Areva: Aus der Traum

Option China

Die Option chinesischer Partner scheint auch diesmal nicht ausgeschlossen. Zumal Areva gemeinsam mit den Chinesen das Bakouma-Uranvorkommen in Zentralafrika ausbeutet und Druckwasserreaktoren à la Flammanville in das Reich der Mitte verkaufen will. "Es gibt mehrere mögliche Optionen, die in der Hand des Unternehmens liegen", sagte Macron dazu.

Umweltministerin Ségolène Royal pocht derweil auf eine stärkere Zusammenarbeit des Kraftwerksbaues Areva mit dem ebenfalls staatlichen Kraftwerksbetreiber, dem Energiekonzern EdF, sowie der staatlichen Atomenergiebehörde CEA. Dass Präsident François Hollande im vergangenen Herbst nicht nur zwei ehemalige Studienkollegen an die Spitzen von Areva und EdF setze, um den jahrelang quälenden Reibereien zwischen den beiden Unternehmen ein Ende zu setzen, war schon damals klar.

Die "effizientere Zusammenarbeit mit Areva" sei eine seiner Prioritäten, sagte Jean-Bernard Lévy Mitte Februar bei der Präsentation der EdF-Jahresergebnisse. Aber ein finanzielles Engagement zu Gunsten seines Freundes Philippe Varin, Ex-Chef von PSA, steht offenbar nicht ganz oben auf der Liste. "Derzeit steht keinerlei finanzielle Transaktion auf der Tagesordnung." Wenn Lévy da mal das letzte Wort hat.

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Von der Trennung des Urangeschäfts und dem mit dem Reaktorbau bis hin zur Schaffung einer Holding mit eigenständigen Geschäftsbereichen und der Hereinnahme von Partnern werden derzeit zahlreiche Varianten durchgespielt. Für das Urangeschäft hatten sich schon 2011 EdF und auch das Emirat Qatar interessiert, als die damals noch konservative französische Regierung den Weg für einen Einstieg öffnete. Das zukunftsträchtige Metier des Rückbaus und der Entsorgung stillgelegter Kraftwerke könnte für das französische Entsorgungsunternehmen Veolia reizvoll sein.

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Vor allem nach dem Atomausstieg in Deutschland sieht Veolia dort schon bald großes Potenzial mit einem Partner Areva. Die ohnehin leidenschaftslos aufgebaute und hoch defizitäre Sparte Windenergie könnte verkauft werden. "Der Staat muss eine langfristige Strategie liefern, ohne für kurzfristige Ziele Visionen aufzugeben", sagt Cyril Crocq, Analyst bei Sia Partners. Nichts schwieriger als das.

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