Bild: dpaWarum die Energiepreise steigen
Preistreiber Staat: Einen fetten Teil des Strompreises verantwortet der Staat: 10,30 Euro zahlte 2011 jeder deutsche Haushalt im Monat für die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien, dreimal so viel wie 2008. 20 Prozent verlangen die Kommunen bis 2015 mehr für die Durchleitung von Strom auf ihrem Gebiet. Und auch beim Rohöl langt der Fiskus kräftig zu: 90 Cent pro Liter beträgt der Steueranteil am Benzinpreis 2011, 1990 waren es noch 37 Cent.
Bild: dpaPreistreiber Stromkonzerne:
Und natürlich halten auch die Energieversorger ihre großen Hände auf: 87 Prozent höher als vor fünf Jahren liegen die Kosten der Stromkonzerne für Beschaffung und Vertrieb; der Posten enthält jedoch nicht nur Ausgaben, sondern auch die Gewinne. 14.000 Jobs wollen RWE und E.On jetzt zusammen in Deutschland streichen. Mangelndes Kostenbewusstsein zählte zum Geschäft. Nun bringen die schmelzenden Atomgewinne ans Licht, was Kunden alles mitbezahlten.
Bild: dpaPreistreiber Ölkonzerne:
196-mal erhöhten die Ölmultis im vergangenen Jahr die Spritpreise, fast fünfmal so oft wie 1999. 100 Prozent teurer als 2004 notiert derzeit der Preis für Diesel, den die Konzerne mit den Tankstellen abrechnen.
Bild: REUTERSPreistreiber Gazprom:
Und auch die Russen haben ihre Finger im Energiepreisspiel: 140 Euro beträgt die Differenz pro 1000 Kubikmeter Gas zwischen dem Preis, den der russische Staatskonzern Gazprom von deutschen Abnehmern verlangt, und dem niedrigeren Preis für verflüssigtes Gas auf den Spotmärkten etwa in Zeebrugge in Belgien.
Nachdem der deutsche Staat, die Energieversorger und Ölmultis und Gazprom jeder ein Stück vom Kuchen abgeschnitten haben, kommt folgendes beim Verbraucher an:
Bild: dpaDer Liter Heizöl kostet 82,9 Cent. Im Vergleich zum Jahr 2006 ist das eine Preissteigerung von 43 Prozent. Der Preis setzt sich zusammen aus...
Bild: AP...13,2 Cent Mehrwertsteuer (16 Prozent), 7,6 Cent Mineralölsteuer (9 Prozent), dem Deckungsbeitrag von 1,8 Cent pro Liter (rund 2 Prozent) - darin enthalten sind unter anderem die Kosten für Transport und Lagerung, Verwaltung sowie für die Beimischung von Biokomponenten. Hinzu kommen noch die Kosten für Beschaffung und Vertrieb in Höhe von 60,3 Cent pro Liter (rund 73 Prozent) und fertig ist der Preis für den Liter Heizöl: 82,9 Cent.
Bild: dapdDer Strom kostet derzeit 25,45 Cent pro Kilowattstunde. Das sind 34 Prozent mehr als noch vor fünf Jahren. Den Löwenanteil daran verdient der Staat...
Bild: dpa...so fließen von den 25,45 Cent pro Kilowattstunde rund 14 Prozent - nämlich 3,53 Cent je Kilowattstunde - in die Umlage für Strom aus erneuerbaren Energien. 1,65 Cent (7 Prozent) gehen für sonstige Abgaben drauf, 6,11 Cent (24 Prozent) sind reine Steuern. Hinzu kommen die Kosten für die Nutzung der Netze in Höhe von 5,75 Cent (22 Prozent) und die Kosten für die Energiebeschaffung und den Vertrieb von 8,41 Cent (41 Prozent).
Bild: dpaDer Liter Diesel kostete dieses Jahr im Schnitt 144,3 Cent. Das sind 33 Prozent mehr als noch im Jahr 2006. Davon sind rund 33 Prozent oder 47 Cent Mineralölsteuer.
