Aktivitäten vor allem in Schwellenländern: Der leise Rückzug des Energiegiganten E.On

Aktivitäten vor allem in Schwellenländern: Der leise Rückzug des Energiegiganten E.On

von Andreas Wildhagen

Der größte deutsche Energiekonzern trennt sich von Aktivitäten in Deutschland und Europa. Die Zukunft sieht das Unternehmen vor allem in den Schwellenländern Türkei, Brasilien, Indien.

Es ist ruhig geworden um den Energiekonzern E.On. Außer einer TV-Kampagne („Sag mal E.On …“), die über die Weihnachtsfeiertage über die Bildschirme dudelte, ist das Unternehmen nur im Hintergrund, heimlich, still und leise, aufgetreten. Dort aber effizient. Die meisten Signale zeigten dabei, zumindest in Europa, auf Stopp. E.On bereinigt sein Geschäftsaktivitäten, was früher noch hochgelobt war, muss nun weichen.

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Beispiel Ungarn: Vor sieben Jahren schien es ein glanzvoller Erfolg zu sein, als E.On vom führenden ungarischen Erdöl- und Erdgasanbieter Mol die Gassparte übernahm. Ungarn ist ein aufstrebendes Industrieland in Mitteleuropa, gesegnet mit einem Mittelstand, der mit der Privatisierung der Energiewirtschaft die Hoffnung auf eine kapitalistische Zukunft verband. 2,1 Milliarden Euro hatte E.On für Mol-Gas bezahlt, dafür wurde ein Jahresumsatz von zwei Milliarden Euro in Ungarn übernommen.

Mol belieferte Verteilergesellschaften und Haushaltskunden in Ungarn, der Düsseldorfer Energieriese schien damit ein sicheres Geschäft gemacht zu haben. Nun soll die ungarische Gassparte verkauft werden. Vor ein paar Wochen wurde eine Absichtserklärung über den Verkauf an die staatliche Energiegesellschaft MVM unterschrieben.

E.On ist dabei, Geschäfte im Wert von 15 Milliarden Euro zu verkaufen, vor allem in Europa. Wobei die Türkei in der konzerninternen Terminologie ausdrücklich nicht zu Europa gehört, sondern zu den Schwellenländern, in denen für die Zukunft erhebliches Wachstum erwartet wird. Damit liegt die Türkei gleichauf mit Indien und Brasilien.

E.On braucht Geld, und zwar dringend. Die Energiewende nahm dem Unternehmen seine Atomgewinne, auf die sich die Energiemanager jahrzehntelang gestützt haben. Eine Laufzeitverlängerung bis ins Jahr 2036 für die Kernkraftwerke, mit der Bundesregierung im Herbst 2010 abgeschlossen, beflügelte diese Hoffnung auf sichere Profite nur noch ins Unermessliche. Doch dann kam es anders. Die Reaktorkatastrophen im japanischen Fukushima lösten auch in Deutschland einen Tsunami von Anti-Atom-Gefühlen aus, die bis ins Kanzleramt reichten. Der Stopp der Kernenergie war die Folge. Für E.On brach eine gewinnträchtige Welt zusammen. Nun muss der Konzern in Erneuerbare Energien investieren und in andere, weit entfernte Märkte, die noch Wachstum versprechen.

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