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Energie: Solarbranche: Doppelt so hohe Subventionen wie Steinkohle

Die Kürzung der Subventionen in der Solarbranche – Anlass ist die geplante Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) – sind Branchenexperten zufolge längst überfällig.

Solarstrom-Kraftwerk in Quelle: dpa-dpaweb
Solarstrom-Kraftwerk in Espenhain südlich von Leipzig Quelle: dpa-dpaweb

120 Milliarden Euro müssen Stromkunden bis 2015 aufbringen, sollen die Subventionen für die Solarindustrie weiter so fließen, wie es das Gesetz bisher vorsieht. Das geht laut WirtschaftsWoche aus aktuellen Berechnungen des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) hervor. Das EEG fördert die Solarenergie durch eine sogenannte Einspeisevergütung. Betreiber von Fotovoltaikanlagen erhalten derzeit rund 47 Cent für die Kilowattstunde Solarstrom – über 20 Jahre garantiert und bezahlt von den Verbrauchern. Dabei hat sich der globale Markt für Solarstrom besser entwickelt als erwartet. Das für 2010 anvisierte Volumen von 4,5 Gigawatt wurde längst erreicht.

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Die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) fordert deshalb, die Effizienzgewinne an den deutschen Stromkunden weiterzureichen. Notwendig sei nur noch eine EEG-Vergütung von maximal 35 Cent – auch das ist immer noch ein Vielfaches dessen, was konventionell erzeugter Strom mit derzeit fünf und künftig acht Cent kostet. Laut RWI verschlingt jeder Arbeitsplatz in der Solarindustrie pro Jahr 153.000 Euro. Das ist knapp das Doppelte der Subventionen für die deutsche Steinkohle, die pro Arbeitsplatz mit 78.000 Euro beziffert werden. Wenn die Subventionierung der Solarindustrie sofort gestoppt würde, lägen die Subventionskosten für die Stromkunden bei 23,3 Milliarden Euro.

In der Branche nimmt die Kritik an den Methoden der Solar-Lobby zu. Branchenkenner bezweifeln, dass der Bundesverband für Solarwirtschaft (BSW) seine Argumente auf die richtigen Zahlen stützt. Der Solarverband rechne die Arbeitsmarktzahlen schön, dafür den Anlagenzubau und damit die Stromkosten gering, übertreibe Exportchancen und Weltmarktposition und ignoriere, dass die Akzeptanz in der Bevölkerung sinkt. So schätzt der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW), dass in 2007 etwa 20.000 Handwerker mit der Solarzellen-Montage beschäftigt waren. Branchenkenner halten das für übertrieben. Für die Neuinstallation von 1100 Megawatt Leistung seien höchstens 7000 Handwerker notwendig, rechnet das Solarstrom-Magazin „Photon“. Bei vielen Solar-Unternehmern wächst die Sorge, dass der Widerstand gegen die Kürzung der Subventionen dazu führt, dass die ganze Branche bald an Glaubwürdigkeit verliert.

22 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 22.10.2010, 20:46 UhrAnonymer Benutzer: Sunny

    Die Solaridee hat etwas von der idee de internets. Dezentrale Energieversorgung ist ein Gut, das mit Geld nicht zu bezahlen ist. Es ist revoluzionär, und deshalb von den Energieversorgern so gefürchtet. Eine Art der Anarchie also. Jeder sollte mitmachen. bezahlen muß es natürlich der Nutzer (Konsument), wie bei einem Atom- oder Kohlekraftwerk auch. Das Geld kommt der bevölkerung zugute die sich an dem Projekt Solarstrom beteiligt. Wer nicht mitmacht ist leider zu dumm es zu Verstehen. Es ist höchste Zeit den Energieriesen die Luft aus den Segeln zu nehmen!
    ich kann jedem nur raten eine Anlage zu bauen. Richtig cool wird es erst wenn die 20 Jahre vorbei sind und der Strom kostenlos weiterproduziert wird. Wird sich einer der Solar- Kritiker über sinkende Strompreise beschweren???? ich glaube nicht.

  • 25.05.2009, 14:59 UhrAnonymer Benutzer: Hans-Günter Appel

    Die bewussten Falschmeldungen von der bundesregierung und den industrien, die an den regenerativen Energien auf Kosten der Verbraucher unangemessen hohe Renditen erzielen, bzw. Steuererhöhungen durchsetzen sind immer wieder anzuprangern. Wir haben das mit dem buch: Appel/Kaiser: Die Energielügen - und was sie uns kosten, 113 S, 9,80 €, getan. Das Ergebnis ist erschreckend. Es passt übrigens dazu, dass wir keinen Verlag für das buch gefunden haben. Für die Verlage war wohl die Ablehnung ein Akt der "Political Correctness".

  • 23.04.2008, 13:09 UhrAnonymer Benutzer: Arbeitsplatzzahlen

    Die Arbeitsplatzzahlen der Solarbranche scheinen tatsächlich stark übertrieben. Dies lässt sich mit einer einfachen, für jeden Solarhandwerker nachvollziehbaren, Rechnung belegen: 20.000 Menschen sollen laut Solarverband notwendig sein, um 1.100 MW zu installieren. Das sind pro Person und Jahr 55 kW. Die Montage pro kW dauert im Durchschnitt 8 Stunden. Das kann jeder Solarhandwerker bestätigen. Nimmt man noch 2 bis 3 Stunden pro kW hinzu, die für Erstellung des Angebots und Anfahrt notwendig sind, käme man auf (11 mal 55 ergibt) 605 Stunden Arbeitszeit pro Person und Jahr. Dabei dürften die 2 bis 3 Stunden für Anfahrt und Angebot eher zu hoch sein. Die meisten Solarstromanlagen sind ja 3 bis 5 kW groß und so kämen auf jede Anlage für Anfahrt und Angebot und sonstige damit verbundene Arbeiten (der Handwerker muss auch buchhaltung machen und braucht mal Zeit um Ersatzteile einkaufen) ein zusätzliches Zeitkontingent von 12 Stunden. Das ist mehr als großzügig kalkuliert. Denn es gibt viele Großanlagen von 1.000 bis 40.000 kW. Diese senken den durchschnittlichen Zeitbedarf pro kW nochmal.

    Der Durchschnittshandwerker dürfte ungefähr (200 mal 8 ergibt) 1.600 Stunden arbeiten. An dieser einfachen Rechnung sieht man: die vom Solarverband angegebenen Arbeitsplatzzahlen sind viel zu hoch. Statt 20.000 Arbeitnehmer dürfte es nur rund (20.000 geteilt durch 1.600 mal 605 ergibt) 7.500 Arbeitnehmer geben.

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