Bild: dpaWeitere 23 Cent (16 Prozent) sind Mehrwertsteuer. Der Deckungsbeitrag (Transport- und Lagerkosten, Verwaltung, Bevorratung, Beimischung) beträgt 14,6 Cent pro Liter (rund 10 Prozent), dazu kommen noch die Kosten für Beschaffung und Vertrieb in Höhe von 59,7 Cent pro Liter (41 Prozent). Alles zusammen ergibt dann den Gesamtpreis von 144,3 Cent pro Liter Diesel.
Warum die Energiepreise steigen
Preistreiber Staat: Einen fetten Teil des Strompreises verantwortet der Staat: 10,30 Euro zahlte 2011 jeder deutsche Haushalt im Monat für die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien, dreimal so viel wie 2008. 20 Prozent verlangen die Kommunen bis 2015 mehr für die Durchleitung von Strom auf ihrem Gebiet. Und auch beim Rohöl langt der Fiskus kräftig zu: 90 Cent pro Liter beträgt der Steueranteil am Benzinpreis 2011, 1990 waren es noch 37 Cent.
Zum ersten Juni haben 30 kleinere und mittlere Versorgern sowie sechs der sieben E.On-Regionaltöchter ihre Preise um vier bis sieben Prozent erhöht. Vattenfall hatte seine Strompreise in Berlin und Hamburg bereits im Januar um knapp 7 Prozent angehoben. Ab August ziehen dann auch RWE und EnBW nach. RWE verlangt ab Sommer 2012 von Kunden im Grundversorgungstarif 6,6 Prozent mehr pro Jahr. Das entspricht rund 70 Euro Mehrkosten pro Jahr. Bei der EnBW zahlen Verbraucher jährlich 29 Euro oder 2,7 Prozent mehr. Wie das Verbraucherportal toptarif.de in einer aktuellen Auswertung zur bundesweiten Strompreisentwicklung zeigt, sind von den Preissteigerungen von Juni bis August mehr als 11 Millionen Haushalte betroffen.
Netzentgelte, Sonderkunden- und EEG-Umlage treiben Stromkosten in die Höhe
Von Preiserhöhungen betroffene Haushalte müssen im bundesweiten Mittel rund 4,9 Prozent, in der Spitze sogar knapp 10 Prozent mehr für ihren Strom bezahlen. "Mit den neuerlichen Anhebungen verteuert sich der Strombezug für viele Verbraucher erheblich", erklärt Daniel Dodt von toptarif.de. "Für einen vierköpfigen Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 kWh wird es im Schnitt etwa 50 Euro teurer, in der Spitze drohen sogar Mehrkosten von bis zu 96 Euro."
Die aktuellen Erhöhungen werden von den meisten Versorgern mit gestiegenen Kosten begründet. So verweisen die Energieunternehmen unter anderem auf die höheren, staatlich regulierten Netzentgelte für den Transport des Stroms zum Endkunden. Darüber hinaus hat die seit diesem Jahr geltende Sonderkundenumlage zur Entlastung der stromintensiven Industrie zu einer weiteren Verteuerung der Energiekosten geführt. Ein zusätzlicher Faktor bei der Preisbestimmung ist die EEG-Umlage: Auch wenn diese 2012 nur marginal von 3,53 auf 3,592 Cent pro Kilowattstundegestiegen ist, wird sie als eine Ursache für höhere Endverbraucherpreise herangezogen.
Eigenen Versorger regelmäßig auf den Prüfstand stellen
Mit Blick auf die stetig steigenden Strompreise raten Experten, Verbraucherschützer und Politiker immer wieder dazu, den eigenen Anbieter regelmäßig auf den Prüfstand zu stellen, verschiedene Angebote genau zu vergleichen und bei preiswerteren Alternativen den Anbieter zu wechseln. Zudem hat der Gesetzgeber in diesem Jahr einige positive Neuerungen für Verbraucher umgesetzt. So ist es seit April unter anderem möglich, den Versorger einfacher und schneller zu wechseln. "Mussten zum Beispiel Haushalte für den Anbieterwechsel bis dato sechs bis zehn Wochen einplanen, soll dieser künftig innerhalb von drei Wochen ab der Ummeldung beim Netzbetreiber abgeschlossen sein", sagt Dodt.
Quelle: OTS

























