt auf 8 Milliarden Euro erhöht. Die Erlaubnis vor der Nordwestküste Grönlands zu bohren, wurde erst im Juni herausgeschickt. Grönlands Ölminister Ove Karl Berthelsen glaubt an die Sicherheitsstandards der beiden Förderkonzerne.

Öl in der Nordsee

Ganz gefahrenlos - wie in der Vergangenheit von Mineralölkonzernen beteuert - ist die Ölsuche in der Nordsee doch nicht. Vor 33 Jahren ergoss sich acht Tage lang Öl in die Nordsee, als sich ein Leck auf der Bohrinsel Ekofisk Bravo auftat. Vor zwei Jahren schoss aus der norwegischen Bohrinsel Statjord A Öl aus. Shell-Chef Paul Voser sagte kürzlich, Bohrungen in der See seien "in Anbetracht steigender Bevölkerungszahlen und der steigenden Nachfrage nach Energie in den Entwicklungsländern unverzichtbar."

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