_
exklusiv

Wüstenstromprojekt: E.On erwägt Ausstieg aus Desertec

von Andreas Wildhagen

Der Energiekonzern E.On erwägt, aus dem Wüstenstromprojekt Desertec auszusteigen.

Logo des Stromkonzerns E.On Quelle: dapd
Logo des Stromkonzerns E.On Quelle: dapd

„Das Kompetenzgerangel, das die Desertec Foundation angezettelt hat, bringt uns schier zur Verzweiflung“, sagt einen E.On-Manager gegenüber der WirtschaftsWoche. Im Extremfall würde das Unternehmen wegen des „Dauer-Hickhack und organisatorischer Nutzlosigkeit“ das Projekt verlassen.

Anzeige

Hintergrund der Überlegungen sind Spannungen zwischen der Dersetec Foundation in Hamburg und dem Desertec-Konsortium Dii. Zu denen war es gekommen, nachdem die Desertec-Stiftung vor zwei Wochen ein Solar-Stromprojekt in Tunesien vorstellte, ohne Dii daran zu beteiligen.

weitere Links zum Artikel

Wie die WirtschaftsWoche erfuhr, hat die Desertec-Stiftung Dii darüber nicht informiert, obwohl das Konsortium dort im November ein Büro eröffnet hatte, um Standorte für ein Kraftwerk in Tunesien zu finden. Konkret sei Dii „erst 24 Stunden vor der Präsentation der Stiftung“ in Kenntnis gesetzt worden, so einen Industriemanager.

Die Dersetec Foundation wurde im Jahr 2009 gegründet, um Europa langfristig mit Solarstrom aus Nordafrika zu versorgen, woraufhin sich führende Unternehmen wie Siemens, E.On, RWE und Munich Re zu dem Konsortium Dii zusammenschlossen, um einzelne Solarprojekte zu realisieren. Die Stiftung ist Gesellschafterin bei Dii und wollte sich gegenüber der WirtschaftsWoche dazu nicht äußern.

7 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 05.02.2012, 18:22 UhrAnonymer Benutzer: vandale

    Euroan

    Der Strom aus Solarzellen wird in D mit 24c/kWh subventioniert. Der Wert von wetterabhängigen Zufallsstrom liegt in einem bedarfsgesteuertem Stomnetz bei ca. 1c/kWh. Es mag sein, dass die Solarmodule durch Produktivitätsfortschritte in China noch preiswerter werden. Allerdings werden sich die Kosten der Installation, des Netzanschlusses mit der allgemeinen Preissteigerung fortentwickeln. Die Einstrahlungsdichte der Sonne ist auf diesem Planeten unzureichend um Solarenergie in vorhersehbarer Zeit wirtschaftlich nutzen zu können.

    Es ist korrekt, dass sich Siliziumsolarzellen recyclen liessen. Die Verdrahtungen, Wechselrichter, usw. bestehen aus demselben Gemsich aus Kupfer, Schwermetallen etc. wie andere Eletroartikel auch. Viele Solarzellen werden mit Cadmiumtellurid gefertigt, die Abdeckgläser sind mit Arsen beruhigt.

    Man kann im übrigen auch abgebrannten Kernbrennstoff wiederaufbereiten. In Deutschland hatte dies der BMU Trittin verboten, damit dies der "Ungelösten Endlagerfrage" nicht im Wege sei. Man kann den grössten Teil ausgedienter Kernkraftwerke wieder nutzen. In Frankreich hat man die ehemaligen Magnox Reaktoren dem Schrott beigemischt. Deshalb strahlten einst die Oekologen in ihren Enten und R4 so sehr.

    Die Grundproblemtatik der Solarenergie ist die mangelnde Energiedichte. Deshalb bedarf es riesiger Anlagen die lediglich einen bescheidenen Ertrag liefern. Dies führt zu absurden Kosten, miserabler Umweltbilanz. Die Industrialisierung entwickelte sich aus gutem Grund nahe der Kohlevorkommen und nicht in windreichen, oder sonnenreichen Gegenden.

    Vandale

  • 05.02.2012, 10:34 UhrAnonymer Benutzer: euroman

    aber Herr Vandale, informieren sie sich doch bitte etwas besser.
    sie haben scheinbar im Physikunterricht gut aufgepasst und auch vor vielen Jahren einige "Spektrum der wissenschaft"-Ausgaben gelesen.
    wir sind aber jetzt im Jahr 2012 und das kosten-Nutzen verhältniss von Solarpanels steigt rapide.man wird unwillkürlich an den Durchbruch von IT in den Neunzigern erinnert.Auch damals gab es viele Leute,die das nicht sehen wollten.Nur zur Information: Solarpannels erzeugen im verhältniss zu anderen Hightech-Produkten sehr wenig "Giftmüll",sie bestehen nämlich aus fast reinem Silizium, etwas Silberlot,Glas und Alluminium.Sie haben eine lebensdauer von mindestens 25 Jahren und lassen sich mit einfachsten Mitteln entsorgen.Glauben sie doch nicht den Mârchen der Atomlobby ! versuchen sie es mal selbst im echten Leben!
    Übrigens:Ich verwende Solarenergie zur stromerzeugung meines Hauses seit 23 Jahren, meine allerersten Panells funktionieren immer noch einwandfrei und liessen sich auch zu Hause recyclen:
    Schraubenzieher holen,Alurähmchen aufschrauben,Glasscheibe ausbauen und die Wafer aus reinem Silizium rausnehmen -Punkt,Basta! _

  • 04.02.2012, 21:17 UhrAnonymer Benutzer: vandale

    Der Abbau von Uran ähnelt dem Abbau anderer Schwermetalle und der Seltenen Erden. Diese Erze enthalten meist auch erhebliche Thorium und Urananteile. Beispielsweise sollen beim Abbau Seltener Erden (in grosser Menge in Windmühlen enthalten) in China zig-1000 to Thorium freigesetzt worden sein (Eike Googlen). Die Energiedichte von Wind und Sonne sind sehr gering und so beträgt der Materialaufwand zur Herstellung der gleichen Strommenge bei Windmühlen und Solarzellen ein zig-faches dessen moderner Energiequellen. Windmühlen und Cadmiumtelluridsolarzellen dürften in diesem Aspekt am schlechtesten abschnelden.
    Die Gefahr beim Uranbergbau besteht im Untertagebau* bei mangelnder Bewetterung in Rhadongasen. Dadurch sind in den 40er und 50er Jahren einige Krebsfälle in den DDR Uranbergwerken entstanden.
    Die Medienartikel von 1000enden Toten im Uranbergbau sind faktenfreie Oekolegenden analog vieler anderer Oekolegenden, z.B. "Die Todgeweihten von Fukushima" die alle sehr munter sind und gem. des naturwissenschaftlichen Strahlenschutzes auch munter bleiben werden.

    Vandale

    *Rhadon ist ein Zerfallsprodukt des Urans mit kurzer HWZ und Alpha Strahler. Hohe Konzentrationen findet man in den Kellern in einigen Orten des Erzgebirges.
    Im Uebertagebau können naturgem. keine Rhadonkonzentrationen entstehen.

Alle Kommentare lesen
weitere Fotostrecken

Blogs

Wie HP-Chefin Whitman ihren Mitarbeiter die anstehenden Massenentlassungen erläutert
Wie HP-Chefin Whitman ihren Mitarbeiter die anstehenden Massenentlassungen erläutert

In einer internen Videobotschaft an die HP-Beschäftigten gibt Meg Whitman mehr Details zu dem geplanten Abbau von 27.000...

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 21.05.2012

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.