550 Millionen Euro Verlust : Solarworld hat Kapital der Aktionäre verbrannt

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550 Millionen Euro Verlust : Solarworld hat Kapital der Aktionäre verbrannt

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Ein Solarworld-Mitarbeiter prüft ein Photovoltaikmodul.

Der Solarkonzern Solarworld hat das Kapital seiner Aktionäre verloren. Nun soll eine außerordentliche Zusammenkunft der Aktionäre stattfinden. Die Aktie stürzte am Donnerstag um 37 Prozent ab.

Der Bonner Solarkonzern Solarworld hat das Kapital seiner Aktionäre komplett verloren. Operative Verluste von mehr als 100 Millionen Euro und dreistellige Millionen-Abschreibungen auf Beteiligungen haben dem Aushängeschild der deutschen Solarbranche im vergangenen Jahr einen noch nicht konsolidierten Verlust von 520 Millionen bis 550 Millionen Euro eingebracht, wie Solarworld am Mittwochabend einräumte. Mit einem negativen Eigenkapital von 20 bis 50 Millionen Euro ist das Unternehmen damit noch mehr als bisher von seinen Gläubigern abhängig. Doch unmittelbare Konsequenzen für die Verhandlungen über die Rettung des Unternehmens hat das zunächst nicht.


"Unsere Mitteilung (...) hat ebensowenig Auswirkung auf den Restrukturierungsprozess wie auch auf das operative Geschäft der SolarWorld AG", erklärte Vorstandschef Frank Asbeck in einer schriftlichen Stellungnahme auf Reuters-Anfrage. Er verhandelt seit Monaten mit Banken und Anleihegläubigern über einen Ausweg aus der existenzbedrohenden Krise. Experten hatten Solarworld Chancen auf eine Sanierung bescheinigt, mit der ein Unternehmen nach geltendem Recht auch im Falle einer Überschuldung um einen Insolvenzantrag herumkommt. Diese Prognose gelte weiter, teilte Asbeck mit: "Wir befinden uns in konstruktiven Gesprächen mit unseren Gläubigern, basierend auf einer positiven Fortführungsprognose."

Asbeck wies die Einschätzung von Sanierungsexperten zurück, wonach die Verhandlungen bis Ende des Monats abgeschlossen sein müssten: Sie würden "ohne momentan zeitliche Limitierung" geführt. Der Verlust des Grundkapitals hat zunächst nur zur Folge, dass Solarworld umgehend eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen muss. Dort muss Asbeck den Aktionären erklären, wie er die Firma aus der Krise führen will.

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Wegen der laufenden Verhandlungen mit den Gläubigern hatte Solarworld im März die Vorlage seiner Geschäftszahlen für 2012 verschoben. Nun ist wenigstens klar, wie hoch der Verlust nach dem deutschen Handelsgesetzbuch (HGB) ist. Nur ein Fünftel des Verlustes - also gut 100 Millionen Euro - stammt allerdings aus dem operativen Geschäft. Asbeck erklärte, diese Verluste seien in seinen jüngsten Aussagen zur den Geldreserven von Solarworld bereits enthalten. Im Januar hatte er die Liquidität per Ende 2012 auf 220 bis 230 Millionen Euro beziffert.

Tochterfirmen sind in den am Mittwoch vorgelegten Zahlen aber nicht enthalten. "Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass etwaige Bilanzkorrekturen im Rahmen der Jahresabschlussprüfung die Schätzungen wesentlich verändern können", warnte das Unternehmen.

Die in keinem großen Index mehr gelisteten Aktien von Solarworld brachen am Donnerstagmorgen um 37 Prozent auf 0,58 Euro ein und waren damit größter Verlierer auf Xetra.

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