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11 Millionen Deutsche betroffen: Strompreise steigen schon wieder

Schon Jahresbeginn und im Frühjahr erhöhte die Hälfte der Stromversorger die Preise erhöht hat. Ab August zahlen weitere elf Millionen Haushalte mehr Geld für Strom.

Warum die Energiepreise steigen
Preistreiber Staat: Einen fetten Teil des Strompreises verantwortet der Staat: 10,30 Euro zahlte 2011 jeder deutsche Haushalt im Monat für die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien, dreimal so viel wie 2008. 20 Prozent verlangen die Kommunen bis 2015 mehr für die Durchleitung von Strom auf ihrem Gebiet. Und auch beim Rohöl langt der Fiskus kräftig zu: 90 Cent pro Liter beträgt der Steueranteil am Benzinpreis 2011, 1990 waren es noch 37 Cent.

Bild: dpa

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Zum ersten Juni haben 30 kleinere und mittlere Versorgern sowie sechs der sieben E.On-Regionaltöchter ihre Preise um vier bis sieben Prozent erhöht. Vattenfall hatte seine Strompreise in Berlin und Hamburg bereits im Januar um knapp 7 Prozent angehoben. Ab August ziehen dann auch RWE und EnBW nach. RWE verlangt ab Sommer 2012 von Kunden im Grundversorgungstarif 6,6 Prozent mehr pro Jahr. Das entspricht rund 70 Euro Mehrkosten pro Jahr. Bei der EnBW zahlen Verbraucher jährlich 29 Euro oder 2,7 Prozent mehr. Wie das Verbraucherportal toptarif.de in einer aktuellen Auswertung zur bundesweiten Strompreisentwicklung zeigt, sind von den Preissteigerungen von Juni bis August mehr als 11 Millionen Haushalte betroffen.

Netzentgelte, Sonderkunden- und EEG-Umlage treiben Stromkosten in die Höhe

Von Preiserhöhungen betroffene Haushalte müssen im bundesweiten Mittel rund 4,9 Prozent, in der Spitze sogar knapp 10 Prozent mehr für ihren Strom bezahlen. "Mit den neuerlichen Anhebungen verteuert sich der Strombezug für viele Verbraucher erheblich", erklärt Daniel Dodt von toptarif.de. "Für einen vierköpfigen Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 kWh wird es im Schnitt etwa 50 Euro teurer, in der Spitze drohen sogar Mehrkosten von bis zu 96 Euro."

Die aktuellen Erhöhungen werden von den meisten Versorgern mit gestiegenen Kosten begründet. So verweisen die Energieunternehmen unter anderem auf die höheren, staatlich regulierten Netzentgelte für den Transport des Stroms zum Endkunden. Darüber hinaus hat die seit diesem Jahr geltende Sonderkundenumlage zur Entlastung der stromintensiven Industrie zu einer weiteren Verteuerung der Energiekosten geführt. Ein zusätzlicher Faktor bei der Preisbestimmung ist die EEG-Umlage: Auch wenn diese 2012 nur marginal von 3,53 auf 3,592 Cent pro Kilowattstundegestiegen ist, wird sie als eine Ursache für höhere Endverbraucherpreise herangezogen.

Eigenen Versorger regelmäßig auf den Prüfstand stellen

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Mit Blick auf die stetig steigenden Strompreise raten Experten, Verbraucherschützer und Politiker immer wieder dazu, den eigenen Anbieter regelmäßig auf den Prüfstand zu stellen, verschiedene Angebote genau zu vergleichen und bei preiswerteren Alternativen den Anbieter zu wechseln. Zudem hat der Gesetzgeber in diesem Jahr einige positive Neuerungen für Verbraucher umgesetzt. So ist es seit April unter anderem möglich, den Versorger einfacher und schneller zu wechseln. "Mussten zum Beispiel Haushalte für den Anbieterwechsel bis dato sechs bis zehn Wochen einplanen, soll dieser künftig innerhalb von drei Wochen ab der Ummeldung beim Netzbetreiber abgeschlossen sein", sagt Dodt.

Quelle: OTS

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