Armin Sandhövel: Allianz-Manager fordert Staatshilfen für Windparks

ThemaEnergiewende

Armin Sandhövel: Allianz-Manager fordert Staatshilfen für Windparks

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Armin Sandhövel erwartet Anreize vom Staat, damit Stromspeicher gebaut und Leitungen gelegt werden.

von Matthias Kamp

Die Probleme beim Bau neuer Offshore-Parks wachsen der Privatwirtschaft über den Kopf. Womit Armin Sandhövel, Chef der Allianz-Klima-Sparte, die Bundesregierung in der Pflicht sieht.

WirtschaftsWoche: Herr Sandhövel, warum spitzt sich das Gelingen der Energiewende immer mehr auf das hochriskante Geschäft mit Windkraftanlagen auf hoher See zu?

Sandhövel: Weil damit zwei weitere wichtige offene Flanken verbunden sind. Erstens muss viel mehr Druck gemacht werden, um neue Stromleitungen zu bauen, die den Wind vom Meer ans Land transportieren und verteilen. 2009 wurde der beschleunigte Ausbau von rund 1700 Kilometer neuer Höchstspannungsleitungen beschlossen, bisher wurden jedoch erst 160 Kilometer gebaut. Zweitens brauchen wir schnell Kapazitäten, um nicht benötigten Windstrom zu speichern. Hier weiß im Moment niemand, wo, in welchen Größenordnungen und zu welchen Investitionsbedingungen die gebaut werden müssen.

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Ist es dann nicht auch für Investoren ein Irrweg, bei der Energiewende alles auf bisher kaum erprobte Großtechnik auf ungestümer See zu setzen?

Bei den erneuerbaren Energien bleibt unter Berücksichtigung der benötigten Strommengen nach Abschaltung der Atomkraftwerke nur der Ausbau der Offshore-Windkraft. Biomasse kommt in Deutschland nicht infrage, weil die Konkurrenz mit der Landwirtschaft zu groß ist. Bei der Fotovoltaik ist Deutschland schon ziemlich zugepflastert. Windkraft an Land kann man zwar noch ein bisschen ausbauen, allerdings nicht in dem erforderlichen Umfang.

Was erwarten Sie, damit institutionelle Investoren wie die Allianz in großem Stil in Offshore-Windanlagen investieren?

Der Staat muss Anreize schaffen, damit Stromspeicher gebaut und Leitungen gelegt werden. Manchen Netzbetreibern fehlt das Geld für den Ausbau. Darum sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen eine wichtige Grundlage, damit Private investieren.

Was fordern Sie konkret?

Der Gesetzgeber ist vor allem an einer Stelle gefordert. Es ist schwer vorstellbar, dass die Privatwirtschaft alle Risiken schultern kann. Einige Unternehmen mussten wegen der Probleme bei den Offshore-Windparks in den vergangenen Quartalen bereits Rückstellungen in dreistelliger Millionenhöhe bilden. Hier müssten die Risiken auf mehrere Schultern verteilt werden, denn was dort geleistet wird, ist Pionierarbeit.

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Wieso? Bei anderen Pionierleistungen, etwa der Verlegung des ersten Telegrafenkabels zwischen Europa und den USA vor 150 Jahren, haben auch nur Private das Geld aufgebracht.

Dabei waren aber Unternehmen mit Risikokapital beteiligt, die diese Pionierleistung vollbracht haben; und natürlich keine Pensionskassen oder Versicherungen auf der Suche nach sicheren Anlagen für deren Kundengelder.

Ist der Zeitplan für den Atomausstieg einhaltbar?

Ich bin mir nicht sicher, ob wir das Jahr 2022 treffen werden, denn wir erleben eine Operation am offenen Herzen. Wichtig ist doch, dass wir die Energiewende überhaupt schaffen, da kommt es auf ein, zwei Jahre nicht an.

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